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Charlottenburg-Wilmersdorf

Bezirksgeschichte entdecken

Der Tag des offenen Denkmals am 12. und 13. September

Renaissance-Theater
Renaissance-Theater

13.08.2026: Einmal im Jahr öffnen sich Türen, die für die Öffentlichkeit meist verschlossen bleiben. Am zweiten Septemberwochenende lädt der bundesweite Tag des offenen Denkmals dazu ein, historische Orte neu zu entdecken. In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Auch in Charlottenburg-Wilmersdorf können Geschichtsinteressierte vieles erkunden. Einige Stationen im Bezirk konzentrieren sich auf Mobilität und Kultur, andere erzählen von den ländlichen Anfängen des Bezirks über moderne Großstadtarchitektur bis hin zu den prachtvollen Wohnsitzen prominenter Persönlichkeiten im Grunewald.

Wildnis und Eisenbahngeschichte

Das ehemalige Bahngelände am Westkreuz bietet eine Mischung aus unberührter Natur und Industriegeschichte. Ausgangspunkt einer historischen Spurensuche ist ein Gemälde der „Eisenbahnmeisterei Charlottenburg“ aus dem Jahr 1934. Der Rundgang führt zu den verborgenen Relikten des Geländes: Entdeckt werden können die Stützmauer des einstigen Rundlokschuppens, ein historischer Hektometerstein, alte Gleise im Pionierwäldchen sowie Ruinen und Prellböcke. Zudem wird erläutert, wie Teile dieses Areals als Denkmal geschützt und über einen erhöhten Weg als Erholungsfläche zugänglich gemacht werden sollen. Da der Weg durch eine Brache führt, sind festes Schuhwerk und Vorsicht erforderlich. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Führungen: Samstag um 15 Uhr und Sonntag um 10 Uhr. Treffpunkt: Vorplatz, Rönnestraße 28. Anmeldung: Telefonisch unter 030-868 70 86 54 (Anrufbeantworter).

Art déco im Renaissance-Theater

Erbaut in den Jahren 1901 bis 1902 als Vereinshaus, gestaltete der Architekt Oskar Kaufmann das Gebäude in der Knesebeckstraße 100 in den Jahren 1926/27 zum Renaissance-Theater um. Bis heute ist die Raumgestaltung im Stil des Art déco weitgehend erhalten. Wer sich für die bauliche Entwicklung und die Theatergeschichte interessiert, kann an einer der Führungen am Sonntag um 12 Uhr oder um 14 Uhr teilnehmen. Der Treffpunkt ist am Entenbrunnen vor dem Theater. Anmeldung erforderlich bei presse@renaissance-theater.de.

Parcours für Kinder und Jugendliche

Im Ackerbürgerhaus an der Wilmersdorfer Straße steht für Kinder und Jugendliche ein Parcours bereit.
Im Ackerbürgerhaus an der Wilmersdorfer Straße steht für Kinder und Jugendliche ein Parcours bereit.

An der Ecke Wilmersdorfer Straße und Haubachstraße steht eines der ältesten Gebäude des Bezirks. Das eingeschossige Ackerbürgerhaus an der heutigen Wilmersdorfer Straße 18 wurde um 1723 errichtet und überstand sowohl die Modernisierungswellen der Gründerzeit als auch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. An der Holzbalkenkonstruktion mit ihrer Lehm-Stroh-Ausfachung lässt sich die ursprüngliche Bauweise der Charlottenburger Altstadt nachvollziehen. Kinder und Jugendliche können das Denkmal bei einem ruhigen Parcours mit allen Sinnen – durch Hören, Riechen und Tasten – spielerisch entdecken. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag jeweils von 15.30 Uhr bis 19 Uhr.

Architektur im Grunewald

Mahnmal „Gleis 17“
Mahnmal „Gleis 17“

Die Villenkolonie Grunewald ist bekannt für ihre großzügigen Villen. Hinter den Fassaden verbergen sich oft bewegende Lebensgeschichten. Ein geführter Spaziergang widmet sich den Biografien berühmter früherer Bewohner wie dem Schriftsteller Lion Feuchtwanger, dem Politiker Walther Rathenau, dem Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau und dem Kritiker Alfred Kerr. Auch die Arbeit der Architekten dieser Villen wird thematisiert. Der Rundgang endet am S-Bahnhof Grunewald, wo das Mahnmal „Gleis 17“ an die Deportationen während des Nationalsozialismus erinnert. Führung: Samstag um 11 Uhr. Treffpunkt: Wird bei der Anmeldung unter petra.fritsche@magenta.de bekannt gegeben.

Der WOGA-Komplex

Der WOGA-Komplex an der Cicerostraße, erbaut 1932 nach Plänen des Architekten Erich Mendelsohn, gilt als Meilenstein der Berliner Moderne. Seit den 1980er-Jahren steht das Ensemble unter Denkmalschutz, Mitte der 1990er-Jahre wurde auch die zugehörige Tennisanlage einbezogen. Die Führungen am Wochenende beleuchten nicht nur die städtebauliche Bedeutung dieser Anlage, zu der auch das Gebäude der heutigen Schaubühne gehört. Diskutiert wird dabei auch die Frage, wie sich der Schutz eines solchen Denkmals im Spannungsfeld zwischen privaten Investoreninteressen und städtischer Politik behaupten kann. Führungen: Samstag und Sonntag, jeweils um 11 Uhr und um 15 Uhr. Treffpunkt: Cicerostraße 63 (hinter der Schaubühne).

Weitere Informationen und alle Angebote am Tag des offenen Denkmals unter denkmaltag.berlin.de.

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