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Steglitz

Wer schuf die Figur an der Musikschule?

Auf den Spuren eines fast vergessenen Meisters

01.06.2026: In der letzten Ausgabe des Journals hatte die Redaktion um Hinweise zu der steinernen Figur im Garten der Musikschule Steglitz in der Grabertstraße gebeten. Der Lankwitzer Historiker Wolfgang Holtz hat das Geheimnis gelüftet: Die feine Signatur „AR“ auf dem Kunstwerk gehört zu August Rhades.

Doch wer war dieser Mann? August Rhades, 1886 in Berlin geboren und 1979 dort gestorben, war ein hochproduktiver Bildhauer. Obwohl sein Name der breiten Öffentlichkeit heute kaum noch ein Begriff ist, galt er zu Lebzeiten vielen schlicht als der „Steglitzer“ oder „Lankwitzer Bildhauer“. Tatsächlich hat er in den 1920er- und 1930er- Jahren sowie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg deutliche Spuren im Bezirk hinterlassen.

Am Gemeindehaus der Matthäuskirche in Steglitz lässt sich ein detailreiches Terrakotta-Relief von ihm bewundern, das das biblische Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen darstellt. Auch in Lichterfelde ist Rhades präsent: Auf dem Gelände der ehemaligen Heeresfeuerwerkerschule am Gardeschützenweg steht das von ihm 1957 nachgeschöpfte Feuerwerkerdenkmal aus Kupferblech.

Rhades war weit mehr als ein rein lokaler Künstler: Seine kunsthistorisch wohl bedeutendste Aufgabe war die Zusammenarbeit mit der weltberühmten Käthe Kollwitz. Nach ihren Gipsmodellen setzte er 1931 die Figurengruppe „Trauerndes Elternpaar“ aus hartem belgischem Granit um, wobei er maßgeblich für die Figur des Vaters verantwortlich zeichnete. Das Werk steht heute auf einem Soldatenfriedhof in Belgien. Nach dem Krieg war er zudem an prominenten Berliner Wahrzeichen beteiligt. So stammt historischen Dokumenten zufolge die monumentale Figur der „Mutter Heimat“ am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park aus seiner Hand.

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