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Charlottenburg-Wilmersdorf

Keine Teilnahme an Stadtbaumkampagne

Charlottenburg-Wilmersdorf geht eigene Wege

Stadtbäume - hier am Mierendorffplatz - sind für ein gutes Klima unverzichtbar.
Stadtbäume - hier am Mierendorffplatz - sind für ein gutes Klima unverzichtbar.

10.08.2026: Charlottenburg-Wilmersdorf geht bei der Begrünung seiner Straßen künftig eigene Wege. Das Bezirksamt hat beschlossen, sich nicht an der Berliner Stadtbaumkampagne 2027 zu beteiligen. Trotz des Ausstiegs sollen im Bezirk im kommenden Jahr genauso viele Bäume gepflanzt werden wie ursprünglich geplant – allerdings nach anderen Qualitätsstandards.

Baumscheibe und Schwammstadt

Der Konflikt dreht sich um das Volumen der sogenannten Baumscheiben. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt verlangt für die Kampagne, dass der Bezirk Standorte für 225 Bäume meldet, deren Baumscheiben im Schnitt sechs und maximal acht Kubikmeter groß sind. Für das Bezirksamt ist das deutlich zu wenig. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger verweist auf bundesweit anerkannte Richtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL). Demnach seien mindestens zwölf Kubikmeter notwendig, damit die Bäume langfristig gesund wachsen und im Sinne einer „Schwammstadt“ genügend Regenwasser aufnehmen können.

Budget verhindert Kompromiss

Der Bezirk hatte nach eigenen Angaben seit April versucht, eine Einigung zu erzielen. Um die größeren Baumscheiben zu realisieren, bot das Bezirksamt an, die Mehrkosten selbst zu tragen oder die dafür nötigen Mittel der Senatsverwaltung direkt bereitzustellen. Beide Vorschläge wurden jedoch abgelehnt. Die Senatsverwaltung begründete dies in einer Mitteilung vom Juli mit der Einhaltung des Kostenrahmens und dem Prinzip der Gleichbehandlung aller Berliner Bezirke. Für den Bezirk stellt dies einen Widerspruch zum Klimaanpassungsgesetz dar, das eine Baumpflege nach dem Stand der besten Praxis fordert.

Eigene Finanzierung

Konsequenzen für den Baumbestand im Bezirk soll der Ausstieg aus dem Landesprogramm jedoch nicht haben. Die geplanten 225 Neupflanzungen werden dennoch durchgeführt. Finanziert werden sie nicht über das Berliner Landesprogramm, sondern durch Bundesfördermittel, die der Bezirk eigenständig eingeworben hat. Auf diese Weise können die Bäume mit den vom Bezirk sinnvoll erachteten größeren Baumscheiben gepflanzt werden, was ihnen im städtischen Raum langfristig bessere Entwicklungsbedingungen sichern soll.

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