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40 Jahre Verein für Kultur und Geschichte in Wannsee e. V

Wannsee mit Kunst und Kultur niveauvoll entdecken

Verein für Kultur und Geschichte in Wannsee e. V.
Verein für Kultur und Geschichte in Wannsee e. V.
Erschienen in Gazette Zehlendorf Januar 2026

Als im Jahr 1985 der Verein für Kultur und Geschichte in Wannsee von geschichtsinteressierten Wannseer Bürgern gegründet wurde, ging es ihnen in erster Linie darum, Erinnerungskultur lebendig zu halten und Heimatgeschichte zu pflegen. Inzwischen – 40 Jahre weiter – konnte vor Kurzem das 200. Vereinsmitglied begrüßt werden. Längst hat sich der Verein weit über seine Bezirksgrenzen hinaus einen Namen gemacht, wenn es um die Erforschung Wannsees und Umgebung geht. Einen wahren Glücksgriff hat der Verein mit der Wahl seiner 1. Vorsitzenden Dr. Friederike Südmeyer gemacht: Die weltweit anerkannte Kunsthistorikerin, Stiftungs-Kuratorin und Kunstberaterin ist ebenso sicher wie erfolgreich in der Welt der Kunst und Kultur unterwegs und mit vielen namhaften Persönlichkeiten dieser Bereiche vernetzt. So füllt sie das seit 2008 von Hannelore Bolte mit viel Elan betriebene Amt der Vorsitzenden mit neuem Schwung und führt den Verein mit frischen Impulsen in eine neue Ära, in der Größen aus Kunst und Kultur die Vereinsklinke in die Hand nehmen. Hannelore Bolte – inzwischen Ehrenmitglied und der Wannseer Institution weiterhin verbunden – weiß die Vorsitzende dabei ebenso an ihrer Seite wie die weiteren Vereinsmitglieder, die alle mit viel „Spaß an der Freude“ dabei sind. Jeder hat seinen Handlungsbereich, bei regelmäßigen Vorstandstreffen wird in enger Abstimmung Hand in Hand gearbeitet. Sich selbst sieht die Kunsthistorikerin im Verein dabei als Scharnier zwischen alter und neuer Generation. „Denn ein gelungener Spagat zwischen den Generationen verbindet und hilft, gegenseitige Vorbehalte abzubauen“, weiß sie. So will der Verein auch zukünftig offen für alle Wannsee-Interessierten sein und wünscht sich Vorschläge und Anregungen von Jung und Alt.

Dr. Friederike Südmeyer
Dr. Friederike Südmeyer, Vereinsvorsitzende und Kunstexpertin. Foto: privat

Mit Liebe, Leidenschaft und Neugier für Wannsee

Friederike Südmeyer, die als Kunstberaterin in Führungen, Vorträgen und Workshops ihren Blick auf die Welt der Kunst vermittelt, will nun auch als Vorsitzende mit dem Kulturverein in Wannsee verstärkt jüngere Menschen ansprechen und ihnen die Augen für Erhaltenswertes vergangener Tage öffnen. – Können Jüngere doch aus den Berichten und Erzählungen von älteren Zeitzeugen, aber auch durch Besuche geschichtsträchtiger Bauten und den Austausch mit Kulturvermittelnden in ihrem Heimatbezirk Wannsee wertvolles historisches Wissen gewinnen und so bereits in jungen Jahren Gefühl für die Kultur und ihren Bezirk entwickeln. Viel Einfühlungsvermögen für diese Zielgruppe und diesen wichtigen Bildungsauftrag bringt Friederike Südmeyer nicht zuletzt aus ihrer Familie mit, in der sie ihre vier Töchter von früher Jugend an für das Kulturleben sensibilisiert hat. Für die Zukunft des Vereins setzt sie auf Hürdenabbau und Vernetzung der Generationen, die dadurch die Chance bekommen, die reiche Geschichte ihres Ortes Wannsee noch intensiver und nachhaltiger zu entdecken. Starke Triebfeder dafür ist ihre Liebe, Leidenschaft und Neugier für den Ort.

In Wannsee aufgewachsene und neuen Impulsen aufgeschlossene Zeitzeugen sind unverzichtbar, wenn es darum geht, jüngeren Bewohnern Wissen über diesen Ortsteil anschaulich zu vermitteln. Zunehmend finden jüngere Mitglieder den Weg zum Kulturverein, meist gewonnen über Bekannte und Freunde.

Liebermann-Villa
Liebermann-Villa

Niveauvolle Kultur direkt vor der Haustür

Vor neun Jahren zog die gebürtige Münchnerin Dr. Friederike Südmeyer, die vorher in München, Köln und Düsseldorf lebte, mit ihrer Familie nach Wannsee und ist bis heute begeistert, wie intensiv sich die Kunstszene in der Hauptstadt im Wandel befindet. „Es gibt hier so viel zu entdecken. Ich selbst profitiere davon“, schwärmt sie und meint damit nicht zuletzt Wannsee, wo niveauvolle und anspruchsvolle Kultur in vielfältigem Angebot direkt vor der Haustür zu finden sei. Der Ort fasziniert mit einem Facettenreichtum, der auch die dunkle Seite unserer Geschichte zeigt. Da ist einerseits leuchtende Landschaft und hellglitzerndes Wasser zu finden, andererseits aber auch düstere NS-Geschichte in der mahnenden Vergangenheit manch prachtvoller alter Wannsee-Villa aus der Koloniezeit zu entdecken. So erinnert die Liebermann-Villa in der Colomierstraße mit strahlenden Farben sowohl an die kraftvollen Schaffenstage des großen Impressionisten, als auch an seine Ächtung durch die Nationalsozialisten, die seine Frau Martha schließlich in den Tod trieben. Ganz in der Nähe am Sandwerder dann das Literarische Colloquium, Begenungsort für Literaten, und um die Ecke das Haus der Wannsee-Konferenz, heute Gedenk- und Bildungsstätte, in der am 20. Januar 1942 fünfzehn hochrangige Vertreter der SS, der NSDAP und verschiedener Ministerien die Kooperation bei der geplanten Deportation und Ermordung der europäischen Juden besprachen.

Haus der Wannsee-Konferenz
Haus der Wannsee-Konferenz

„Wannsee – eine Insel im tosenden Berlin“,

nannte Historiker und Publizist Prof. Michael Wolffsohn diesen vielseitigen Ortsteil bei einer im September vom Verein für Kultur und Geschichte Wannsee initiierten Veranstaltung mit ihm. Diese besonderen Veranstaltungen sind es, die für die neue Ära des Vereins stehen. Hochkarätige Protagonisten aus dem Kulturkreis um Dr. Friederike Südmeyer ermöglichen dem Verein nennenswerte Lesungen, Vorträge und vielfältige Veranstaltungen. – Und das an ausgesuchten Orten wie dem altehrwürdigen Segelclub VSaW am Großen Wannsee oder in der Kirche am Stölpchensee. Zu deren Gemeinde besteht eine enge Vernetzung; Pfarrerin Sapna Joshi ist Vereinsmitglied, bietet wertvolle Unterstützung und eine weit geöffnete Kirchentür für Vereinsveranstaltungen.

Literarisches Colloquium
Literarisches Colloquium

„Der Ort braucht, dass alle Wannseer Institutionen niederschwellig zusammenkommen“, betont Vorsitzende Südmeyer und arbeitet engagiert daran, Impulse zu nutzen. Außerdem ist sie engagiert dabei, in die facettenreiche Arbeit des Vereins neben Villa Liebermann, Literarischem Colloquium und Mutter Fourage auch überregionale wertvolle Institutionen wie beispielsweise das Barberini, die Berliner Nationalgalerie oder das Wörlitzer Gartenreich mit einzubeziehen.

„Es ist für mich das größte Geschenk, wenn durch meinen Beruf tolle Vorträge und Veranstaltungen mit dem Verein zustande kommen können“, verrät Friederike Südmeyer.

„Zu Gast bei...“

heißt das neuen Format des Verein für Kultur und Geschichte Wannsee e. V., in dessen Rahmen schützenswerte Wannseer Villen aus der Koloniezeit mit ihrer oft wechselvollen Geschichte vorgestellt werden. Gast war man bereits in der Villa Wild Am Sandwerder 1 und im einstigen Haus von Heinrich George in der Bismarckstraße 34 am Original­tresen des Schauspielers. – Geschichte zum Anfassen, die über die Kunst greifbar gemacht wird und den Blick öffnet.

Save the Date heißt es schon heute für einige der für 2026 geplanten öffentlichen Veranstaltungen des Kulturvereins, die bei freiem Eintritt im Segelclub VSaW am Großen Wannsee stattfinden:

Weitere Informationen, Termine und Kontakt zum Kulturverein über die sich in Aktualisierung befindende Webseite www.kulturverein-wannsee.de

<em>Jacqueline Lorenz</em>

Titelbild

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