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Pangea-Haus in neuem Glanz eröffnet

Wo Menschen aller Kontinente herzlich willkommen sind

Freude bei Bezirksbürgermeister, BVV, Hausleitung und Abgeordnetenhaus: Das Pangea-Haus ist wiedereröffnet!
Freude bei Bezirksbürgermeister, BVV, Hausleitung und Abgeordnetenhaus: Das Pangea-Haus ist wiedereröffnet!
Erschienen in Gazette Wilmersdorf Juli 2021
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Am 19. Mai 2021 wurde öffentlich der Weg ins frisch-sanierte und neustrukturierte Pangea-Haus freigegeben: Gemeinsam kappten Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann, BVV-Vorsteherin Annegret Hansen und die Vorsitzenden des Pangea-Haus e. V. Birgit Klick und Manutscher Taheri vor Gästen aus Politik, Senat sowie aus dem Sozial- und Integrationsbereich das rote Band vor dem interkulturellen Begegnungszentrum in der Wilmersdorfer Trautenaustraße 5.

– Ein Herzensprojekt auch für den Bezirksbürgermeister, der das Thema Integration längst zur Chefsache gemacht hat. Mit einem symbolischen Herzen, das er spontan aus dem Band herausgeschnitten hatte, verdeutlichte er dies. Dazu erklärte er, dass das große Pangea-Haus, das der Bezirk an Gruppen aus der Community übergeben hat, nun unter neuer Weichenstellung wiedereröffnet werde. Getragen von einem gemeinsamen politischen Konsens und vom Pangea-Vorstand in der Weiterentwicklung seines Leitbildes maßgeblich vorangetrieben, öffne sich das Haus zukünftig weiter nach außen und hinein in den Kiez. Dabei lasse es alte und neue Mieter sich aufeinander zubewegen, setze frischen Teamspirit frei und stehe auch zukünftig für Kreativität und Vielfalt.

Weiter betonte der Bezirksbürgermeister: „In diesem berlinweit einmaligen Zentrum für interkulturelle Beratungs- und Bildungsangebote arbeiten künftig auf fünf Etagen 22 vorwiegend migrantische Selbstorganisationen sowie Vereine und Institutionen mit interkulturellen und integrationspolitischen Ansätzen zusammen. Dank der Förderung des Bundes und des Senats konnten die Begegnungsräume neugestaltet werden. Ich bin schon sehr gespannt auf die ersten Veranstaltungen in diesem lebendigen Haus der Vielfalt, das ein wichtiger Pfeiler der Willkommenskultur unseres Bezirks ist.“

Diese Willkommenskultur im Pangea-Haus weiter zu leben und von dort aus erfolgreich auch durch die künftige Außengastronomie nach außen tragen zu können, wünschte er dem Haus und seinen Mietern mit einem herzlich-berlinischen „Jlück auf und allet Jute!“

Durchdacht vom Keller bis zum Dach

Noch feilen die Handwerker an der Vorderfront am Eingangs-Mosaik, das als Eyecatcher in seiner Vielfarbigkeit auf die Vielfalt der im Zentrum vertretenen Kulturen und Kontinente hindeuten soll. -Geht der Name des Hauses doch auf die griechischen Worte PAN=alles und GAIA=Erde zurück. Hinter großzügigem und barrierefreiem Hauszugang lässt sich trotz noch nicht ganz abgeschlossener Sanierungsarbeiten deutlich erahnen, welch durchdachtes Konzept hinter der Umstrukturierung steckt: Ein Café mit luftigem Außenbereich wird charmante Kulisse sein für die zukünftige Vernetzung und den Austausch zwischen Pangea-Mietern, -Besuchern und Anwohnern aus dem Güntzel-Kiez. Grünbeschattung und Rosenstöcke sollen an vergangene Zeiten erinnern, in denen das Haus – bevor dann die Volkshochschule Wilmersdorf einzog – eine Privatklinik mit üppig blühendem Rosengarten war. Heute blinzeln von der frischrenovierten Fassade einladend die Fensteraugen des Hauses unter farbenfrohen Sonnenrollos auf die Passanten herab. Der individuell veränderbare und für Veranstaltungen nutzbare Innenraum im Erdgeschoss liegt mit Küche, Tresen und Bierkeller-Zugang gleich neben dem direkt von der Straße aus erreichbaren Büro der Hausleitung. Mit dem Fahrstuhl gelangt man schnell auch in die oberste Etage, die ein besonderes Bonbon bereithält: Die ehemalige Hausmeister-Wohnung wurde saniert und erwartet nun hell und einladend neue Mieter. Außerdem ist ein Coworking-Bereich vorgesehen, und im Dachgeschoss verzaubert die bald schon begrünte Dachterrasse mit einem atemraubenden Weitblick über den Bezirk. Auch an der offenen Galerie wird noch gewerkelt. Architekt Martin Möhring legt Wert darauf, die alten Holz-Dachbalken aus der Zeit um 1945 zu erhalten und in Szene zu setzen: Auch diesem Haus hatte die in dieser Gegend besonders intensive Bombardierung Berlins im Zweiten Weltkrieg stark zugesetzt.

Die bauliche Aufwertung und Neugestaltung des interkulturellen Zentrums Pangea-Haus konnte mit Fördermitteln vom Bund und Land Berlin in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro aus dem Programm Investitionspakt Soziale Integration im Quartier realisiert werden.

Gemeinsam für integrative Beratung, Bildung und Vernetzung

Ein Mieter, der als wahres „Urgestein“ des Hauses den herrlichen Ausblick in der oberen Etage bereits seit 2010 und damit seit der Gründung des Pangea-Hauses neben seiner Arbeit in vollen Zügen genießt, ist Mo Pasdar, Journalist und seit 1993 Produktionsleiter von IRTV Berlin (Iranian Television & Radio). Von hier oben sendet er jeden Sonntag ab 20 Uhr über Spreekanal-SK10 Berlin für Landsleute und Interessierte ein multi-kulturelles Programm aus Kultur, Musik, Politik und Nachrichten. Dabei setzt er sich intensiv für die Belange des Pangea-Zentrums, für seinen Newsletter und die Vernetzung ein und agiert gleichzeitig als Pressesprecher. 1971 kam er aus dem Iran nach Deutschland, wo er zuerst als Kfz-Meister bei Porsche arbeitete. Was ihm besonders wichtig ist: „Hier im Pangea-Haus bin ich am passenden Ort, um mich für Menschenrechte, die Probleme geflüchteter Menschen und gegen Rassismus effektiv einsetzen zu können.“

Im Pangea-Haus arbeiten gemeinnützige Vereine sowie private und institutionelle Bildungsträger aus vier Kontinenten. Es gibt zahlreiche Angebote wie Sprachkurse, Bildungs- und Beratungsangebote, kulturelle Veranstaltungen und Treffen. Das Pangea-Haus gehört dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, der damit die interkulturelle Arbeit fördert. 2010 wurde es zur Förderung der Netzwerkarbeit und des interkulturellen Dialogs gegründet.

Einige der bestehenden Mietverträge von einstigen Mitgründern sind aktuell nicht verlängert worden, was hier und da zu deutlicher Kritik geführt hatte. Dafür kommen nun aber 14 neue, über ein Bewerbungsverfahren ausgewählte Mieter dazu, die sich mit dem im Haus überarbeiteten Leitbild anfreunden, danach arbeiten und sich in das Konstrukt des „neuen“ Pangea-Hauses einbringen bzw. es mit weiterentwickeln wollen. Unter ihnen sind kleinere Vereine und Unternehmen wie u. a. die Alhadara-Institut-Nachhilfeschule, das Deutsche Rote Kreuz-Kreisverband Berlin Schöneberg-Wilmersdorf, das Bundesnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung &Teilhabe sowie der Verein der Lehrerinnen und Lehrer der persischen Sprache in Deutschland.

Die Mietergemeinschaft will zukünftig gemeinsam mit dem im Haus niedergelassenen Pangea-Haus e. V. und von außen dazukommenden Unterstützern eine bunte Vielfalt an Kultur, Bildung und Beratung im interkulturellen Zentrum Pangea-Haus anbieten. Dazu heißt sie Menschen jeden Alters willkommen, die mitarbeiten und sich für gelebte Integration einsetzen möchten. Dabei sollten fünf Zielbereiche nicht aus den Augen verloren werden: das Pangea-Haus als Ort der Begegnung und Diskussion, als Ort der Bildung und Beratung, als Ort der Selbstbefähigung von Migranten, als Ort mit einladendem und übersichtlichem Charakter und als Ort guter Zusammenarbeit, Vernetzung und Koordination.

Weitere Informationen und Kontakt unter www.pangea-haus.de

Jacqueline Lorenz

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