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Lichterfelde Ost

Machbarkeitsstudie Kranoldplatz

Beteiligungskonzept von Senat in Aussicht gestellt

Parkraum, Marktstände und Aufenthaltsqualität sind die drei Faktoren, die für die unterschiedlichen Interessensgruppen rund um den Kranoldplatz eine Hauptrolle spielen.
Parkraum, Marktstände und Aufenthaltsqualität sind die drei Faktoren, die für die unterschiedlichen Interessensgruppen rund um den Kranoldplatz eine Hauptrolle spielen.

11.05.2026: Seit Jahren beschäftigt die Anwohner rund um den Kranoldplatz die Frage nach einer aufenthaltsverbessernden Umgestaltung des Kranoldplatzes und Entspannung der dortigen Verkehrssituation. Bei der Planung wollen sich engagierte Bürger und Institutionen jedoch rechtzeitig mit einbezogen sehen. Einen Schritt weiter in diese Richtung machte die im Mai einberufene Informationsveranstaltung zur Machbarkeitsstudie, zu der Bezirksstadtrat Urban Aykal in die Petruskirche am Oberhofer Platz geladen hatte. Wie wichtig den Anwohnern die Themen rund um die Kranoldplatz-Neugestaltung sind, bewies die bis zum letzten Platz besetzte Kirche an diesem Abend. Die konstruktive Grundstimmung sowie die zahlreichen Fragen, sachlichen Anregungen und eingebrachten Perspektiven zeigten, dass die Anwesenden einer Neugestaltung des Platzes grundsätzlich positiv gegenüberstehen.

Beteiligung heißt Mitentscheidung

Die Studie ist der erste Schritt zur Umsetzung des von der BVV im Jahr 2024 erteilten Auftrages an das Bezirksamt, den Kranoldplatz als bedeutenden Marktstandort zu sichern und Neugestaltungsperspektiven mit hoher Aufenthaltsqualität zu untersuchen.

Machbarkeitsstudieen
Die Machbarkeitsstudieen Kranoldplatz des Planungsbüros GP Planwerk GmbH kann unter https://hidrive.ionos.com/share/1vyaupyitq heruntergeladen werden.

Alle drei im Rahmen der vom Planungsbüro GP Planwerk GmbH erstellten Machbarkeitsstudie vorgeschlagenen Varianten zur Umgestaltung (siehe auch hidrive.ionos.com/share/1vyaupyitq) gleichen sich in der grundlegenden Platzbearbeitung. Dabei wurden die Markttage planerisch einbezogen, wobei aber die Aussage zum Thema Parkraum fehlte: Private Zählungen haben bewiesen, dass sogar an diesen Tagen die Parkplatzkapazität in den Parkhäusern der LIO- und Huth-Zentren noch längst nicht erschöpft sind.

„Entscheidend ist, dass die Planung nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg stattfindet und die Anliegen der Markthändler weiterhin im Fokus bleiben“, erklärt Bezirksstadtrat Aykal. Diesbezüglich erfuhren die Gäste der Veranstaltung Erfreuliches: Dem Bezirksamt ist inzwischen von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen die Finanzierung der Durchführung eines Beteiligungskonzeptes in Aussicht gestellt worden. Dieses soll – laut Bezirksstadtrat – aller Voraussicht nach in den kommenden Wochen ausgeschrieben werden, um den Prozess dann gemeinsam weiterentwickeln zu können. – Und das unter „Mitentscheidung“ der Bürger an Neugestaltungsvorgängen.

Gut Ding will Weile (und Geld) haben

Doch wann genau und in welchem finanziellen Maß diese vonstatten gehen sollen, ist noch nicht klar, wohl kaum aber vor 2030. Wobei ganz vorne auf der Agenda die Marktsituation sowie zuvor ein intelligenter Straßenausbau stehen. In der Veranstaltung wurde aber auch deutlich, dass in vielen Köpfen der zukünftige Kranoldplatz bereits heute fälschlicherweise als erholungspendender Grünplatz existiert. – Doch wirkliches Ziel der Neugestaltung soll sein, den Platz mit seinen rund 800 Quadratmetern nutzbarer Fläche in seiner sozialen Funktion zu stärken und auf ihm Menschen mit unterschiedlichen Anliegen zusammenzubringen – ähnlich, wie es ein typischer Rathausplatz zu vollbringen vermag.

„Dabei ist und bleibt das Ziel eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität des Platzes unter Beibehaltung des Marktes“, unterstreicht Urban Aykal.

Am Ende dieser Informationsveranstaltung gab eine Besucherin den Verantwortlichen noch Wichtiges mit auf den Weg: Wenn der Kranoldplatz erst einmal neugestaltet ist, werde er wohl über Jahrzehnte nicht mehr verändert werden. Das sollte Grund genug für alle verantwortungsvoll Beteiligten sein, die anstehende Neugestaltung bewusst zukunftsorientiert und nachhaltig zu planen.

Jacqueline Lorenz

Titelbild

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