22.10.2026: Mit den sinkenden Temperaturen beginnt wieder die Heizsaison. Ob im zugigen Altbau oder in der modernisierten Mietwohnung: Wenn draußen nasskalte Luft herrscht und drinnen die Heizkörper laufen, steigt das Risiko für Feuchtigkeitsschäden. Schimmelpilze sind dabei keineswegs nur ein optischer Mangel an den Wänden, sondern können auch Atemwege belasten und Allergien auslösen. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich das Raumklima jedoch stabil halten, wie die Verbraucherzentrale NRW erläutert.

Stoßlüften statt Dauerkipp

Wer das Fenster stundenlang auf Kipp stellt, kühlt vor allem das Mauerwerk rund um den Rahmen aus – die feuchte Luft im Raum wird man so kaum los. Deutlich wirksamer ist wiederholtes Stoß- oder Querlüften für fünf bis zehn Minuten. Ob morgens um 7.00 Uhr direkt nach dem Aufstehen, nach einer heißen Dusche oder abends nach dem Kochen: Kurzes, beherztes Durchlüften sorgt für einen raschen Luftaustausch, ohne dass die Wände ihre Grundwärme verlieren.

Luftfeuchtigkeit messen und steuern

Ein kleines Hygrometer auf dem Regal verschafft schnell Klarheit über die aktuelle Lage. Der ideale Wert für Wohnräume liegt zwischen 40 und 60 Prozent. Gerade in vielen ungedämmten Berliner Altbauten empfiehlt sich ein Wert am unteren Ende dieser Spanne, da kalte Außenwände die Kondensation begünstigen. Steigt die Anzeige dauerhaft über 60 Prozent, helfen vor allem zusätzliches Lüften und Heizen. Teure elektrische Luftentfeuchter sollten hingegen nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen, da sie viel Strom verbrauchen.

Keine Räume völlig auskühlen lassen

Um Energie zu sparen, drehen viele Menschen das Thermostat in ungenutzten Zimmern komplett ab. Das kann jedoch zum Bumerang werden: Kühlt ein Raum unter 16 Grad ab, schlägt sich dort Feuchtigkeit aus wärmeren Nachbarräumen nieder. Wohn- und Arbeitsbereiche sollten tagsüber auf 20 bis 22 Grad temperiert sein, Schlafzimmer und Flure auf mindestens 16 bis 18 Grad. Wichtig ist zudem, die Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen tagsüber geschlossen zu halten.

Platz für die Luftzirkulation schaffen

An kalten Außenwänden staut sich Feuchtigkeit besonders schnell, wenn schwere Schränke oder Sofas direkt davor platziert werden. Ein Abstand von wenigen Zentimetern reicht oft schon aus, damit die Raumluft ungehindert zirkulieren kann und die Wand trocken bleibt. Auch alltägliche Feuchtigkeitsquellen lassen sich im Zaum halten: Beim Kochen gehören Deckel auf die Töpfe, und wer seine Wäsche drinnen trocknen muss, sollte in dieser Zeit besonders aufmerksam lüften.

Wachsam bei Bauschäden

Schimmel entsteht nicht immer nur durch das Nutzerverhalten. Undichte Dächer, schadhafte Regenrohre oder feuchte Kellerwände schaffen Schwachstellen, die oft erst spät auffallen. Dunkle Flecken in Zimmerecken, Ausblühungen am Putz oder ein modriger Geruch sollten daher ernst genommen werden. Für Mieter gilt: Zeigen sich erste Spuren von Feuchtigkeit oder Schimmel, muss der Vermieter umgehend informiert werden, um größere Bauschäden und Streitigkeiten über Sanierungskosten abzuwenden.