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Hoffnung für Tiergehege Volkspark Jungfernheide

Landschaftspflegeverband Spandau als neuer Träger am Start

Foto: LPV Spandau
Foto: LPV Spandau
Erschienen in Gazette Charlottenburg September 2026

Noch ist es still auf dem im Volkspark Jungfernheide dicht am Parkeingang Heckerdamm 274 gelegenen Gehege und Streichelzoo der ehemaligen „Erlebniswelt Tier und Natur.“ Deren frühere gemeinnützige Träger der Jugendhilfe und Bildung, die ajb GmbH und abw gGmbH, hatten 2025 aufgegeben, weil sie in Kooperation mit dem Bezirksamt Charlottenburg die Kosten für Tierhaltung und anstehende Renovierungsarbeiten nicht mehr hatten aufbringen können. Sparpläne und Bürokratie zwangen ihre Projektarbeit mit Langzeitarbeitslosen und psychisch Beeinträchtigten nach 10 Jahren schließlich in die Knie und bedeuteten so das vorläufige Aus für die Erlebniswelt Tier und Natur. Die Tiere wurden auf andere Quartiere verteilt, zurück blieben enttäuschte Kinder, Natur- und Tierfreunde.

Doch nun ist der Landschaftspflegeverband Spandau e. V. als neuer gemeinnütziger Träger am Start, der die Liegenschaft der ehemaligen „Erlebniswelt Tier und Natur“ übernimmt und das fröhliche Geschnatter und Geblöke auf das Gelände zurückbringen will: Am 30. Juli 2026 unterschrieben Thomas Hartl, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverband Spandau e. V. (LPV Spandau), und Bezirksstadtrat Simon Hertel den neuen Nutzungsvertrag für das Gelände.

Thomas Hartl und Simon Hertel
Thomas Hartl, Geschäftsführer LPV Spandau e. V. (l.) , und Bezirksstadtrat Simon Hertel bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: BACW

Gute Aussicht für Wiederbelebung von Streichelzoo und Tiergehege

Mit dem LPV Spandau steht ein mit Naturschutz und Umweltbildung ebenso erfahrener wie engagierter Träger am Start, der – beheimatet im nahen Gatow – beispielsweise mit seinem Einsatz in der Naturschutzstation Hahneberg als pädagogischer Mittler zwischen Natur und Mensch bereits bewiesen hat, wie Jung und Alt im Begegnungsort Natur erfolgreich an Naturschutz und Landschaftspflege herangeführt werden können. Außerdem zeigt der LPV, wie Tierhaltung mit Schafen, Ziegen und Hühnern sogar in der Großstadt funktioniert. In rund 350 jährlichen LPV-Veranstaltungen und mit der Naturschutzstation Hahneberg – eine der sieben Berliner Umweltstätten – an seiner Seite vermittelt er dieses Wissen praktisch und sozial verträglich.

Geschäftsführer Thomas Hartl blickt optimistisch in die Zukunft des heute noch verwaisten Geländes im Jungfernheider Volkspark und fasst als Wiedereröffnungstermin Frühjahr 2027 ins Auge. Er erklärt nach einem ersten fachlichen Treffen auf dem Gelände im Jungfernheidepark: „Das Außengelände sieht gut aus. Durchaus vorstellbar, hier wieder einen Streichelzoo bzw. Schafe, Ziegen und Gänse anzusiedeln. Als erster Schritt aber stehen für uns umfangreiche Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen der Gebäude an.“ Er selbst, staatlich geprüfter Natur- und Landschaftsführer, lebt in Charlottenburg und ist seit vier Jahren beim Landschaftspflegeverband Spandau e. V. aktiv dabei. Mit den Bildungsformaten und Angeboten des Vereins, der berlinweit mit Kitas, Schulen, anderen freien Trägern und intensiv mit dem Ökowerk als Operationspartner im Austausch steht und tätig wird, sehen Hartl und Stadtrat Hertel gute Chancen, das Gelände im Jungfernheidepark zum gleichermaßen attraktiven und kostengünstigen Freizeit- wie auch ökologischen Bildungsort in Sachen Tier, Natur und Umwelt für Kinder und Jugendliche im Bezirk und Umgebung kontinuierlich weiterzuentwickeln. – Mit Raum für interaktive Begegnungen mit Tier und Natur, und nicht zuletzt zur Stärkung von Naturverbundenheit, ökologischem Wissen und Gemeinschaftssinn.

Schafe
Wie hier könnten auch im Jungfernheidepark bald wieder Schafe blöken. Foto: LPV Spandau

Landschaftspflegeverband Spandau e. V. – Mittler zwischen Mensch und Natur

Der Landschaftspflegeverband entstand 2004 auf Beschluss des Bezirksamt Spandau aus dem damaligen Umwelt- und Grünflächenamt, mit Spandauer Landwirten und Naturschützern. Heute zählt der gemeinnützige Verein rund 85 Mitglieder, darunter NABU, Firmen sowie Einzelpersonen. Die Mitgliedsgebühr für Einzelpersonen beträgt 36 Euro pro Jahr.

Der LPV Spandau agiert als Verein für praktizierenden Naturschutz, zum Erhalt traditioneller Kulturlandschaften sowie für das Naturerleben im Berliner Stadtgebiet und im Umland. Die vier Säulen des Verbandes sind Landschaftspflege, Umweltbildung, Beratung und Natur im Garten. Damit setzt er sich sowohl für den Schutz der Kulturlandschaft und der Lebensräume heimischer Pflanzen und Tiere, als auch für einen ökologisch wertvollen Hausgarten ein, und holt aktive Landwirte mit ihrer Erfahrung ins Verbandsboot. Darüber hinaus bietet der LPV hochwertige Bildung mit Fokus auf den globalen Klimawandel und die Übernutzung natürlicher Ressourcen sowie auf den Verlust biologischer Vielfalt. Er thematisiert über Veranstaltungen und Projekte im Kontext der 17 globalen Entwicklungsziele der UN (SDG) und inter- und intragenerationellen Gerechtigkeit die Gebiete Ressourcenschonung, Zukunftsfähigkeit, lokales und globales Wirtschaften und Partizipation ebenso wie Lebensstil und Ethik.

Weitere Informationen zu Verband und Mitgliedschaft unter www.lpv-spandau.de. Wer die Arbeit des Verbands und damit auch Zukunft und Nachfolgeprojekt der ehemaligen „Erlebniswelt Tier und Natur“ fördern möchte, kann dies über Spenden an den Verband: Spendenkonto des LBV Spandau e. V. IBAN: DE55 4306 0967 1288 6910 00

Jacqueline Lorenz

Titelbild

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