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Vorgestellt: Peter Witt, Vorsitzender der Seniorenvertretung

Einsatz auf vielen Ebenen für ein lebenswertes Tempelhof-Schöneberg

Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau September 2021
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Apotheke am Bayerischen Platz
Peter Witt, Vorsitzender der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg. Foto: Privat
Peter Witt, Vorsitzender der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg. Foto: Privat

Seit Frühjahr ist Peter Witt einstimmig gewählter neuer Vorsitzender der Seniorenvertretung Tempelhof-Schöneberg. Er ist der Nachfolger von Heidi Kloor, die ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt hat. Bereits 2020 hatte Peter Witt neben seiner Stellvertretertätigkeit kommissarisch auch die Vorsitztätigkeiten übernommen.

Im Ehrenamt ist Peter Witt versiert, immerhin hat der 64-Jährige als ehemaliger ehrenamtlicher Richter beim Landesarbeitsgericht und Sozialgericht jahrelang als Laienrichter nützliche Erfahrungen gesammelt. Es wird gesagt, dass er manchmal besser vorbereitet gewesen sei als die hauptamtlichen Richter. Und auch beim DGB und bei der Unfallkasse Berlin weiß man sein Ehrenamt zu schätzen.

Keine halben Sachen – auch nicht im (Un)ruhestand

Halbe Sachen waren noch nie das Ding von Peter Witt: 1979 war der gebürtige Weddinger zur Berliner Stadtreinigung (BSR) gekommen, wo er bei der Straßenreinigung die Kiezbürgersteige rund um den Winterfeldtplatz noch „analog“ mit dem Besen fegte. Zuvor hatte er beim DDR-Staatsunternehmen, der Reichsbahn, als gelernter Brückenbauschlosser gearbeitet. Da ihm dort der Aufstieg zum Meister verwehrt geblieben war, hatte er zur BSR gewechselt, wo er bald in der ÖTV aktiv wurde, die sich im Jahr 2000 zur Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vergrößerte. Ab 1992 war er im Personalrat und als Personalvertreter freigestellt. Zwei Jahre später wurde Witt SPD-Mitglied, zeitgleich mit Beginn seiner ehrenamtlichen Tätigkeit am Arbeitsgericht.

Im Februar 2020 ging Peter Witt bei der BSR in Ruhestand, der für ihn aber zum selbsterwählten Unruhestand werden sollte. Heute genießt er es besonders, nicht mehr ganz so früh wie zu BSR-Zeiten aufstehen zu müssen.

Auf digitalem Vormarsch

Auch die Pandemie konnte Peter Witt nicht aus dem Tritt bringen. Schon als kommissarisch Vorsitzender setzte er alles daran, auch weiterhin Schritt zu halten und die Belange der älteren Generation Tempelhof-Schönebergs voranzubringen. Nach einer coronabedingten einmonatigen Sitzungspause des Gremiums und einer nur schwach frequentierten Telefonkonferenz gab Peter Witt Gas: Er veranlasste, dass Videokonferenzen trainiert und stattfinden konnten und erreichte, dass die Seniorenvertretung wieder im abstandbietenden, luftigen Kennedysaal des Rathaus Schöneberg stattfinden kann. Mit 14 Newslettern wurde 2020 auch während quälender Lockdown-Zeiten zusätzlich informativer Kontakt zu den Älteren gehalten und die Präsenz der Seniorenvertretung bewiesen. So nahmen an der letzten Videokonferenz von 15 Mitgliedern immerhin 12 teil, an die Technik gut herangeführt und „digital“ erstklassig betreut. „Schließlich bin ich inzwischen technikerprobt“, freut sich Peter Witt.

Präsenz zeigen und mitgestalten

Mit Akribie und einer guten Portion Leidenschaft widmen Peter Witt und die Seniorenvertretung sich auch in diesen oft unsicheren Tagen unter den Nägeln brennenden Themen und Projekten im Bezirk. Dabei verlieren sie nie die Bereiche Bewegung, Barrierefreiheit und öffentliche Toiletten aus den Augen. – Letztgenanntes Thema derzeit besonders aktuell und diskussionswürdig, wie Peter Witt erklärt: „Denn geschlossene Rathaus- und Restaurant-Toiletten machen vielen Älteren manchen Weg zum Risiko oder gar unmöglich.“ Daneben ist auch das Thema Armut im Alter stets im Gespräch und wird mit dem neuen Frauenbeirat des Bezirks kooperierend aufrecht erhalten.

Deutliche Mitsprache will die Seniorenvertretung mit Peter Witt auch beim am Umbau des Tempelhofer Dammes zeigen und bringt dazu Forderungen auf den Tisch zu sicheren Radfahrwegen, längeren Ampelphasen, speziell ausgestatteten Übergängen für blinde und behinderte Menschen, abgesenkten Bürgersteigbereichen und besser beleuchteten U-Bahn-Zugängen sowie zu Stadtmöbeln für Ruhephasen. In Anträgen, die über BVV-Vorsteher Stefan Böltes zu Gehör gebracht werden, wird diesen Forderungen Gewicht gegeben. Problemlos sei auch der Austausch der Seniorenvertretung mit Bezirksstadtrat Matthias Steuckardt, erklärt Peter Witt und betont: „Die Zusammenarbeit mit dem Bezirk und dem Ausschüssen klappt sehr gut. Als präsente Seniorenvertretung wollen wir uns zukünftig noch intensiver in die BVV einbringen.“

Jacqueline Lorenz

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