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Berlin

20 Jahre Schüler:innenUni Nachhaltigkeit + Klimaschutz

Lehren und Lernen für eine zukunftsfähige Welt

Foto: Bernd Wannenmacher / FU Berlin
Foto: Bernd Wannenmacher / FU Berlin

01.10.2026: Seit nunmehr 20 Jahren öffnet sich der Campus der Freien Universität Berlin (FU Berlin) zweimal im Jahr mit seiner mehrfach ausgezeichneten Schüler:innenUni Nachhaltigkeit + Klimaschutz für 5. und 6. Klassen und Lehrkräfte. Mit der Jubiläumstagung „Bildung, die knistert“ und dem Mitmachprogramm für Schüler feierten Lehrende und Lernende im September diesen großen Erfolg. Mit seinen einwöchigen Mitmachprogrammen und Fortbildungen erreicht dieses besondere Uni-Format jedes Jahr rund 3.000 Schüler und 300 Lehrkräfte. Dabei wird von den Dozierenden in Workshops und Fortbildungen mit Herz und Verstand greif- und erlebbar vermittelt, wie die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 in Haus, Schule, Nachbarschaft und Stadt gestaltet und umgesetzt werden können, damit Berlin besser, grüner und sauberer wird. Im Jahr 2006 war die Schüler:innenUni erstmals im Rahmen einer internationalen Fachtagung zu Fragen der Energiewende als Pilotprojekt umgesetzt worden. Inzwischen hat sie sich daraus zum unverzichtbaren Bildungsformat Schüler:innenUni Nachhaltigkeit + Klimaschutz entwickelt, welches die FU Berlin zum zuverlässigen Lernort von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für Berliner Schulen etabliert hat. Unter ihrem Dach hat sich ein umfangreiches Bildungsnetzwerk mit über 120 Partnern aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft gebildet, das Kindern wichtige Zusammenhänge nachvollziehbar und spannend näherbringt, ganz nach dem Motto „Hereinspaziert in die Zukunft“.

Karola Braun-Wanke, Mitbegründerin und Initiatorin der Schüler:innenUni. Foto: Susanne Wehr
Karola Braun-Wanke, Mitbegründerin und Initiatorin der Schüler:innenUni. Foto: Susanne Wehr

Im Einsatz für Schüler:innen und Uni

Eine wichtige Mitinitiatorin der Schüler:innenUni war und ist bis heute die Wissenschaftlerin Karola Braun-Wanke, die seit 2010 als Projektleiterin, Koordinatorin und Dozentin an der Freien Universität Berlin tätig ist. Mit den Schwerpunkten im Bereich der transformativen Bildung und Wissenschaftskommunikation bringt die vielseitige Akteurin beste Voraussetzungen mit, inter- und transdisziplinäre Bildungsformate rund um besagte 17 Nachhaltigkeitsziele für Studierende und Lehrkrafte, aber eben auch Schulkinder zu konzipieren. Mit ihrem Team CAMPUS ZUKUNFTSBILDUNG ist die studierte Publizistin und Politwissenschaftlerin und zusätzlich ausgebildete Fachfrau für Kultur- und Medienmanagement am Fachbereich Geowissenschaften der FU Berlin angesiedelt. Energiegeladen hat sie die Nachhaltigkeitsinitiative SUSTAIN IT! an der FU Berlin mitgegründet und entwickelt und koordiniert in einem Team aus Studierenden und Mitarbeitenden transdisziplinäre Aktions- und Kunstformate der Bereiche Klima-, Natur-, Arten- und Ressourcenschutz. Im Studienbereich Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV) lehrt sie Nachhaltige Entwicklung.

Was Hänschen nicht lernt...

Zweimal jährlich dreht sich mit der Schüler:innenUni für jeweils etwa eine Woche alles um Themen einer nachhaltigen Entwicklung. Dazu öffnet die FU Berlin dann kostenfrei Hörsäle, Seminarräume, Labore, Solardächer, die Mensa und den Botanischen Garten für kleine „Studierende“ und macht Schülern und Lehrkräften im Klassenverband mit „Kopf, Herz & Hand“ in über 70 zwei- bis vierstündigen Workshops erlebbar, was eigentlich hinter den Begriffen der Nachhaltigkeit sowie des Klima- und Artenschutzes steckt.

Neugier und Kritikfähigkeit werden ganz nebenbei mitgeschult bei spannenden Experimenten rund um die erneuerbaren Energien, in Kunst- und Philosophieworkshops, Zukunftswerkstätten, Plan- und Rollenspielen sowie bei Exkursionen. Klima-, Ressourcen- und Artenschutz werden für junge Menschen dabei greif- und erfahrbar: Sowohl drinnen & draußen als auch analog & digital.

Mit den begleitenden Fortbildungen für Lehrkräfte werden diese fit gemacht für die Querschnittsaufgabe Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Motivierende Unterrichtskonzepte und Projekte werden dabei in der Praxis vorgestellt sowie grüne und außerschulische Lernorte und Bildungsakteure aus ganz Berlin aufgezeigt. Mit der Schüler:innenUni wird erfahrbar gemacht, dass die Krisen unserer Zeit mit Wissen, Fantasie, Kreativität und Teamgeist bewältigt werden können. Kinder werden ermutigt und in bereits jungen Jahren dazu befähigt, die Komplexität unserer Welt besser zu verstehen und Handlungsalternativen für eine bessere Zukunft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten.

Unterstützt wird das kostenfreie Format von den Klimaschutzpartnern des Landes Berlin, den Berliner Wasserbetrieben und der Berliner Stadtreinigung.

Save the Date: Die nächste Schüler:innenUni findet vom 15.03.2027 bis 19.03.2027 statt.

Kleine „Studierende“ – Weltrettende von morgen ? Foto: Bernd Wannenmacher / FU Berlin
Kleine „Studierende“ – Weltrettende von morgen? Foto: Bernd Wannenmacher / FU Berlin

Von der Idee zum nachhaltigen Erfolg

Doch wie kam Karola Braun-Wanke eigentlich vor 20 Jahren dazu, die Schüler:innenUni als Pilotprojekt zu starten? – Ihre Antwort: „Als Wissenschaftlerin war mir schon damals klar: Diese zukunftsrelevanten Debatten zu Fragen der Energiewende müssen wir auch für Kinder und Jugendliche öffnen.“ Ihre Recherchen an Berliner Schulen zeigten dann schnell, dass Lehrkräfte zwar ein prinzipielles Interesse an Energie- und Nachhaltigkeitsthemen hatten, aber oft fachliche Grundlagen und didaktische Zusammenhänge fehlten. „Genau da wollte ich ansetzen“, erinnert sich Initiatorin Braun-Wanke. Und so steht die Schüler:innenUni auch nach 20 Jahren für eine transformative Bildung, die Themen wie Klima- und Ressourcenschutz sowie Gerechtigkeitsfragen in den Mittelpunkt rückt. Mit allen Sinnen vermittelt dieses Format jungen Menschen, wie sie mithilfe von Wissen und Kreativität ein klimafreundliches gerechtes Leben mit der Natur gestalten können. Mittlerweile haben über 50.000 Schüler und Schülerinnen sowie 4.500 Lehrkräfte dieses besondere Uniangebot wahrgenommen. – Dass dieses Format über 20 Jahre so erfolgreich weiterentwickelt werden konnte, ist laut Braun-Wanke nicht nur kontinuierlich ideeller und finanzieller Unterstützung zu verdanken: Besonders wichtig für das Gelingen ist bis heute die bleibende innere Überzeugung und Motivation sowie ein langer Atem für die Sache an sich. – All das bringt die Initiatorin deutlich spürbar in hohem Maße mit und wirkt damit „positiv ansteckend“. Ihr Gedanke, die Universität als Lernort für Nachhaltigkeit für Schulen zu öffnen, fand als bildungspolitisches Novum bereits vor 20 Jahren großen Anklang – sowohl bei Bundesumweltministerium und renommierten Klimawissenschaftlern wie bei der Hochschulleitung selbst. Fördernd traten so bald auch der Berliner Senat und die Europäische Kommission für diese großartige Idee ein. Die Schüler:innenUni erfreut sich bis heute großer Akzeptanz. Dabei ruhen sich die Macher keineswegs auf Erfolgslorbeeren aus, wie Karola Braun-Wanke betont: „Denn wir verstehen uns als lernendes Projekt, das sein Programm inhaltlich und methodisch ständig an die Herausforderungen der Lehrkräfte anpasst.“

Damit schafft die Schüler:innenUni auch einen echten Mehrwert für die Universität selbst: Zeigte sie doch bereits zu Projektbeginn während der dreijährigen Forschungs- und Entwicklungsphase fruchtbare Zusammenarbeit mit fünf europäischen Universitäten.

Zukunftsfähig: Blühende Wiese vor der Mensa der FU Berlin. Foto: Bernd Wannenmacher / FU Berlin
Zukunftsfähig: Blühende Wiese vor der Mensa der FU Berlin. Foto: Bernd Wannenmacher / FU Berlin

Gelebte Nachhaltigkeit für Zukunftsfähigkeit

Inzwischen präsentiert sich die FU Berlin mit ihrem kostenfreien Schüleruni-Programm für Kinder als inspirierender Lernort und ist längst deutliches Vorbild in Sachen Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.- Nachwuchsförderung, die vor Spannung knistert, trägt hier zur Erfüllung der zwischen Berliner Senat und Hochschule vereinbarten Klimaschutzziele bei und sorgt außerdem dafür, dass Lehramtsstudierende als wichtige Multiplikatoren zur Bildung nachhaltiger Entwicklung beitragen, indem sie für die Schüler:innenUni Workshops mitentwickeln und diese in die Praxis umsetzen. – Unverzichtbar für die Glaubwürdigkeit des Nachhaltigkeitsgedankens der FU Berlin: Hat diese doch mit ihrem gerade veröffentlichten aktuellen Nachhaltigkeitsbericht einen Überblick über aktuelle Aktivitäten gegeben und ein Nachhaltigkeitsprogramm für die kommenden drei Jahre vorgestellt: Dazu gehört u. a. der in diesem Jahr eingerichtete interne Klimaschutzfonds, mit dem neue Ideen und Initiativen von Universitätsmitgliedern sowie klimafreundliche und biodiversitätsfördernde Maßnahmen für Gebäude und Campus der FU Berlin finanziert werden können.

Denn „Nachhaltigkeit ist eine Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit“, betont Prof. Dr. Dr. h. c. Günter M. Ziegler, Präsident der FU Berlin. Die Grundlagen dazu wurden früh gelegt, schon 2001 führte die FU Berlin ein betriebliches, inzwischen EMAS-zertifiziertes Energiemanagement ein, womit sie ihren Energieverbrauch um immerhin 32 Prozent verringern konnte. Und auch die Nachhaltigkeitsinitiative SUSTAIN IT! arbeitet seit 15 Jahren mit ihren Erfolgs-Projekten wie UniGardening, FudSharing und Sustainability Days an der Zukunftsfähigkeit. Damit ist eines klar: Mit ihren Aktivitäten, zu denen die Schüler:innenUni in erster Reihe zählt, wird die FU Berlin weiterhin verdeutlichen, dass Nachhaltigkeit alle Lehrenden, Lernenden und Studierenden sowie alle Bereiche und Ebenen der Universität angeht und nur gemeinsam bewältigt werden kann.

Weitere Informationen zum Nachhaltigkeitsprogramm unter www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2026/fup_26_105_biodiversitaet-klimaschutz-nachhaltigkeitsbericht/

Informationen und Kontakt zur Schüler:innenUni unter www.fu-berlin.de/sites/schueleruni/

Jacqueline Lorenz

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