03.11.2026: Wer in der Stadt etwas für die Natur tun möchte, braucht dafür keinen eigenen Garten. Das beweist der diesjährige Wettbewerb „Mein Balkon – eine blühende Naturoase“, zu dem das Umwelt- und Naturschutzamt Tempelhof-Schöneberg aufgerufen hatte. Nun stehen die drei Gewinnerinnen fest. Die prämierten Beiträge zeigen, wie sich selbst kleinste Außenflächen in wertvolle Biotope für Insekten und Vögel verwandeln lassen.

Den ersten Platz und ein Preisgeld von 300 Euro sicherte sich eine Bewerberin, die auf gerade einmal 1,9 Quadratmetern ein beachtliches Ökosystem geschaffen hat. Auf der Mini-Fläche wachsen knapp 40 verschiedene Pflanzenarten, die heimischen Insekten über das gesamte Jahr hinweg Nahrung bieten. Neben Nisthilfen, einem Meisenkasten und Wasserschalen setzt die Siegerin auf Kreislaufwirtschaft: Ein eigener Wurmturm verarbeitet Bioabfälle wie Kaffeesatz und Eierschalen zu nährstoffreichem Humus. Gleichzeitig liefert der Balkon frische Ernte – von Rucola und Tomaten bis hin zu Erdbeeren und Johannisbeeren.

Auch die Zweit- und Drittplatzierten überzeugten die Fachjury mit durchdachten Konzepten. Sie punkteten unter anderem mit gesammelten Totholzelementen, dem Auffangen von Regenwasser zur Bewässerung sowie gezielt eingerichteten Trinkstellen für Vögel und Bestäuber.

Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck hob die Bedeutung dieses privaten Engagements für das Stadtklima hervor: Es brauche keinen großen Garten, um aktiven Naturschutz zu betreiben. Wenn auf nicht einmal zwei Quadratmetern fast 40 Pflanzenarten blühen und eigene Nährstoffkreisläufe entstehen, mache dies die Stadt lebendiger und lebenswerter.

Interessierte, die sich Inspiration für den eigenen Balkon holen möchten, finden Porträts der prämierten Projekte auf der Internetseite des Umwelt- und Naturschutzamtes sowie auf den Social-Media-Kanälen des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg. Eine Fortsetzung des Wettbewerbs ist für das kommende Jahr geplant.