Ratgeber
Black Friday, Cyber Monday & Co
Wie Verbraucher echte Schnäppchen erkennen und Fehlkäufe vermeiden
19.10.2026: Black Friday, Singles Day und Cyber Monday: Die Schnäppchenwerbung im Handel beginnt immer früher. Schon Wochen vorher werben Online-Shops mit Rabatten und Sonderangeboten. Doch nicht jedes Angebot ist tatsächlich günstig. Wer sich von großen Prozentzahlen und zeitlich begrenzten Aktionen nicht unter Druck setzen lässt, kann Fehlkäufe vermeiden und Preise besser einschätzen. „Hohe Rabatte klingen verlockend, sagen aber allein noch nichts darüber aus, ob ein Angebot wirklich günstig ist“, sagt Iwona Husemann, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale NRW. „Ein Preisvergleich und ein Blick auf Anbieter sind gerade bei besonders günstigen Angeboten wichtig.“ Das sind ihre Tipps für den Online-Einkauf an Rabatttagen:
Nicht von hohen Rabatten blenden lassen
50, 70 oder sogar 80 Prozent Rabatt: Solche Angaben fallen in der Werbung rund um Black Friday besonders ins Auge. Entscheidend ist aber, von welchem Preis der Rabatt berechnet wird. Viele der Sparpreise beruhen auf einem Vergleich mit der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. Die UVP ist nicht mit dem üblichen Handelspreis gleichzusetzen. Verbraucher sollten deshalb nicht nur auf die Prozentzahl schauen, sondern Preise bereits vor der Rabattaktion beobachten. Manche Anbieter zeigen einen Preisverlauf der letzten 30 Tage an. So lässt sich besser einschätzen, ob ein Angebot tatsächlich günstiger ist als zuvor.
Preise vergleichen
Heruntertickende Uhren oder Balken, die angeblich immer kleiner werdende Lagerbestände anzeigen, sollen den Eindruck vermitteln, dass schnelles Handeln gefragt ist. Davon sollten sich Verbraucher nicht aus der Ruhe bringen lassen. Oft gibt es das gleiche oder ein ähnliches Produkt auch bei einem anderen Anbieter, möglicherweise sogar zu einem günstigeren Preis. Es lohnt sich daher, vor dem Kauf die Preise verschiedener Shops zu vergleichen. Preissuchmaschinen können dabei helfen. Wichtig ist, nicht nur auf die angegebene Rabatthöhe zu schauen, sondern den tatsächlichen Verkaufspreis inklusive möglicher Versandkosten zu vergleichen.
Fakeshops erkennen
Auch über Rabatt-Aktionen besteht die Gefahr, einen Fakeshop für einen seriösen Online-Shop zu halten. Fakeshops sind oft schwer zu erkennen, da sie real existierenden Websites sehr ähnlichsehen. Wer unsicher ist, ob es sich um einen echten Shop handelt, kann den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale NRW nutzen. Dafür muss man die Internetadresse des jeweiligen Shops in das kostenlose Tool eingeben. Der Fakeshop-Finder prüft verschiedene Merkmale und gibt eine Einschätzung zur Seriosität des Anbieters. Wichtig: Wenn möglich, sollten sichere Zahlungsarten wie Rechnung oder Lastschrift gewählt werden. Ist ausschließlich Vorkasse möglich, sollten Verbraucher besonders skeptisch sein.
Spuren im Netz verwischen
Online-Shops können ihre Preise und Angebote regelmäßig verändern. Welche Ware zu welchem Preis angezeigt wird, kann unter anderem von der Tageszeit, dem Surfverhalten der Käufer, ihrem Wohnort oder ihrem verwendeten Endgerät beeinflusst werden. Es empfiehlt sich daher, möglichst anonym im Netz zu shoppen. Das klappt zum Beispiel, wenn Drittanbieter-Cookies ausgesperrt, Cookies regelmäßig gelöscht werden und ein Virtual Private Network (sog. VPN-Tunnel) genutzt wird.
Widerrufsrecht beachten
Wer nach einem Kauf feststellt, dass das Produkt doch nicht so günstig war wie gedacht und eine Stornierung nicht mehr möglich ist, kann den Kauf in der Regel widerrufen. Das Widerrufsrecht ist bei einem Onlinekauf bis auf wenige Ausnahmen ohne Angabe von Gründen innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware möglich. Allerdings können hierfür Rücksendekosten anfallen. Die jeweiligen Vorgaben des Händlers sollten daher vor dem Kauf geprüft werden.