Lankwitz & Lichterfelde Ost
Juni/Juli · Nr. 3/2026
Journal für Lankwitz und Lichterfelde Ost
100 Jahre stummes Mahnmal im Gemeindepark Kriegerdenkmal für die Toten beider Weltkriege GRATIS ZUM MITNEHMEN
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Stummes Mahnmal im Gemeindepark Kriegerdenkmal für die Toten beider Weltkriege
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er regelmäßig im Gemeindepark Lankwitz spazieren geht, kennt den steinernen Rundbau auf dem Hügel, der im Winter als Rodelbahn dient. Es ist das Kriegerdenkmal, ein stiller Zeuge der Geschichte. Entworfen wurde die Anlage von Fritz Freymüller, einem Architekten, der das Gesicht von Lankwitz und Lichterfelde maßgeblich mitgeprägt hat.
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Impressum
Lankwitz & Lichterfelde Ost Journal 15. Jahrgang
Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH Am Bürohochhaus 2-4, 14478 Potsdam ☎ 0331 / 37 97 34 50 Redaktion Karl-Heinz Christ · ☎ 0331 / 37 97 34 52 journal@gazette-berlin.de Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 / 630 26 88 Anzeigen Daniel Gottschalk, ☎ 030 / 323 38 54 d.gottschalk@gazette-berlin.de © Gazette Verbrauchermagazin GmbH Das Lankwitz & Lichterfelde Ost Journal erscheint alle zwei Monate am 1.2., 1.4., 1.6., 1.8., 1.10. und 1.12. eines Jahres. August/September Nr. 4/2026 Nächste Ausgabe Anzeigen-/Redaktionsschluss: 02.07.2026 Erscheinung: 01.08.2026
Eingeweiht wurde es als Krieger-Ehrenmal feierlich am 13. Juni 1926. Es war den im Ersten Weltkrieg gefallenen Bürgern aus Lankwitz gewidmet. Die Planung durch den damaligen Gemeindebaurat
Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Themenwünsche oder -vorschläge haben oder selbst etwas aus den Ortsteilen beitragen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anregungen. Haben Sie eine Ausgabe verpasst? Ältere Ausgaben finden Sie online unter www.gazette-berlin.de. Ihre Redaktion des Lankwitz & Lichterfelde Ost Journals
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Freymüller begann bereits um 1920. Die Anlage aus Rüdersdorfer Kalkstein besteht aus einer Rundmauer mit Arkaden,
in die Tafeln mit den Namen der Gefallenen eingelassen waren. Im Zentrum des Denkmals, das über eine Treppe erreichbar ist,
Im Zentrum des Denkmals flankieren drei Stehen eine Kastanie.
steht eine große Kastanie, umgeben von einer steinernen Bank mit drei Stelen. Die Gestaltung entsprach dem Zeitgeist der Weimarer Republik, in der das Gedenken an die Kriegsopfer oft mit einer heroischen Überhöhung verbunden war. So trug eine der Stelen die Inschrift „Im Ruhm der Taten leben tote Helden“. Eine andere zeigte eine Frau, die einen Pflug führt, was als Symbol für die Saat der Zukunft verstanden werden konnte, die aus dem Opfer der Gefallenen erwächst. Eine andere Deutung ist, dass an zivile Opfer und jene Frauen, die während des Krieges die Arbeit der Männer übernahmen, erinnert
Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal der Weltkriege gewidmet und über dem Eingang die Jahreszahlen des Beginns und Endes des Zweiten Weltkriegs ergänzt. Der Schöpfer des Denkmals, Fritz Freymüller (1882 – 1950), war eine zentrale Figur in der Entwicklung des Bezirks. Ab 1912 leitete er als Gemeindebaurat das Bauamt in Lankwitz und trieb gemeinsam mit Bürgermeister Rudolf Beyendorff den Ausbau zur Gartenstadt voran. Nach der Gründung von Groß-Berlin wurde Freymüller 1921 der erste Stadtbaurat des neuen Bezirks Steglitz. Zahlreiche bekannte Bauten wie das Beethoven-Gymnasium, die Auf 13 Tafeln stehen knapp 300 Namen von im Ersten Weltkrieg gefallenen Lankwitzern. Feuerwache Steglitz und das werden soll. Nach dem Zweiten Stadion Lichterfelde stammen Weltkrieg wurde das Denkmal von ihm. Auch die Lilienthalden Gefallenen und Opfern bei- Gedenkstätte auf dem Fliege Architekt Fritz Freymüller (1882 – 1950)
berg in Lichterfelde wurde 1932 von Freymüller entworfen. Seine Karriere im öffentlichen Dienst endete 1933, als ihn die Nationalsozialisten aufgrund seiner liberalen Haltung aus dem Amt drängten.� ◾
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„Paria“ in Lichterfelde
Grafik: Atelier Booth 17
Zwei Künstler widmen sich in der Villa Folke Bernadotte dem Leben am Rand der Gesellschaft
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er Begriff „Paria“ bezeichnet traditionell Ausgestoßene oder Außenseiter. Unter genau diesem prägnanten Titel eröffneten Paul Weigert und Maria Sophie Flavia Martius Ende April ihre neue gemeinsame Ausstellung. In der Villa Folke Bernadotte setzen sich die beiden Künstler abseits gängiger Normen mit dem Spannungsfeld auseinander, das entsteht, wenn die eigene individuelle Lebensrealität auf harte gesellschaftliche Erwartungen und Zuschreibungen trifft. Die kreativen Herangehensweisen der beiden könnten dabei kaum unterschiedlicher sein. Paul Weigert widmet sich in seiner Malerei dem ständigen Wechselspiel aus Kontrolle und bewusstem Kontrollverlust. Dafür experimentiert er mit verschiedensten Materialien, die er auf wechselnden Untergründen und Alltags-Objekten verarbeitet.
Maria Sophie Flavia Martius hingegen zieht sich für dieses Projekt bewusst aus dem virtuellen Raum zurück, in dem sie bisher vorwiegend gearbeitet hat. Ganz analog bringt sie mit Bleistift, Kohle und klassischen Farben skurrile Szenen auf die Leinwand, die vor allem durch einen feinen schwarzen Humor bestechen. Die Ausstellung „Paria“ läuft noch bis zum 9. Juli in den Räumen der Villa Folke Bernadotte am Jungfernstieg 19 in Lichterfelde. Regulär zu betrachten sind die Werke immer montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 15 Uhr bis 17 Uhr – entspannt parallel zum Betrieb des dortigen Nachbarschaftscafés. Wer zu diesen Zeiten verhindert ist, kann das Atelier für einen Besuch zudem vorab unter atelierbooth17@pfefferwerk.de kontaktieren und individuelle Termine vereinbaren.� ◾
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Wer schuf die Figur an der Musikschule? Auf den Spuren eines fast vergessenen Meisters
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n der letzten Ausgabe des Journals hatte die Redaktion um Hinweise zu der steinernen Figur im Garten der Musikschule Steglitz in der Grabertstraße gebeten. Der Lankwitzer Historiker Wolfgang Holtz hat das Geheimnis gelüftet: Die feine Signatur „AR“ auf dem Kunstwerk gehört zu August Rhades. Doch wer war dieser Mann? August Rhades, 1886 in Berlin geboren und 1979 dort gestorben, war ein hochproduktiver Bildhauer. Obwohl sein Name der breiten Öffentlichkeit heute kaum noch ein Begriff ist, galt er zu Lebzeiten vielen schlicht als der „Steglitzer“ oder „Lankwitzer Bildhauer“. Tatsächlich hat er in den 1920er- und 1930er- Jahren sowie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg deutliche Spuren im Bezirk hinterlassen. Am Gemeindehaus der Matthäuskirche in Steglitz lässt sich ein detailreiches Terrakot- das das biblische Gleichnis von ta-Relief von ihm bewundern, den klugen und törichten Jung GardinenAtelier • Dekorative Gardinen • Individuelle Beratung bei Ihnen zu Hause
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frauen darstellt. Auch in Lichterfelde ist Rhades präsent: Auf dem Gelände der ehemaligen Heeresfeuerwerkerschule am Gardeschützenweg steht das von ihm 1957 nachgeschöpfte Feuerwerkerdenkmal aus Kupferblech. Rhades war weit mehr als ein rein lokaler Künstler: Seine kunsthistorisch wohl bedeutendste Aufgabe war die Zusammenarbeit mit der weltberühmten Käthe Kollwitz. Nach ihren Gipsmodellen setzte er 1931 die Figurengruppe „Trauerndes Elternpaar“ aus hartem belgischem Granit um, wobei er maßgeblich für die Figur des Vaters verantwortlich zeichnete. Das Werk steht heute auf einem Soldatenfriedhof in Belgien. Nach dem Krieg war er zudem an prominenten Berliner Wahrzeichen beteiligt. So stammt historischen Dokumenten zufolge die monumentale Figur der „Mutter Heimat“ am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park aus seiner Hand. � ◾
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Artenreiche Stadtnatur statt Betongold
BUND argumentiert gegen naturvernichtende Bebauungspläne
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ut mit der S-Bahn erschlossene Grünflächen sollen nicht generell bebaut werden, sie dienen vielmehr in Zukunft als schnell erreichbares Erholungsgebiet für Menschen aus dem Stadtzentrum. Am Coca-Cola-Gelände beginnt eine Naherholungsverbindung zum Umland, die – richtig behandelt – zur Biotopverbindung werden kann. Wenn der Grünflächenanteil nicht proportional mit der Bevölkerung wächst, wird die Stadt unattraktiv und schwer regierbar werden“, gibt Dr. Achim Förster von der Bezirksgruppe Südwest BUND Berlin angesichts der drohenden Bebauung des rund 25.000 Quadratmeter großen Grundstücks der ehemaligen Coca-Cola-Zentrale an der Hildburghauser Straße nahe S-Bahnhof Osdorfer Straße (die GAZETTE berichtete) zu bedenken. Er, bekennender Umweltschützer und Wiederentdecker der Schwarzpappeln in Berlin, blickt auf eine über 50-jährige Geschichte im Naturschutz zurück und engagiert sich mit großer Fachkenntnis u. a. beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) noch immer unverändert aktiv in zahlreichen Naturschutzprojekten, ohne dabei den Blick auf eine lebenswerte Zukunft von Flora und Fauna zu verlieren. Über Jahre hat sich auf dem ungenutzten Areal in Lichter „Wäldchen“
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Map data © OpenStreetMap contributors
felde nach den harten Gesetzen eg tzw er der Natur anstatt nach Regeln ck n a Bl der Forstwirtschaft oder Landschaftsarchitektur auf bewaldeter Brache eine artenreiche Stadtnatur gebildet, die in der Hauptstadt ihresgleichen sucht. Doch mit der geplanten Bebauung könnte damit Schluss sein.
Flächensparende Bebauung, wenn überhaupt... Im Rahmen der Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz“ hatte im April der BUND-Berlin zum Vor-Ort-Termin an die Hildburghauser Straße gebeten, um anschaulich zu machen, welch Naturpotential hier bedroht ist, wenn das ca. 1,2 Hektar große Waldgrundstück nicht etwa mit sozial-verträglichem und
flächensparend gebautem Wohngeschossraum bebaut würde, sondern 50 LuxusReihenhäusern weichen sollte. Laut BUND steht eine Mehrheit der BVV Steglitz-Zehlendorf aus CDU, AfD und FDP sowie drei von sechs Bezirksamtsmitglieder inklusive zuständiger Stadtentwicklungsstadtrat Patrick Steinhoff hinter diesen Plänen. Dagegen plädieren Grüne, SPD und Linke, die auf bezahlbare Mietwohnungen statt auf Luxus setzen, für Geschosswohnungsbau mit Blockrandbebauung, um möglichst viel des Naturwaldes zu erhalten. Der Berliner Mieterverein sieht es überhaupt als „baupolitische Sünde“, unversiegelte Flächen anstatt bereits bebauter, brachliegender Flächen und leerstehender Gewerbeflächen zuzubauen. Der
Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal Investor sei laut SPD und BUND sei jedoch erst nach beschlossenem Bebauungsplan bereit, sich auf eine Diskussion einzulassen. – Seine Zusage bereits vor diesem Beschluss für eine zukünftige Gestaltung des Geländes im Sinne der Natur sowie Erholung und Abkühlung suchenden Menschen zu erreichen, dürfte nun oberstes Verhandlungsziel des Bezirks sein.
Grüne Flächen retten – Hitzeschutz tut Not Dr. Achim Förster macht indessen klar, dass jede Art von Bebauung auf diesem Areal einen Eingriff in die ungestörte und die behauptende Natur bedeutet und hebt den hohen Wert des Wäldchens hervor: So haben auf dem Gelände sich gegen schwierige Stadtbedingungen behauptete junge Bäume dank kräftiger Eltern(Samen)bäume in dichtem Robinienvorwald überlebt, ihre Wurzeln trotz erlittener Trockenheit durch festen Boden wachsen lassen und sich gegen andere Gehölze und krautige Pflanzen durchgesetzt. Sie überlebten nach den harten Gesetzen der Natur. Pilz- und
Insektenbefall ebenso wie den Verbiss von Tieren und tragen nun maßgeblich zur nächtlichen Abkühlungsrate bei. Auch eine artenreiche Fauna mit geschützten Arten konnte sich ungestört ausbreiten und ungestört heranwachsen: U.a. Zauneidechse, Bachstelze, Mönchsgrasmücke, verschiedene Meisenarten, der gefährdete Igel, Ringeltaube und Grünfink fühlen sich in dem Wäldchen wohl. Um dieses Biotop in seiner Weiterentwicklung nicht zu stören, bedarf es unbedingt der Verhinderung weiterer Flächenversiegelung.- Nicht zuletzt für ein verbessertes Stadtklima spielt das Wäldchen schon heute als Kaltluftentstehungsgebiet eine wichtige Rolle. – Angelegte und von Forstwirtschaft und Landschaftsarchitektur geprägte Grünflächen mit gezüchteten Pflanzen verlören hingegen diese Dynamik. – Kaum ein Gärtner würde wohl auf bebautem Areal – wie auf diesem sich gegen alle widrigen Klimaeinflüsse behaupteten CocaCola-Wäldchen gegeben – Laub, Zweige etc. austragen, um Unterschlupf für Nager und sogar Echsen zu schaffen. Und im Sommer fehlte auf gärtnergepflegter
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Dr. Achim Förster, Naturversteher, -fürsprecher und -schützer.
Grünfläche mit gedüngter aufgelockerter Erde das wichtige zu Humus zerfallende Totholz, um kühlende Feuchtigkeit zu speichern und dabei natürliche Nährstoffe freizusetzen. Ganz zu Schweigen von absinkendem Grundwasserspiegel infolge von Bebauung. – Unschätzbare Werte birgt dieses Lichterfelder Wäldchen also für unsere klimaresiliente Zukunft, die sich Investor und Bezirk VOR einer Bebauung verantwortungsbewusst vor Augen halten müssen. ◾ Jacqueline Lorenz
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Gesundheit Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal Historisches Foto der Dreifaltigkeitskirche.
120 Jahre Dreifaltigkeitskirche Bewegte Geschichte zwischen Kaiserzeit, kirchlichem Widerstand und Zerstörung
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er im Berliner Südwesten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kennt den Namen „Lankwitz Kirche“. An dem oft zitierten Knotenpunkt der vielbefahrenen Kreuzung steht die aus rotem Backstein und Rüdersdorfer Kalkstein erbaute evangelische Dreifaltigkeitskirche. Im Jahr 2026 feiert die Gemeinde den 120. Jahrestag der Einweihung – und blickt dabei auf mehr als ein Jahrhundert voller Kontraste zurück. Als am 11. Juni 1906 in Anwesenheit von Prinz August Wilhelm von Preußen die feierliche Eröffnung stattfand, bot sich den Lankwitzern ein völlig anderes Bild als heute. Das neugotische Gotteshaus stand damals noch inmitten von Getreidefeldern. Doch das einstige kleine Bauerndorf befand sich im radikalen Wandel zur modernen Garten So sah der Innenraum einst aus.
stadt. Die Bevölkerung wuchs rasant, die alte Dorfkirche war längst zu klein und der damalige Bürgermeister Beyendorff machte es sich zur Gewohnheit, auf sonntäglichen Spaziergängen den Baufortschritt der neuen, stolzen Gemeindekirche – geplant wurde das Gotteshauses vom Geheimen Regierungsrat Ludwig von Tiedemann in
Zusammenarbeit mit dem Königlichen Regierungsbaumeister Robert Leibnitz – persönlich zu überwachen. Ein Großteil der Kirchenausstattung stammte aus dem Harz: So kamen der Altar, die Kanzel, die Bestuhlung, Lesepult, Schnitzereien, Leuchter und mehr von der Anstalt für kirchliche Kunst aus Wernigerode. Eine
Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal Orgel der Firma Sauer sorgte seit 1906 für die schönen Klänge in der Kirche. Die ersten, bronzenen Glocken wurden im Ersten Weltkrieg als Metallspende geopfert. 1919 konnten drei neue Glocken eingeweiht werden. Für Aufsehen sorgte etwa ein Zwischenfall im Jahr 1919: Ein Postflugzeug kam der 55 Meter hohen Kirchturmspitze gefährlich nahe, Turm und Flugzeug wurden dabei beschädigt und es musste direkt neben der Kirche notlanden. Düster gestaltete sich das „Dritte Reich“, als der Nationalsozialismus auch das Lankwitzer Gemeindeleben spaltete. Es entbrannte ein tiefer Konflikt zwischen den regimetreuen „Deutschen Christen“ und der oppositionellen „Bekennenden Kirche“. Pfarrer Ehrich, der sich dem Regime widersetzte und mehrfach von der Gestapo verhört wurde, hielt seine Gottesdienste zeitweise in einem benachbarten Festsaal ab, wenn ihm der Zugang zu seiner Kirche verwehrt wurde. Der Zweite Weltkrieg hinterließ schließlich tiefe Wunden. In der Bombennacht vom 22. auf den 23. August 1943 wurde Lankwitz fast vollständig zerstört. Auch die Dreifaltigkeitskirche erlitt schwere Schäden. Während das Gebäude ab 1951 wieder für Gottesdienste genutzt werden konnte, ragte der Turm noch bis 1964 als stumpfe Ruine ohne Spitze in den Himmel. In der Nachkriegszeit wandelte sich die Kirche stetig weiter. Umstrittene Modernisierungen im Innenraum prägten die 1960er 11 11
Lankwitz Kirche – ein bekannter Treffpunkt.
Jahre, bevor in den 1980er-Jahren historische Elemente wie das alte hölzerne Taufbecken zurückkehrten. Auch strukturell tat sich einiges: Weil die Gemeinde immer weiter wuchs, wurde sie 1963 aufgeteilt, wodurch die benachbarten Gemeinden der Dorfkirche, Paul-Schneider und Dietrich-Bonhoeffer ihre Selbstständigkeit erhielten. Heute ist die Dreifaltigkeitskirche längst im 21. Jahrhundert angekommen. Sie öffnet ihre
Türen nicht nur für klassische und moderne Gottesdienste, sondern lädt auch zu Stille, Gebet und vielfältigen Konzerten ein. Zudem übernimmt die Gemeinde soziale Verantwortung im Kiez: Seit 2005 beherbergen die Räumlichkeiten das Projekt „Laib und Seele“, das wöchentlich Lebensmittel an Bedürftige ausgibt. Aus der Kirche im Getreidefeld ist ein unverzichtbarer Ankerpunkt mitten im Lankwitzer Zentrum geworden.� ◾
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Parkidylle und Prominenz
Führung über den Parkfriedhof Lichterfelde
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er Parkfriedhof Lichterfelde am Thuner Platz ist weit mehr als nur ein Ort der Trauer. Er ist eine grüne Oase und ein echtes Stück Berliner Stadtgeschichte. Wer die Vergangenheit des über 100 Jahre alten Geländes genauer kennenlernen möchte, hat dazu Anfang Juni bei einer fachkundigen Führung Gelegenheit. Zwischen 1908 und 1911 aufgrund akuter Friedhofsknappheit angelegt, besticht das Areal bis heute durch die landschaftliche Architektur seiner Planer. Eine tiefergelegte Hauptachse,
Die Plastik stellt Franz von Assisi dar.
eine von Gräbern freigehaltene Talwiese und dichte Rhododendrenhaine in den Waldteilen prägen das Bild. Dazwischen reihen sich architektonische Besonderheiten wie der Brun nentempel oder die 1910 errichtete Friedhofskapelle mit ihrer offenen Vorhalle ein. Wer heute aufmerksam über das Gelände spaziert, stößt unweigerlich auf große Namen der Zeitgeschichte. Auf dem einstigen Prominentenfriedhof ruhen unter anderem der Publizist Sebastian Haffner, Bischof Otto Dibelius und der letzte Reichskanzler der Weimarer Republik, Kurt von Schleicher. Gleichzeitig ist der Ort eine historische Mahnstätte: Nach mehreren Erweiterungen der Anlage fanden hier mehr als 2.100 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft,
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vorwiegend aus dem Zweiten Weltkrieg, ihre letzte Ruhe. Um diese vielschichtige Geschichte und Landschaftsarchitektur erlebbar zu machen, leitet der Historiker Dr. Andreas Splanemann am Donnerstag, dem 4. Juni 2026, einen rund zweistündigen Spaziergang über das Gelände. Treffpunkt ist um 15 Uhr direkt vor der Friedhofskapelle (Thuner Platz 2-4). Da die Gruppe auf maximal 20 Teilnehmer begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Interessenten können sich per E-Mail an berlin@volksbund. de, telefonisch unter der Rufnummer 030-2546 4134 oder per Fax an 030-2546 4138 registrie- Architektonische Besonderheit: Der Brunnentempel auf den Parkfriedhof Lichterfelde ren. Die Teilnahme ist kostenfrei, Für die Anreise empfiehlt sich ner Platz. Die Veranstalter raten Spenden werden gerne entge- die Fahrt mit den Buslinien 112 zudem, an wetterfeste Kleidung gengenommen. oder 188 bis zur Haltestelle Thu- zu denken.� ◾
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Deutsche Sprache lernen ohne Druck
Im Sprachcafé Gutshaus Lichterfelde ist jeder willkommen
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eutsch lernen – das kann so viel mehr sein als trockenes Vokabelbüffeln. Dies wissen die Organisatoren des Sprachcafé im Gutshaus Lichterfelde nur zu gut. Und da es nicht viele Möglichkeiten zum Sprachtraining für Ausländer gibt, bieten Joshua Hernández und Maike Loerzer vom Stadtteilzentrum Steglitz e. V. gemeinsam mit Sprachlehrerin Jessica und ganz viel Herzlichkeit seit vergangenem Herbst eine Möglichkeit mehr mit diesem besonderen Sprachtreff. – Ohne Druck und dafür mit viel Spaß hin zu mehr Sicherheit in der deutschen Sprache. Zu diesem kostenlosen und ohne Anmeldung nutzbaren Angebot im Gutshaus Lichterfelde, das jeden Donnerstag in der Zeit von 17-18.30 Uhr stattfindet, sind Menschen jeden Sprachniveaus, jeder Altersgruppe und aller Kulturen willkommen. Kinder können mitgebracht werden, in der Spielecke des Cafés finden sie u. a. Stifte und Papier. Deut Gemeinsam Spaß haben und Deutsch lernen: (v.l.n.r.) Sevda, Dauda, Joshua, Elena, Jessica, Mohsen und Tingting.� Foto: J. Lorenz
sche Muttersprachler können gern dazukommen, hier Interessantes erfahren und spannenden Einblick im Austausch mit anderen Kulturen erhalten. Das Sprachcafé ist als zeitlich unbegrenztes Projekt angelegt, in der Überzeugung, „dass wir die Welt verändern können“.
Gutshaus-Café dicht besetzt. Sonne fällt durch die Fenster. Auf der Terrasse mit Blick auf den Schlosspark Lichterfelde ist es noch zu kühl, um draußen zu sitzen. Das bleibt warmen Sommertagen vorbehalten. Fröhlich geht es unter den Sprachschülerinnen und -schülern zu, die ein buntes Mult-Kulti-Bild liefern: Da ist die strahlende Tingting aus Offen für alle... China, Dauda aus Guinea, der Auch an diesem Donnerstag- sich so gut auszudrücken weiß, nachmittag ist der Tisch im und da sind der zurückhaltende
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Lankwitz &Lichterfelde Ost Journal Mohsen aus dem Iran, Elena aus Russland, der man eine 15-jährige Tochter kaum glauben mag, sowie Sevda aus der Türkei, die für nur eine Stunde Sprachübungen den Weg von ihrem Tempelhofer Arbeitsplatz hierher nach Steglitz auf sich genommen hat. Tingting fand zum Sprachcafé über einen Flyer. Dauda wohnt in der Nähe und erfuhr so von dem Angebot. Und Mohsen machte ein Verwandter darauf aufmerksam. Sevda besuchte einen Kochkurs im Gutshaus und hörte so vom Sprachcafé. Sie alle werden von Joshua mit mexikanischem Temperament und viel Herzlichkeit in gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre des Gutshaus-Cafés begleitet. „Einem sehr deutschen Ort“, findet er. Die Aufgabe teilt er sich wöchentlich mit Maike Loerzer vom Stadtteilzentrum Steglitz.
...und alles Die Sprachthematik dieses Nachmittags gibt die fröhliche Jessica – gebürtige Deutsche, die eigentlich in der Personalentwicklung arbeitet – in ihrer Kursfunktion als ehrenamtliche Deutschlehrerin vor. Sie erklärt, fragt nach,
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Verschiedene Kulturen an einem Tisch.�
korrigiert hier und da behutsam. Fehler sind erlaubt, daraus lernt man. Gesprächsrunden, Spiele und Übungen wechseln sich in den Kursnachmittagen ab. An diesem Tag hat sie das Spiel „Tabu“ mitgebracht. Auf jeder Textkarte steht ein Schlüsselwort, das ein Spieler seinen Mitspielern beschreiben muss, ohne es direkt beim Namen zu nennen. Außerdem sind zu jedem Begriff drei weitere Tabu-Worte aufgeführt, die ebenfalls bei der Erklärung nicht verwendet werden dürfen. Wer den richtigen Begriff als Erster erkannt und benannt hat, erhält die jeweilige Karte. Gewinner ist schließ Morgensternstr. 27 12207 Berlin
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Foto: Stadtteilzentrum Steglitz e. V. Sprachcafé
lich, wer am meisten Karten bzw. Begriffe erraten hat. An diesem Nachmittag sind u. a. Begriffe wie Reise, Zukunft, aber auch Verkehr und Erinnerung zu erraten. Erstaunlich gut meistern die Sprachlernenden dies, finden geschickt Umschreibungen, die manchmal auch fröhliches Lachen auslösen, immer aber riesig Spaß machen. Locker finden alle darüber ins Gespräch, das dann auch noch den Begriff „Guthaus“ aufgreift. Was das Wort bedeutet? Tingting vermutet: „Weil hier Gutes geschieht.“ – Sie hat nicht Unrecht: Das Wort „Gut“ leitet sich aus dem althochdeutschen Wort „guot“ ab, das ursprünglich
Öffnungszeiten: Mo. geschlossen
Di.- Fr. 9.00 - 17.30 Uhr Sa. 8.00 - 13.00 Uhr
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„etwas, was gut ist“, aber auch „Besitz“ und „Eigentum“ bedeutete. Und so kommt man über die Geschichte des um 1780 errichteten Gutshaus Lichterfelde – auch als Carstenn-Schlösschen bekannt – an diesem Nachmittag unweigerlich auf das Thema Denkmalschutz zu sprechen: Man erfährt, dass es in Guinea keine Denkmalschutzbehörde gibt, jeder aber das Erbaute seiner Väter achtet und zu erhalten bemüht ist. Man lernt außerdem, dass es im Iran Denkmalschutz gibt, um das reiche kulturelle Erbe des Landes staatlich zu schützen, in den Bauten dabei häufig neueste Technik zu finden ist. Und, ja, auch in China gibt es geschützte Denkmäler, doch stehen nicht selten wirtschaftliche Interessen darüber und lassen
umfassende Umbauprojekte zu. Und das Wichtigste: Viele neue Vokabeln finden so beinahe zufällig ihren Weg in die Köpfe. Am Ende sind Joshua und Tinting Tabu-Könige. Kulturübergreifend läßt man sich noch den von der ehrenamtlichen Hobbykonditorin des Gutshaus-Cafés bereitgestellten exzellenten Mohn-Zitronenkuchen schmecken, genießt einen letzten Tee, dann geht’s heim: Mit neuem Sprachschatz, mehr Wissen über andere Kulturen und voller Vorfreude auf einen weiteren Nachmittag im Sprachcafé der nächsten Woche und auf vielleicht auch weitere Gästen, die Spannendes aus ihrem Herkunftsland zu erzählen wissen. Ansprechpartner für das Sprachcafé unter E-Mail loerzer@
Joshua Hernández und Maike Loerzer, Organisatoren des Sprachcafé.� Foto: � Stadtteilzentrum Steglitz e. V. Sprachcafé
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Der weibliche Körper im Mittelpunkt
Niina Lehtonen Braun erleuchtet weibliche Rollenbilder und medizinische Sichtweisen
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er weibliche Körper steht im Mittelpunkt der neuen Ausstellung in der Steglitzer Schwartzschen Villa. Unter dem Titel „My body is my studio“ präsentiert die finnische Künstlerin Niina Lehtonen Braun Werke, die sich mit Veränderungen wie den Wechseljahren, Geburten und Frauenkrankheiten auseinandersetzen. Lehtonen Braun nutzt für ihre Arbeiten ein breites Spektrum an Materialien. In der Ausstellung sind Tuschemalereien, Erzählcollagen und ein Animationsfilm zu sehen. Die Künstlerin verarbeitet darin nicht nur eigene Erlebnisse, sondern greift auf eine Sammlung von Geschichten, Anekdoten und Erinnerungen zurück, die sie von anderen Frauen zusammengetragen hat. So entsteht ein vielschichtiges Bild über Generationen hinweg, das Rollenerwartungen und das Selbstverständnis als Frau, Mutter oder Tochter hinterfragt. Ein zentraler Aspekt der Ausstellung ist die kritische Auseinandersetzung mit der Medizin. Lange Zeit orientierte sich die medizinische Forschung primär am männlichen Körper, während spezifisch weibliche Themen oft vernachlässigt wurden. Niina Lehtonen Braun möchte mit ihren Kunstwerken eine alternative Erzählweise schaffen. „Mich interessiert, wie Wissen, das frü Ohne Titel aus der Serie My body is my studio von Niina Lehtonen Braun.
her kaum zugänglich war, heute geteilt werden kann“, erklärt die Künstlerin. Themen wie Scham oder Wut übersetzt sie dabei in eine bildhafte Sprache. Besucher haben im Rahmen der Ausstellung zudem die Möglichkeit, tiefer in die Thematik einzutauchen. Zum Abschluss
der Laufzeit lädt die Galerie am Donnerstag, den 24. September 2026, um 18 Uhr zu einem Gespräch mit der Künstlerin ein. Die Ausstellung in der Grunewaldstraße 55 ist bis zum 27. September 2026 täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.� ◾
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Wie behandelt man eine kranke Kuh? Das kann man beim Tag der offenen Tür erfahren. �
Foto: Fachbereich Veterinärmedizin der FU Berlin
Hinter den Kulissen der Tiermedizin
Tag der offenen Tür am 20. Juni in Düppel
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b für Haustierbesitzer, wissensdurstige Kinder oder angehende Schulabgänger: Am 20. Juni gewähren Tiermedizinerinnen und –mediziner am Oertzenweg 19 B wieder seltene Einblicke in ihren Berufsalltag. Ab 13 Uhr öffnet der Fachbereich seine Türen für interessierte kleine und große Besucherinnen und Besucher.
Interaktive Rallye Große und kleine Gäste erwartet an diesem Nachmittag auf dem Campus ein abwechslungsreiches Programm rund um die Tiermedizin, das sowohl für Familien als auch für fachlich Interessierte spannend ist. Kinder
können sich auf eine interaktive Rallye mit über 20 Stationen freuen. Diese führt unter anderem zu Forschungsinstituten, zur Klinik für Klein- und Heimtiere sowie zu den Ständen weiterer Organisationen. Wer alle Aufgaben erfolgreich meistert, erhält ein „Tierisches Diplom“.
Kuscheltierkrankenhaus und Kurzvorträge Zu den weiteren Höhepunkten für Kinder zählen ein Besuch im Kuscheltierkrankenhaus und Kinderschminken. Ergänzt wird das Programm durch informative Rundgänge über das Gelände und Kurzvorträge von Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern des Fachbereichs, u. a. über Resistenzen in der Umwelt. Vor Ort geben außerdem ein Falkner und eine Imkerin praxisnahe Einblicke in ihre Arbeit.
Berufswunsch Tiermedizin Das Studienbüro, Auszubildende des Fachbereichs und die Tierärztekammer Berlin informieren über Studienmöglichkeiten und Berufsperspektiven in der Tiermedizin. Für das leibliche Wohl sorgen Studierende und Mitarbeitende des Fachbereichs mit selbst gebackenem Kuchen und einem Grillangebot.� ◾
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Arbeiten am Stangenpfuhl abgeschlossen Grünes Biotop mit Aussichtsbalkonen und neuen Wegen
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er in Lichterfelde Süd rund um den Stangenpfuhl spazieren geht, kann die Natur fortan wieder entspannter genießen. Nach knapp einem Jahr Bauzeit sind die Umgestaltungsarbeiten an dem kleinen Gewässer und dem angrenzenden Stangenpfuhlgraben nun offiziell beendet. Entstanden ist ein Naherholungsgebiet, das nicht nur der Nachbarschaft, sondern auch der heimischen Flora und Fauna zugutekommt.
Ideen von Alt und Jung dabei Das Besondere an dem Projekt: Die Anwohnerinnen und Anwohner durften im Vorfeld mitreden. In verschiedenen Beteiligungsverfahren brachten insbesondere Kinder und Jugendliche ihre Wünsche für das Areal am Rande der Thermometersiedlung ein. Diese Ideen flossen direkt in die Neugestaltung ein. So wurden die Aufenthaltsbereiche am Wasser deutlich aufgewertet und mit neuen Sitzgelegenheiten ausgestattet. Ein optisches Highlight sind dabei die neu angelegten „Balkone“ – kleine Plattformen, die wie Aussichtspunkte in die Landschaft ragen und zum Verweilen einladen.
Aufwertung des Stangenpfuhls, v.l.n.r. Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt- und Naturschutz, Straßen und Grünflächen Urban Aykal, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Patrick Steinhoff. � Foto: BA SZ
Besserer BiotopSchutz
Lebenswerter öffentlicher Raum
Auch in der Infrastruktur und beim Naturschutz hat sich einiges getan. Wer bisher über unebene Trampelpfade lief, kann nun einer festen und sicheren Wegeführung folgen. Gleichzeitig wurde der Stangenpfuhl als Biotop besser geschützt. Die umliegende Grünanlage soll sich künftig noch artenreicher entwickeln. Für die jüngeren Anwohner wurde zudem ein spezieller Treffpunkt eingerichtet, der als neuer Jugendort dienen soll.
Die Modernisierung ist Teil der Bemühungen des Quartiersmanagements „Thermometersiedlung“, den öffentlichen Raum lebenswerter zu gestalten und den Zusammenhalt im Viertel zu stärken. Die Arbeiten am Stangenpfuhl sollen dabei nicht das einzige Projekt bleiben: Das zuständige Bezirksamt hat bereits angekündigt, dass in diesem Jahr noch weitere Maßnahmen in dem Quartier folgen werden.� ◾
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Sommerfest im Bürgertreff
Am Bahnhof Lichterfelde West wird am 20. Juni gefeiert
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ach einer dreijährigen Unterbrechung wird der Bahnhof Lichterfelde West wieder zum Festgelände. Am Sonnabend, den 20. Juni 2026, veranstaltet der Bürgertreffpunkt ein großes Sommerfest. Von 11 bis 16 Uhr verwandelt sich das Areal an der Hans-Sachs-Straße 4D in einen lebendigen Begegnungsort für den gesamten Kiez. Statt des gewohnten Alltags erwartet Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm aus Musik, Handwerk und Kuriositäten. Rund um das historische Bahnhofsgebäude lädt ein Kunstund Krempel-Markt zum Stöbern ein. Neben klassischem Trödel und Kunsthandwerk präsentieren sich auch lokale Initiativen an verschiedenen Infoständen. So stellt der örtliche Förderverein seine Arbeit
vor, und auch das Repair-Café ist vor Ort vertreten, um Besuchern das Konzept der nachbarschaftlichen Reparaturhilfe näherzubringen. Wer sich für Miniaturwelten begeistert, sollte einen Blick in den Veranstaltungssaal werfen: Dort bauen Modellbahnfreunde ihre detaillierten Eisenbahnanlagen auf. Passend zur Kulisse zeigt der Förderverein zudem die thematische Briefmarkenausstellung „LOKO Motive“. Den zentralen Rahmen des Festes bildet ein umfangreiches Open-Air-Musikprogramm, das sich auf zwei Bereiche aufteilt. Auf der Bühne vor dem Bahnhof eröffnet die „Kapelle B“ um 11 Uhr das musikalische Geschehen. Im Anschluss sorgt ab 12 Uhr ein Shanty-Chor mit traditionellen Seemannsliedern für maritime Stimmung, bevor
die Formation „Juke Box“ mit einer Mischung aus Jazz, Soul und Pop übernimmt. Als Höhepunkt des Nachmittags tritt ab 14.30 Uhr die „Sir Gusche Band“ auf und unterhält das Publikum mit klassischem Dixieland-Jazz. Wer es etwas gemütlicher mag, findet auf der Rückseite des Bahnhofsgebäudes im Kaffeegarten einen entspannten Rückzugsort. Bei Kaffee und Kuchen greift hier ab 12 Uhr das lokale Ukulele-Orchester in die Saiten. Ab 14 Uhr rundet das Ensemble „BalfolkSW“ das Programm mit traditioneller Folkmusik ab. Das Sommerfest bietet damit nicht nur den älteren Menschen, die den Bürgertreffpunkt sonst regelmäßig für Kurse und Vereinstreffen nutzen, sondern der ganzen Nachbarschaft eine willkommene Gelegenheit zum Austausch.� ◾
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Zwischen Moltke und Garde
Fotoausstellung im Bürgerbüro Stüwe fängt den Alltag ein
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Foto: Alexander Schneider
er Kiez nahe dem Botanischen Garten ist historisch geprägt. Als Villenvorort in der Kaiserzeit begann alles. Wer heute durch die Straßen spaziert, stößt unweigerlich auf die Namen großer preußischer Generäle, Feldherren und militärischer Einheiten. Doch hinter den Fassaden der Moltkestraße und entlang des Gardeschützenwegs hat sich längst ein moderner Alltag in vielen Facetten etabliert. Wie sich das Leben in diesem Kiez im Jahr 2025 gestaltet, zeigt das neue Fotoprojekt „Moltke + Garde“. Der Architekt Alexander Schneider hat für diese dokumentarische Momentaufnahme elf Bewohnerinnen und Bewohner aus der unmittelbaren Umgebung ausgewählt. Schneider hat bereits verschiedene Fotoprojekte realisiert. In seiner aktuellen Arbeit richtet er den Blick auf das unmittelbare Lebensumfeld und stellt die Frage, was eine funktionierende Gemeinschaft heute ausmacht. Die Aufnahmen zeigen kleine Ausschnitte aus dem Alltag der Porträtierten, die jedoch stellvertretend für ein größeres Ganzes stehen. Die Ausstellung möchte vermitteln, dass ein lebenswertes Gemeinwesen kein Zufallsprodukt ist. Vielmehr wird hier aufgezeigt, wie demokratische Grundwerte im Kleinen – durch Nachbarschaft und
Austausch – lebendig bleiben. Es geht um die Sichtbarkeit der Menschen, die diesen Ort prägen. Für interessierte Bürger aus dem Bezirk bietet die Ausstellung die Gelegenheit, den eigenen Ortsteil aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Die Bilder laden dazu ein, über die Bedeutung von Nachbarschaft und den Wert lokaler Identität nachzudenken, ohne dabei in nostalgische Muster zu verfallen. Die Ausstellung „Moltke + Garde“ ist vom 28. Mai bis zum 14. Oktober 2026 im Bürgerbüro Stüwe in der Moltkestraße 52 zu sehen. Die Räumlichkeiten sind zu den regulären Öffnungszeiten des Büros für Besucher zugänglich. Wer sich für lokale Fotokunst und die gesellschaftliche Struktur von Lichterfelde interessiert, findet hier eine sachliche und dennoch persönliche Auseinandersetzung mit seinem Kiez.� ◾
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11. Kunstmarkt der Generationen Schlosspark Lichterfelde lockt am 20. Juni mit Angeboten für Alt und Jung
Am 20. Juni findet der beliebte Kunstmarkt der Generationen im Park hinter dem Gutshaus Lichterfelde statt. �
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er Schlosspark Lichterfelde erwacht am 20. Juni 2026 aus seiner gewohnten Ruhe: Unter dem Motto „Das Fest im Schlosspark“ öffnet der Kunstmarkt der Generationen von 13 bis 19 Uhr seine Pforten. Bereits zum elften Mal verwandelt sich der Park, der an das älteste Naturschutzgebiet Berlins grenzt, in einen lebendigen Treffpunkt für Kunstinteressierte und Nachbarn. Auf die Besucherinnen und Besucher warten rund 80 Stände von Kunsthandwerkern und lokalen Organisationen. Die kunsthandwerkliche Bandbreite ist groß und reicht von klassischer Malerei und Fotografie über Keramik, Holz- und Lederarbeiten bis hin zu Schmuck und Textilien. Der Markt setzt dabei bewusst nicht
nur auf den reinen Verkauf: Im Mittelpunkt steht der direkte Austausch. Besucher sind ausdrücklich dazu eingeladen, mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen und sich die verschiedenen Techniken und Entstehungsprozesse aus erster Hand erklären zu lassen. Der Name der Veranstaltung ist Programm, denn hier soll über die Kunst eine Brücke zwischen Jung und Alt geschlagen werden. Senioren können hier Einblicke in aktuelle Kulturformen gewinnen, während Kinder und Jugendliche ungezwungen an traditionelle Handwerkskünste herangeführt werden. Auch abseits der Stände wird es im Schlosspark nicht langweilig. Wer selbst kreativ werden möchte, findet verschiedene
Foto: Stadtteilzentrum Steglitz
Bastelangebote. Auf der großen Wiese ist zudem für Spiel und Unterhaltung gesorgt: Neben einem Schminkstand für Kinder verspricht vor allem ein sogenannter „Bubble-Kicker“ sportlichen Spaß für alle Altersklassen. Auf der Bühne sorgen verschiedene Bands für die passende musikalische Untermalung des Marktgeschehens. Als Höhepunkt wird später ein DJ auflegen, der zum Tanzen und Feiern einlädt. Für eine Stärkung nach dem Stöbern ist ebenfalls gesorgt: Im Nachbarschaftsbereich und auf der Terrasse des Gutshauses bieten Mitarbeiter und Ehrenamtliche zu günstigen Preisen ein kulinarisches Angebot an. Neben Herzhaftem wie Bratwurst gibt es auch Kaffee, Kuchen sowie sommerliche Erfrischungsgetränke.�◾
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Von der Kaserne zum Gedächtnis der Nation Kostenlose Führung im Bundesarchiv am 25. Juni
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ie Gebäude an der Finckensteinallee 63 haben in den vergangenen 150 Jahren schon vieles gesehen. Wo einst preußische Kadetten marschierten und später amerikanische Soldaten stationiert waren, lagern heute historische Dokumente. Die Führung am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, von 16.45 bis 17.45 Uhr gleicht einer kleinen Zeitreise quer durch die politischen Epochen. Ursprünglich im Jahr 1873 als Preußische Hauptkadettenanstalt errichtet, wurde der riesige Komplex während der Weimarer Republik als ziviles Gymnasium genutzt. Im Jahr 1933 schlug hier dann die „Leibstandarte Adolf Hitler“ ihr Quartier auf – architektonische Spuren aus der NS-Zeit lassen sich auf dem Areal zum Teil bis heute finden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahmen schließlich die US-Streitkräfte das Gelände. Als „Andrew Barracks“ blieb der Ort bis zum Abzug der Amerikaner im September 1994 ein fester Begriff im Berliner Südwesten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Führung werfen unter anderem einen Blick in das moderne, erst 2021 eröffnete Benutzungszentrum. An über hundert Arbeitsplätzen können Interessierte hier Schriftstücke, Karten und alte Filme einsehen. Das Archiv in Lichterfelde hütet wahre Schätze: Hier
Bewahrer der Geschichte: Bundesarchiv an der Finckensteinallee.
lagern die zentralen zivilen Staatsdokumente aus der Zeit des Deutschen Reiches bis 1945 sowie die staatlichen Unterlagen der DDR, abseits der Stasi-Akten. Wer nach dem Rundgang noch tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, kann direkt vor Ort bleiben. Im Anschluss beginnt um 18 Uhr ein Vortrag des Historikers Alexander Sachse vom Museumsverband Brandenburg. Er beleuchtet das Thema Bodenreform und Republikflucht und spricht über den staatlichen Kulturgutentzug in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Treffpunkt für die Führung ist am Info-Tresen im Foyer des Benutzungszentrums. Der Eintritt ist sowohl für die Führung als auch für den Vortrag frei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.� ◾
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