23.10.2026: Plötzliche Wolkenbrüche überlasten die Kanalisation und können Keller volllaufen lassen. Wenn in kürzester Zeit enorme Wassermengen niedergehen, stoßen versiegelte Flächen sofort an ihre Grenzen. Doch Eigenheimbesitzer und Gartenfreunde können selbst vorsorgen: Nach dem Vorbild der Schwammstadt lässt sich auch das private Grundstück so gestalten, dass es Niederschläge wie ein Puffer aufnimmt und schadlos versickern lässt.

Christian Ninotta, Experte für Regenwasserbewirtschaftung bei der Verbraucherzentrale NRW, empfiehlt Eigentümern, verschiedene Maßnahmen miteinander zu kombinieren, um Überflutungen am Gebäude zu verhindern. Die klassische Regentonne sei zwar ein unkomplizierter Einstieg, um Gießwasser zu sammeln, stoße bei extremen Niederschlägen jedoch binnen Minuten an ihr Limit.

Wesentlich effektiver ist es, das Wasser auf breiter Fläche im Boden zu halten. Wo versiegelte Pflasterflächen auf Wegen oder Zufahrten nicht zwingend nötig sind, schafft eine Entsiegelung Raum für aufnahmefähige Grünzonen. Flache Geländemulden fangen oberflächlich abfließendes Wasser vorübergehend auf und geben dem Boden Zeit, es schrittweise aufzunehmen. Auch begrünte Dächer auf Garagen oder Schuppen puffern Regenmengen spürbar ab. Für größere Volumina bieten sich unterirdische Zisternen an, deren Inhalt sich später für die Gartenbewässerung oder den Haushalt verwenden lässt.

Wer weiterhin auf Regentonnen setzt, sollte auf Details achten: Wegen des hohen Gewichts im gefüllten Zustand gehört der Behälter auf einen stabilen, ebenen Grund. Ein Regensammler am Fallrohr leitet das Wasser gezielt ein und filtert Laub heraus. Ein fest schließender Deckel verhindert zudem, dass sich Mücken und Algen ansiedeln. Entscheidend für den Hochwasserschutz ist zudem die regelmäßige Nutzung des Inhalts – nur eine geleerte Tonne bietet beim nächsten Gewitter wieder ausreichend Puffer. Vor dem ersten Frost muss sie vollständig entleert werden.

Für den Anfang muss niemand das gesamte Grundstück umkrempeln. Oft reicht es, beim nächsten kräftigen Guss aufmerksam zu beobachten: Wo bahnt sich das Wasser seinen Weg, wo staut es sich gefährlich und an welchen Stellen bietet der Garten Platz zum Versickern? Mit diesen Erkenntnissen lässt sich die eigene Parzelle Schritt für Schritt wetterfest machen.