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Vom Kino zum Museum

An der Clayallee kann Geschichte erlebt werden

Eingang zum Alliiertenmuseum an der Clayallee.
Eingang zum Alliiertenmuseum an der Clayallee.
Erschienen in Gazette Zehlendorf November 2020
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Von Umzugskartons ist immer noch nichts zu sehen. Obwohl der Umzug des Alliiertenmuseums, derzeit noch im Gebäude des Kinos Outpost beheimatet, längst beschlossene Sache war. Bereits 2012 schien alles geregelt, doch nach der Flüchtlingswelle 2015 wurde der Hangar 7 in Tempelhof, in den das Museum mit Rosinenbomber, französischem Militäreisenbahnwaggon und vielem mehr einziehen wollte, für die Unterbringung geflohener Menschen benötigt. Jetzt ist alles wieder offen. Ob der für 2026 eingeplante Standortwechsel tatsächlich stattfindet, steht in den Sternen. Denn der Sanierungsbedarf im Hangar 7 stellte sich als größer als erwartet heraus. Für den Umzug wurden vom Haushaltsauschuss des Bundestags 27,1 Millionen Euro bereitgestellt. Für die Ausstellungsstücke, die jetzt im Freien der Witterung ausgesetzt sind, wäre der Hangar 7 ein Gewinn. Doch ob sie tatsächlich dort untergebracht werden, ist fraglich. Denn auch die Umzugskosten sollen höher sein, als bisher veranschlagt.

Unterhaltung für US-Soldaten

Glücklich war, wer mit einem US-Soldaten befreundet war. Denn in das Kino Outpost, in dem die neuesten Hollywood-Filme zu günstigen Preisen gezeigt wurden, durften Deutsche nicht herein. Es sei denn, als Begleitung. Das Kino wurde 1952/53 nach Plänen von Arnold Blauvelt erbaut. Vorher hatte das Onkel-Tom-Kino für Unterhaltung gesorgt, dass die Army beschlagnahmt hatte. Doch nach der Rückübertragung an den Eigentümer und dem Neubau der Alliiertensiedlung am Hüttenweg bekamen die Soldaten ihr eigenes Kino. Das Gebäude erinnert von außen an den Stil der amerikanischen Kinos der 1930er-Jahre. Die weißen Ausbuchten links und rechts vom Eingang erinnern an Filmrollen, zu denen der zurückgesetzte schwarze Zugang zum Kino einen Kontrast bildet. Im Innern wurde die aktuellste Technik aufgeboten. Neben einer modernen Projektionstechnik und Akustik gab es in dem Haus auch einen Orchestergraben und Künstlergarderoben. So konnten auch andere Veranstaltungen hier stattfinden. Dazu gehörten Zeugnisverleihungen der High School sowie Theaterstücke und Musicals. Im Outpost hatten bis zu 750 Besucher Platz. Der Name Outpost (Vorposten) wurde in einem Wettbewerb unter den US-Amerikanern gefunden, die in Berlin lebten. Nach der Wiedervereinigung und dem Abzug der Soldaten wurde das Kino zum Museum.

Der zweite Standort der Ausstellung ist die benachbarte frühere Garnisonsbibliothek. Sie wurde nach dem amerikanischen Major Arthur D. Nicholsen Jr. benannt, der während einer Inspektionsfahrt in der DDR im Jahr 1985 von einem sowjetischen Soldaten erschossen wurde. In der Bibliothek befanden sich zu Mauerzeiten ca. 25.000 Bücher.

Besuch im Rosinenbomber

Der Besuch in der Hastings TG 503, einem der echten „Rosinenbomber“, gehört nicht nur für Kinder zu den Highlights der Ausstellung im Alliiertenmuseum. Während der Blockade des Westteils der Stadt versorgten die Piloten der Luftbrücke mit ihren Flugzeugen die Berliner aus der Luft mit allem Lebensnotwendigen. Einige Piloten warfen auch Süßigkeiten für die Kinder ab – so entwickelte sich der Name Rosinenbomber. auf dem Außengelände gibt es neben dem Rosinenbomber noch einen Speisewaggon des französischen Militärs, das letzte Wachhäuschen, das am Checkpoint Charlie in Berlin-Mitte stand und Teile der Berliner Mauer. Die Dauerausstellung im Alliiertenmuseum teilt sich auf zwei Gebäude auf. Im früheren Outpost ist die Zeit vom Sieg über das nationalsozialistische Regime und somit Ende des Zweiten Weltkriegs zu sehen. Die ersten Jahre der Westmächte in der Stadt und die Geschehnisse rund um die Luftbrücke werden ausführlich dokumentiert. Die Ausstellung zeigt die Ereignisse während der Jahre 1945 bis 1950. In der benachbarten Nicholson-Gedenkbibliothek steht die Zeit von 1951 bis 1994 im Mittelpunkt der Ausstellung. Kalter Krieg, Alltagsleben der alliierten Soldaten in der Stadt und die geheimdienstlichen Tätigkeiten, für die Berlin ein wichtiger Standort war, werden hier gezeigt. In der früheren Bibliothek werden auch die wechselnden Sonderausstellungen untergebracht.

Das Alliiertenmuseum in der Clayallee 135 ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.alliiertenmuseum.de .

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