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Stummes Mahnmal im Gemeindepark

Kriegerdenkmal für die Toten beider Weltkriege

Erschienen in Lankwitz & Lichterfelde Ost Journal Juni/Juli 2026

Wer regelmäßig im Gemeindepark Lankwitz spazieren geht, kennt den steinernen Rundbau auf dem Hügel, der im Winter als Rodelbahn dient. Es ist das Kriegerdenkmal, ein stiller Zeuge der Geschichte. Entworfen wurde die Anlage von Fritz Freymüller, einem Architekten, der das Gesicht von Lankwitz und Lichterfelde maßgeblich mitgeprägt hat.

Eingeweiht wurde es als Krieger-Ehrenmal feierlich am 13. Juni 1926. Es war den im Ersten Weltkrieg gefallenen Bürgern aus Lankwitz gewidmet. Die Planung durch den damaligen Gemeindebaurat Freymüller begann bereits um 1920. Die Anlage aus Rüdersdorfer Kalkstein besteht aus einer Rundmauer mit Arkaden, in die Tafeln mit den Namen der Gefallenen eingelassen waren. Im Zentrum des Denkmals, das über eine Treppe erreichbar ist, steht eine große Kastanie, umgeben von einer steinernen Bank mit drei Stelen.

Im Zentrum des Denkmals flankieren drei Stehen eine Kastanie.
Im Zentrum des Denkmals flankieren drei Stehen eine Kastanie.

Die Gestaltung entsprach dem Zeitgeist der Weimarer Republik, in der das Gedenken an die Kriegsopfer oft mit einer heroischen Überhöhung verbunden war. So trug eine der Stelen die Inschrift „Im Ruhm der Taten leben tote Helden“. Eine andere zeigte eine Frau, die einen Pflug führt, was als Symbol für die Saat der Zukunft verstanden werden konnte, die aus dem Opfer der Gefallenen erwächst. Eine andere Deutung ist, dass an zivile Opfer und jene Frauen, die während des Krieges die Arbeit der Männer übernahmen, erinnert werden soll. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal den Gefallenen und Opfern beider Weltkriege gewidmet und über dem Eingang die Jahreszahlen des Beginns und Endes des Zweiten Weltkriegs ergänzt.

Zwischen den ganzen Bäumen kann man das Denkmal fast übersehen.
Zwischen den ganzen Bäumen kann man das Denkmal fast übersehen.

Der Schöpfer des Denkmals, Fritz Freymüller (1882 – 1950), war eine zentrale Figur in der Entwicklung des Bezirks. Ab 1912 leitete er als Gemeindebaurat das Bauamt in Lankwitz und trieb gemeinsam mit Bürgermeister Rudolf Beyendorff den Ausbau zur Gartenstadt voran. Nach der Gründung von Groß-Berlin wurde Freymüller 1921 der erste Stadtbaurat des neuen Bezirks Steglitz. Zahlreiche bekannte Bauten wie das Beethoven-Gymnasium, die Feuerwache Steglitz und das Stadion Lichterfelde stammen von ihm. Auch die Lilienthal-Gedenkstätte auf dem Fliegeberg in Lichterfelde wurde 1932 von Freymüller entworfen. Seine Karriere im öffentlichen Dienst endete 1933, als ihn die Nationalsozialisten aufgrund seiner liberalen Haltung aus dem Amt drängten.

Titelbild

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