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„Grüne Spuren“ am Kleistpark

Ein Audiowalk über den ersten Botanischen Garten Berlins

Collage mit Parkplan, Palme und Gebäude mit Kuppel. Grafik: Caroline Böttcher
Collage mit Parkplan, Palme und Gebäude mit Kuppel. Grafik: Caroline Böttcher
Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau Juni 2022

Warum brachte im 18. Jahrhundert eine 100 Jahre alte Palme die Wissenschaft in Aufruhr? Welches Stück Kolonialgeschichte steht auf vielen deutschen Fensterbänken? Warum sind Städte artenreich? Der Audiowalk „Grüne Spuren” widmet sich diesen wie vielen anderen Fragen und führt die Hörerinnen und Hörer dabei durch den heute als Heinrich-von-Kleist-Park bekannten Ort in Schöneberg.

Ab 1679 hatte im Heinrich-von-Kleist-Park für mehr als 240 Jahre der erste Botanische Garten Berlins seine Heimat. Hier wurden Pflanzen kultiviert, deren Samen zum Anbau in die damaligen deutschen Kolonien ausgeführt wurden. Heute ist von dieser besonderen Anlage und ihrer Geschichte kaum noch etwas erfahrbar. Bis auf das „Haus am Kleistpark”, das 1880 als Königlich Botanisches Museum eingeweiht wurde (in dem das Herbarium des Adelbert von Chamisso untergebracht war), sind alle Gebäude des Botanischen Gartens verschwunden.

Der Audiowalk verläuft in elf Hörstationen entlang der ehemaligen Standorte der einst beeindruckenden Gewächshäuser und orientiert sich am Parkplan von 1886. Die Hörspielszenen widmen sich der Leidenschaft für die Botanik und ihren ökonomischen, politischen und historischen Verwicklungen. Expertinnen und Experten, wie Dr. Katja Kaiser (Historikerin zu Kolonialbotanik) und Dr. Nils Köster (Kustos der Lebendsammlung des Botanischen Gartens Dahlem) teilen Anekdoten wie Wissen und treten in imaginierte Dialoge mit Stimmen aus der Vergangenheit, so z. B. Rosa Luxemburg, Jean-Jacques Rousseau oder Franklin D. Roosevelt.

Der Audiowalk ist kostenfrei und jederzeit über die App „Guidemate” auf dem Smartphone abrufbar. Er wurde für das Hören mit Kopfhörern konzipiert. Ein Geländeplan, der via App auf dem Display des Smartphones erscheint, zeigt die Stationen. Mithilfe von GPS-Daten werden die Positionen der Hörer und Hörerinnen geortet und die Audiotracks an den jeweiligen Stationen automatisch gestartet.

Titelbild

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