Schöneberg
Spuren am Gleisdreieck
Wie Jugendliche die dunkle NS-Vergangenheit des Parks erforschen

29.06.2026: Heute ist der Park am Gleisdreieck ein beliebter Ort für Freizeit und Erholung. Doch die historischen Bahnanlagen erinnern an ein dunkles Kapitel der Geschichte. Sechzehn Jugendliche des Schöneberger Robert-Blum-Gymnasiums sind der Frage nachgegangen, was hier während der Zeit des Nationalsozialismus geschah. Gemeinsam mit dem Jugend Museum Schöneberg haben sie seit vergangenem September intensiv recherchiert.
Im Zentrum ihrer Arbeit standen der nahegelegene Anhalter Bahnhof als Ort der Deportation sowie die Lebensgeschichten von Menschen, die Verfolgung, Flucht, Exil und Widerstand erlebten. Die jungen Forscher besuchten Archive und Erinnerungsorte, um sich mit der historischen Verantwortung und der lokalen Erinnerungskultur auseinanderzusetzen.

Die Ergebnisse dieses einjährigen Projekts mit dem Titel „Wohin führen diese Gleise?!“ werden nun der Öffentlichkeit präsentiert. Das Jugend Museum in der Hauptstraße 40-42 zeigt eine Werkschau, die unter anderem Interviews mit Fachleuten und einen eigens produzierten Song umfasst. Zudem dokumentiert sie die Entstehung eines neuen Gedenkzeichens. Die Ausstellung wird am Montag, 6. Juli 2026, um 17 Uhr eröffnet.
Parallel dazu trägt das Projekt die Geschichte direkt in den städtischen Raum. Noch bis zum 12. Juli macht eine künstlerische Plakat-Aktion unter den Yorckbrücken auf die damaligen Deportationen aufmerksam. Wer an den Plakaten vorbeigeht, kann über einen QR-Code mehr über das von den Jugendlichen entwickelte Gedenkzeichen erfahren, das bereits Ende Mai im Park eingeweiht wurde.
Gefördert wurde die Spurensuche der Jugendlichen aus Mitteln des Bundes und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ).



