Gazette Verbrauchermagazin

Gegen Discounter-Überbauung

Bürgerinitiative setzt sich in der Gervinusstraße ein

Erschienen in Gazette Charlottenburg April 2021
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Protest in der Gervinusstraße: Die geplante Überbauung des Lidl-Supermarktes stößt bei den Anwohnern auf wenig Begeisterung. Die Bürgerinitiative sieht die Belastbarkeitsgrenze des Gebiets erreicht. Weitere 143 Wohnungen, die auf dem Discounter entstehen könnten, kann das Wohngebiet ihrer Auffassung nach nicht verkraften.

Schon jetzt ist die Gervinusstraße stark vom Verkehr betroffen, so dient sie auch als Entlastungsstraße für den Kurfürstendamm und die Kantstraße. Die Bürgerinitiative hatte bereits in den Vorjahren einige Erfolge zu verzeichnen. So wurden die Lieferzufahrten zum Discounter verlegt und Parkraumbewirtschaftung verhindert.

Die nach dem hessischen Historiker und Politiker Georg Gottfried Gervinus (1805 – 1871) benannte Wohnstraße bekam ihren Namen bereits 1907, als sie noch zur Stadt Charlottenburg gehörte. Gervinus war seiner Zeit voraus und wurde 1853 wegen der Veröffentlichung demokratischer Schriften wegen Hochverrats zu Festungshaft verurteilt. Allerdings wurde das Urteil schnell für nichtig erklärt. Er versuchte, sich von einer nationalstaatlichen Perspektive zu lösen um die Gesamtentwicklungen seiner Epoche zu betrachten. Damit war er eine Ausnahme unter den Wissenschaftlern seiner Zeit. Er gehörte zeitweise der Frankfurter Nationalversammlung an. Politisch war er nationalliberal und sah die Politik Bismarcks sehr kritisch.

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