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Von der Kö zur Koenigsallee

Die Künstlerin Elena Panknin erobert mit ihren Werken Berlin

Elena Panknin – energiegeladen wie ihre Werke. Foto: E. Panknin
Elena Panknin – energiegeladen wie ihre Werke. Foto: E. Panknin
Erschienen in Dahlem & Grunewald Journal April/Mai 2021

In Fachkreisen ist sie längst bekannt als anerkannte Künstlerin, die in ihren Gemälden den ihr eigenen Optimismus farbenfroh zu bannen und dem Betrachter empathisch zu vermitteln weiß: Elena Panknin war an der Kunstakademie Düsseldorf Meisterschülerin von Professor Siegfried Anzinger und begeistert inzwischen weltweit mit ihren Werken, die in ihrer Abstraktheit, gewürzt mit umwerfender Realität und neckischem Augenzwinkern, fesseln. Nun will die Malerin die Kunstszene in Berlin noch intensiver erreichen: Mit ihrer Familie hat sie nach Düsseldorf vor Kurzem Berlin-Grunewald zu ihrem neuen Wohn- und Wirkungsort erklärt und ist auf bestem Weg, die Hauptstadt mit ihren Arbeiten zu erobern.

Vom Kaukasus an die Kö

1978 in Grosny, der Hauptstadt der Kaukasusrepublik Tschetschenien, geboren, verlebte Elena mit ihrem älteren Bruder und ihren Eltern eine sorgenfreie Kindheit.

Der Vater hatte als Wissenschaftler die ersten Mikrowellen für das Land entwickelt, die Mutter war anerkannte Klavierlehrerin, von ihr hat Elena wohl das künstlerische Gen mitbekommen, tanzte schon früh Ballett und spielte Klavier. Ihre Familie war wohlhabend, durfte ins Ausland reisen. 1991 dann, flohen sie vor dem drohenden 1. Tschetschenienkrieg (1994-1996) nach Deutschland.

Nun wurde ein Container in Düsseldorf die Erstunterkunft für Elena und ihre Familie, die sich hier mit viel Energie erst wieder hocharbeiten musste: Elena half über Jobs couragiert mit, das anfangs magere Budget aufzubessern, meisterte dabei Realschule, Aufbaugymnasium und Fachabitur.

Disziplinierter Weg zur erfolgreichen Malerei

„Die Malerei hatte bis dahin in meinem Leben keine übergeordnete Rolle gespielt“, erklärt Elena heute. Fingerfertigkeit habe sie aber bereits mit der Makramee-Knüpftechnik bewiesen. Der Handarbeit war sie in ihrer tschetschenischen Heimat mit Begeisterung nachgegangen.

Die Liebe zu Handarbeit und Gestaltung ist es dann schließlich, die sie an die Modeschule Düsseldorf führt, wo sie 2003 ihren Abschluss in Modedesign macht. Doch sie merkt bald: „In der Mode ist man nicht frei, ganz anders als in der Kunst.“ Diese Freiheit zu finden, bleibt ihr Ziel.

Doch erst einmal wird sie Mama; bekommt ein Zwillingspärchen – heute 14-jährig – das sie die nächsten Jahre auf Trab halten, aber ihr auch den Zugang zur Malerei eröffnen wird.

Elena Panknin erinnert sich: „Die ersten vier Jahre habe ich kaum noch geschlafen.“ Zur eigenen Entspannung und doch voller Schaffensdrang beginnt sie zu malen, für ihre Söhne und mit ihnen. Darin findet sie die Freiheit, sich auszudrücken. Eine Freundin, die in Düsseldorf eine private Kunstschule für Kleinkinder betreibt, erkennt schnell Elenas Talent und rät ihr zum Besuch der Kunstakademie.

Elena wird Gasthörerin und fährt regelmäßig von Düsseldorf in die Kunstakademie nach Münster, wo sie an den kooperativen Strategien, Klasse Prof. Hohenbüchler, teilnimmt. Nachts arbeitet sie nun an zwei Kunstmappen, die ihr helfen sollen, das schwere Tor zur Kunstakademie ganz zu öffnen: Eine Mappe für die Kunstakademie Münster entsteht, die andere für die Kunstakademie Düsseldorf, denn sie bewirbt sich parallel an beiden Kunstakademien. Elena erklärt: „Am Tag war ich für die Familie da, nachts habe ich meinen Traum und die Freiheit gelebt, zu malen.“

2012 wird sie von der renommierten Kunstakademie Düsseldorf angenommen, wechselt dort als eine der vielversprechendsten Studierenden in die Klasse von Prof. Tal R und kommt in die Klasse von Prof. Anzinger, Mitbegründer der „Neuen Wilden“. Als seine Meisterschülerin macht Elena 2017 ihren Abschluss und erhält ein Jahr später den Kunstförderpreis der Stadt Eschweiler.

„An der Kunstakademie Düsseldorf habe ich auch gelernt, mit Kritik klarzukommen und daraus Nutzen zu ziehen“, erklärt die Künstlerin heute.

Werke voller Optimismus

Von ihrer künstlerischen Arbeit leben zu können, wird für Elena Panknin ein wichtiges Ziel.

Nach dem Studium organisiert sie neben der Malerei schon bald lebendige und exquisite Künstlerevents. Sie weiß, einflussreiche Klientel zu erreichen. Erfolgreiche Charity-Veranstaltungen, soziale Projekte folgen, u. a. sammelt sie 70.000 Euro für die Wünsch-Dir-was-Aktion „Herzenswünsche erfüllen“. Schließlich führt sie auch noch die Galerie gegenüber der Düsseldorfer Kunstakademie. „Plötzlich fehlte mir die Kraft, um selbst zu malen“, verrät sie. Doch sie lässt sich in Düsseldorf managen und findet wieder zu ihrer Mal-Leidenschaft zurück, reduziert andere Aufgaben.

Längst werden ihre Arbeiten im Tokyo Metropolitan Art Museum, in New York, Paris, Riga und Köln ausgestellt, sie arbeitete für Breuninger und die Tour de France. Ihre Werke wurden in Düsseldorf im Rahmen einer umfangreichen Ausstellung der Deutschen Bank gezeigt. – Eine weitere Ausstellung von Elenas Werken plant die Deutsche Bank für dieses Frühjahr nun in Berlin. Pandemiebedingt steht der genaue Zeitpunkt noch nicht genau fest. Auch im Löwenpalais in Berlin-Grunewald wird man bald Elena Panknins farbenfrohe und manchmal zum Schmunzeln anregende Bilder in Öl und Acryl betrachten können.

Bilder, die so optimistisch und fröhlich sind wie ihre Malerin selbst. Die betont: „Ich denke immer positiv, genieße jede Lebensminute. Jedes Bild trägt meine Energie. Diese gute Energie und den Optimismus will ich in meinen Werken vermitteln.“ – In diesen Tagen eine besonders wichtige Mission.

Dabei bleibt Elena Panknin als Künstlerin nicht stehen, sondern will stets Neues entdecken, weiterkommen, aus ihrer Seele heraus vielfältig und frei malen: So strahlen ihre Porträts aus den Augen der Dargestellten ebenso intensiv, wie ihre Blumengemälde die Vielfalt der Natur einfangen und die tiefe Naturliebe der Malerin ungefiltert widerspiegeln. Und dann ist da Elenas Humor, unverzichtbare Würze ihrer Werke: So hat sie das Schwein in jedem Menschen ebenso heiter dargestellt wie die Batman-Frau, die neben ihrer engelhaften Weiblichkeit ein gehöriges Maß an Willenskraft und Stärke in sich trägt. – Auch hier sind Ähnlichkeiten mit der Malerin durchaus beabsichtigt und nicht frei erfunden.

Was Elena Panknin besonders berührt? Die Antwort kommt schnell: „ Wenn ich bei meiner Ausstellung eine Putzfrau, die dort sauber macht, vor einem meiner Werke stehenbleiben und auflachen sehe. Oder wenn dem Auftraggeber eines Porträts seiner verstorbenen Frau beim Anblick des fertigen Gemäldes die Tränen kommen.“

– Die Menschen mit ihren Werken bewegen und froh machen – ein Ziel, das Elena Panknin auch zukünftig erreichen will.

Weitere Informationen zur Künstlerin und Werk unter www.elena-panknin.de

Jacqueline Lorenz

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