Steglitz-Zehlendorf
Füchslein klein, fiel allein in den tiefen Schacht hinein
Fuchshilfe Berlin rettet Fuchswelpen dank aufmerksamer Anwohner

23.04.2026: Ein laues Frühlingswochenende: Der kleine Fuchsrüde will im grünen Bezirk Steglitz-Zehlendorf endlich die weite Welt entdecken. Doch der Ausflug endet abrupt unweit seines behüteten Baus nahe Erlenbusch, in dem Mama immer so gut auf ihn aufgepasst und ihn mit leckerem Futter versorgt hat: Durch einen schmalen Spalt zwischen Gitter und Wand rutscht der Kleine unter dem Balkon eines Privathauses in einen tiefen Lichtschacht.
Irina hört die kläglichen Tierschreie, als sie Samstagmittag mit ihrem Dackel spazierengeht. Sie will helfen, doch das Jammern des Kleinen lässt sich nicht genau orten. Also Polizei und Feuerwehr gerufen. Die durchsuchen die nahe Tiefgarage akribisch ohne Erfolg. Irina, mit großem Herzen für alles, was Fell oder Federn hat, alarmiert nun sämtliche Nachbarn – auch Thomas von gegenüber – Augen und Ohren offenzuhalten.

Ach, das Füchslein weinet sehr…
Nach einer nicht nur für Irina unruhigen Nacht, entdeckt Thomas unter seinem Balkon Sonntagnachmittag schließlich das in den Schacht gefallene Fuchskind. Das Gitter darüber ist verschraubt, schwer heranzukommen. Wenige Meter weiter die Fuchsmutter, die ihren kleinen Ausreißer lockt, nicht aus den Augen lässt. Professionelle Hilfe naht bald: Holger Koppatsch, ehrenamtlicher Helfer der herbeigerufenen Fuchshilfe Berlin, eilt aus Tempelhof herbei, ausgerüstet mit Handwerkszeug, dicken Handschuhen, Transportkiste, Decke, Einwegspritze etc., denn man weiß ja nie, in welchem Zustand der kleine Findling sein wird. Gemeinsam mit Irina und Thomas wird das Gitter von der Außenseite geöffnet, Holger klettert in den Lichtschacht, der fast so tief ist wie er groß. In der Ecke kauert Füchslein, verängstigt und hilflos, aber unversehrt. Fest kuschelt es sich in den Arm seines Retters, beißt kurz in dessen Handschuh, als der ihn nach Verletzungen absucht. So schnell gibt ein kleiner Fuchsrüde nicht auf! Der Abgestürzte ist in gut genährtem Zustand, etwa 9 Wochen alt. Da der kleine Racker ja so etliche Stunden im Schacht zugebracht hat, bekommt er von Holger vorsichtig etwas Flüssigkeit ins Mäulchen.

Da besinnt sich das Fuchskind, läuft nach Haus geschwind
Irina, Thomas und Holger trauen ihren Augen kaum: Die Fuchsmutter ist pünktlich da, ihren vermissten Sohn abzuholen. Der kann gar nicht schnell genug von Holgers Arm kommen, und – endlich wieder in Freiheit – rennt der Kleine auch schon Richtung Fähe los, eine liebevolle Begrüßung folgt. Aus einiger Entfernung schenken beide ihren Rettern noch einen, man könnte meinen, dankbaren Blick. Dann haben sie es recht eilig, diesen Ort des Geschehens zu verlassen.
Auf dem Nachbargrundstück halten sie sich noch eine zeitlang auf. Hier entdecken die Retter später zwei Erdlöcher, die Zugang zu einem aktiven Fuchsbau sein könnten. Alle Drei verbindet an diesem Sonntagabend das herrliche Glücksgefühl darüber, diese besondere Wiedervereinigung und das Happy End der Geschichte miterlebt und nicht wenig dazu beigetragen zu haben. Der verhängnisvolle Spalt am Schacht soll möglichst schnell verschlossen werden, um weitere Wildtierunfälle zu vermeiden. Augen und Ohren offenhalten für Wildtiere, aber auch für eventuelle Gefahrenquellen wie unabgedeckte Keller oder Schächte in ihrer Nähe, wollen Irina und Thomas auch zukünftig – und wünschen sich das gemeinsam mit Holger ebenso von ihren Mitmenschen.

Ansprechpartner in der Not
Holger Koppatsch, der aus Tempelhof zur Hilfe geeilt ist, ist an diesem Tag begeistert über die große Hilfsbereitschaft der Anwohner für ihre vierbeinigen wilden Nachbarn. „Menschen mit Herz und Seele“, freut er sich, der während seiner Einsätze nicht immer so glimpflich verlaufende Wildtierunfälle erlebt. Zusätzlich zur Fuchshilfe Berlin für den Eichhörnchen Notruf aktiv, hat der gelernte Fotograf schon etliche Füchse, Eichhörnchen, Igel, aber auch zwei Schwäne aufgenommen, erstversorgt und an passende Pflegeplätze gebracht. Darunter war sogar ein alter Waschbär, der in einer Villa durchs Dachfenster gebrochen war, nun verletzt auf der Couch darunter lag und vom Bewohner ob seines räudigen Haarkleides für einen Fuchs gehalten worden war. Wenn er angerufen wird, steht Tierfreund Holger bereit, Erste Hilfe zu leisten, um gefiederte und haarige Wildtiere aus allen möglichen Notlagen zu befreien.
Die Fuchshilfe Berlin, die sich seit drei Jahren gut organisiert von Mareike und ihrem Sohn als einzige Berliner Einrichtung dieser Art der Tierhilfe widmet, unterstützt Holger seit über einem Jahr mit seinem ehrenamtlichen Einsatz. Hand in Hand arbeitet er dabei ebenso gerne mit den Mitstreitern dieser gemeinnützigen Tierhilfe-Organisation wie mit aufmerksamen Bürgern und anderen Tierrettern. Auch wenn manche Füchse nur noch von ihrem Leid erlöst werden können, überwiegen die Fälle, in denen sie unter den Augen der Fuchshilfe Berlin gesundgepflegt wieder in die Freiheit entlassen oder ausgewildert werden können. – Holgers schönster Lohn für seinen selbstlosen Einsatz. Dabei mahnt er jeden, mehr auf vermeidliche Todesfallen für (Jung-)Tiere in seiner Umgebung zu achten, wobei eben schon ein kleiner Spalt reichen kann, um das Tier in eine „Falle“ stürzen zu lassen, aus der es alleine nicht mehr herauskommt. – Eine kleine Hilfe können da in Becken und Schächte gestellte Äste oder Steine sein, über die abgestürzte Tiere hinausklettern können.

Fuchshilfe Berlin gUG – Tierrettung in Eigeninitiative
ist eine gemeinnützige Organisation, die sich aktiv der Rettung von kranken und verletzten Füchsen und der Aufklärung zu diesem Thema verschrieben hat. Die Zügel führen mit viel Fachwissen und Sachkenntnis seit drei Jahren Mareike Seadini und ihr Sohn. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Mitstreitenden – derzeit rund 15 ehrenamtlich Aktive – und Hand in Hand mit anderen Tierrettungs-Organisationen das Leid dieser Wildtiere zu lindern und sie zu retten. Tierschutz mit Herz und Verstand, wobei auch die Beratung der Menschen zum Wildtier Fuchs eine wichtige Rolle spielt. Denn ein entspanntes Miteinander in der Stadt wird mit mehr Wissen und Verständnis für dieses Tier deutlich erfolgreicher. Zur sich allein aus Eigeninitiative und Spenden finanzierenden Organisation hat Mareike vor Kurzem den Förderverein gegründet. Die Fuchshilfe Berlin ist in allen Berliner Bezirken im Einsatz. Die geretteten und aufgenommenen Füchse erhalten bei Bedarf tierärztliche Behandlung, werden gesundgepflegt und möglichst wieder ausgewildert. „Zuvor sind sie in zwei Freigehegen je nach Altersgruppen mit Artgenossen zusammen, sodass sie sich nicht so sehr an den Menschen gewöhnen“, erklärt Mareike, die das Wildtier im Fuchs erhalten sehen will, dem in unserer Nähe aber auch unsere Hilfe zuteil werden muss, wenn er sie benötigt. Interessierte Mitstreiter für die gemeinnützige Organisation, die ehrenamtlich mithelfen wollen, sind daher ebenso willkommen wie Fragen zum Wildtier Fuchs und Spenden für Tierarzt-, Futter-, Pflege- und Transportkosten. Und sogar Fuchspatenschaften für junge Füchse sind möglich.
Weitere Informationen dazu unter www.fuchshilfe-berlin.de
Telefonische Beratung, Kontakt und Notfall unter Telefon 01515 430 4890 und E-Mail: info@fuchshilfe-berlin.de
Spenden: Fuchshilfe Berlin, IBAN: DE93 1005 0000 0191 4815 21, BIC: BELADEBEXXX, Paypal: info@fuchshilfe-berlin.de, Spendenbescheinigungen werden ausgestellt.
Jacqueline Lorenz




