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Lichterfelde

Parkidylle und Prominenz

Führung über den Parkfriedhof Lichterfelde

Brunnentempel auf den Parkfriedhof Lichterfelde
Brunnentempel auf den Parkfriedhof Lichterfelde

14.05.2026: Der Parkfriedhof Lichterfelde am Thuner Platz ist weit mehr als nur ein Ort der Trauer. Er ist eine grüne Oase und ein echtes Stück Berliner Stadtgeschichte. Wer die Vergangenheit des über 100 Jahre alten Geländes genauer kennenlernen möchte, hat dazu Anfang Juni bei einer fachkundigen Führung Gelegenheit.

Zwischen 1908 und 1911 aufgrund akuter Friedhofsknappheit angelegt, besticht das Areal bis heute durch die landschaftliche Architektur seiner Planer. Eine tiefergelegte Hauptachse, eine von Gräbern freigehaltene Talwiese und dichte Rhododendrenhaine in den Waldteilen prägen das Bild. Dazwischen reihen sich architektonische Besonderheiten wie der Brunnentempel oder die 1910 errichtete Friedhofskapelle mit ihrer offenen Vorhalle ein.

Wer heute aufmerksam über das Gelände spaziert, stößt unweigerlich auf große Namen der Zeitgeschichte. Auf dem einstigen Prominentenfriedhof ruhen unter anderem der Publizist Sebastian Haffner, Bischof Otto Dibelius und der letzte Reichskanzler der Weimarer Republik, Kurt von Schleicher. Gleichzeitig ist der Ort eine historische Mahnstätte: Nach mehreren Erweiterungen der Anlage fanden hier mehr als 2.100 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, vorwiegend aus dem Zweiten Weltkrieg, ihre letzte Ruhe.

Um diese vielschichtige Geschichte und Landschaftsarchitektur erlebbar zu machen, leitet der Historiker Dr. Andreas Splanemann am Donnerstag, dem 4. Juni 2026, einen rund zweistündigen Spaziergang über das Gelände. Treffpunkt ist um 15 Uhr direkt vor der Friedhofskapelle (Thuner Platz 2-4).

Da die Gruppe auf maximal 20 Teilnehmer begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Interessenten können sich per E-Mail an berlin@volksbund.de, telefonisch unter der Rufnummer 030-2546 4134 oder per Fax an 030-2546 4138 registrieren. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden werden gerne entgegengenommen.

Für die Anreise empfiehlt sich die Fahrt mit den Buslinien 112 oder 188 bis zur Haltestelle Thuner Platz. Die Veranstalter raten zudem, an wetterfeste Kleidung zu denken.

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