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Charlottenburg

Ida Gerhardi im Käthe-Kollwitz-Museum

Ausstellung zeigt das fast vergessene Werk der Malerin

Ida Gerhardi, Tanzbild IV, um 1905, Privatsammlung.
Ida Gerhardi, Tanzbild IV, um 1905, Privatsammlung.

21.08.2026: Das Käthe-Kollwitz-Museum im Theaterbau am Schloss Charlottenburg, Spandauer Damm 10, widmet seine neue Sonderausstellung einer Künstlerin, deren Name heute kaum noch ein Begriff ist, obwohl sie zu Lebzeiten eine feste Größe in der europäischen Kunstszene war. Unter dem Titel „Ida Gerhardi – Und alles tanzte“ rückt das Museum das Schaffen der Malerin in den Fokus.

Allein im Nachtleben

Ida Gerhardi (1862–1927) zog im Jahr 1891 nach Paris, wo sie sich als Porträtistin und Netzwerkerin etablierte. Sie war Mitglied der Berliner Secession und Mitbegründerin des Deutschen Lyceum-Clubs. Ungewöhnlich für eine Frau der damaligen Zeit, bewegte sich Gerhardi ab 1903 allein im Pariser Nachtleben. Sie besuchte Tanzlokale und Cafés, um die dortigen Szenen in expressiven Bildern festzuhalten – ein Sujet, das vor ihr kaum eine Malerin aufgegriffen hatte.

Freundschaft im Nachtleben

Die Verbindung zum Ausstellungsort in Charlottenburg liegt in einer persönlichen Geschichte begründet: Während eines zweimonatigen Paris-Aufenthalts im Jahr 1904 begleitete Käthe Kollwitz die Kollegin zusammen mit dem Kunsthändler Wilhelm Uhde durch die Kneipen und Spelunken der Metropole. Aus diesen Begegnungen entstand eine enge Freundschaft, die die beiden Frauen über die Distanz hinweg pflegten. Auch künstlerisch zeigten sich Parallelen, insbesondere in ihren Selbstbildnissen, die nun in der Ausstellung gegenübergestellt werden.

Langjähriges Vorhaben

Für das Charlottenburger Museum geht mit der Schau ein langjähriges Vorhaben in Erfüllung. Zwei frühere Versuche, die Ausstellung noch am alten Standort des Museums zu zeigen, scheiterten an der Corona-Pandemie. Nach dem Umzug in den Theaterbau am Spandauer Damm und dem Abschluss der Bauarbeiten kann die Präsentation nun realisiert werden. Es ist die erste Berliner Einzelausstellung der Künstlerin seit 25 Jahren. Damals hatte sich das mittlerweile aufgelöste Verborgene Museum ihrem Werk gewidmet.

Eröffnung am 29. August

Gezeigt werden rund 40 Gemälde und Zeichnungen, die schwerpunktmäßig aus Gerhardis Pariser Zeit um 1905 stammen. Die Ausstellung wird am Samstag, 29. August 2026, um 17 Uhr eröffnet. Besucherinnen und Besucher können die Werke vom 30. August bis zum 1. November 2026 besichtigen. Ein Begleitheft kann erworben werden.

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