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Tempelhof-Schöneberg

Sterne und Klischees

Sabrina Labis hinterfragt im Tempelhof Museum Frauenbilder in Wissenschaft und Medien

Foto: Sabrina Labis
Foto: Sabrina Labis

16.01.2026: Die Kommunale Galerie im Tempelhof Museum zeigt ab Ende die Ausstellung „Miss Universe“. Es ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin und Filmemacherin Sabrina Labis in Berlin. In ihren Arbeiten untersucht sie, wie sich geschlechtsspezifische Vorurteile in der Sprache, in medialen Bildern und in gesellschaftlichen Strukturen festsetzen.

Die Präsentation umfasst zwei Videoarbeiten, Fotografien sowie textile Elemente. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der Analyse sexistischer Muster, die sowohl in der Popkultur als auch im Wissenschaftsbetrieb vorkommen. So greift die Videoarbeit „OBAFGKM“ einen bekannten Merksatz aus der Astronomie zur Klassifizierung von Sternen auf: „Oh Be A Fine Girl! Kiss Me!“ (deutsch: „Ach, sei ein liebes Mädchen! Küss mich!“). Labis beleuchtet diesen Satz, der Frauen in eine passive Rolle drängt, und entwickelt in der Tonspur alternative sprachliche Modelle.

Foto: Sabrina Labis
Foto: Sabrina Labis

Die zweite Videoarbeit, die der Ausstellung ihren Titel „Miss Universe“ gibt, befasst sich mit einem historischen Schönheitswettbewerb von 1964. Hier thematisiert die Künstlerin die Reduzierung von Frauen auf Körpermaße und Äußerlichkeiten. Ergänzend dazu verbinden im Raum installierte Schärpen mit aufgestickten Sätzen die Inszenierung von Frauen mit der Thematik der Sternenkunde.

Sabrina Labis, 1990 in Zürich geboren, war Meisterschülerin an der Universität der Künste Berlin. Ihre Werke wurden bereits international, unter anderem im Centre Pompidou in Paris, gezeigt.

Die Ausstellung läuft vom 30. Januar bis zum 19. April 2026 in der Galerie in Alt-Mariendorf 43. Geöffnet ist sie dienstags bis sonntags von 13 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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