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Vorsitzende Mathilde Kannenberg: „Jetzt geht´s richtig los“

Neue Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf geht in medias res

Mathilde Kannenberg, Vorsitzende der Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf.
Mathilde Kannenberg, Vorsitzende der Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf.
Erschienen in Gazette Steglitz September 2022
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Seit April ist Mathilde Kannenberg Vorsitzende der neu gewählten Seniorenvertretung von Steglitz-Zehlendorf, und die Erwartungshaltung an die in Nikolassee lebende gebürtige Bayerin ist groß. Doch bevor sie mit ihrem Team nun voll durchstartet, gab es zuvor viel Organisatorisches anlässlich der Übergabe zu bewältigen: Eine nicht unwichtige Rolle spielte dabei die Raumsuche, um für die Senioren gut erreichbare Sprechstunden bieten zu können. Denn das Büro der Seniorenvertretung befindet sich in den Räumen des bezirklichen Ordnungsamtes Unter den Eichen 1 in Steglitz, wohin der Weg für manch älteren Bürger zu weit ist. Die gerade wieder angelaufenen Sprechstunden der Seniorenvertretung finden daher auch in verschiedenen bezirklichen Senioreneinrichtungen und Bibliotheken statt, in denen Senioren von Senioren beraten werden. Die Sprechstundentermine und –orte der Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf sind aufgeführt unter www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/artikel.111622.php .

Überparteilich und ehrenamtlich für die Nöte der Älteren unterwegs

„Es ist eine sehr angenehme Zusammenarbeit mit Bezirksstadtrat Tim Richter“ lobt Mathilde Kannenberg nach ersten Monaten im Amt der Vorstandsvorsitzenden und freut sich auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit mit ihm. Sich den von Senioren an sie herangetragenen Problemen mit aller Kraft anzunehmen, ihnen Gehör zu schenken, dafür steht sie mit ganzem Herzen. – Auch wenn ihr als im Ehrenamt Tätige dabei in manchen Dingen die Hände gebunden sein könnten.

„Ich muss eben immer bedenken: Was ist machbar? – Und danach handeln“, erklärt Mathilde Kannenberg optimistisch. Auch dabei weiß sie die 11 neuen Mitglieder der Seniorenvertretung sowie Tim Richter hinter sich, dem als Bezirksstadtrat für Bürgerdienste und Soziales ein enger und vertrauensvoller Austausch mit dem Gremium der Bürgerinnen und Bürgern 60+ besonders wichtig ist. Mathilde Kannenbergs Voraussetzung für ihre neue Aufgabe in der ehrenamtlich tätigen Interessenvertretung der Senioren: „Gesunde überparteiliche Zusammenarbeit unter Erhalt meines Urvertrauens in die Menschen. Denn es kommt immer etwas zurück.“ Sie hasst Unehrlichkeit, und dass Menschliches heute oft gänzlich in Vergessenheit gerät und vielen Menschen fremd geworden ist, belastet sie. Selbst ist sie von dieser Haltung weit entfernt und hütet sich davor, zur „Paragrafenreiterin“ zu werden. „Denn ältere Menschen wollen und dürfen nicht von Paragrafen eingeengt werden“, erklärt die ehemalige ausgebildete Krankenschwester und Bürokauffrau, die viele Jahre im Universitätsklinikum München und in Berlin am Benjamin-Franklin-Klinikum gearbeitet hat. Nicht nur aus dieser Zeit bringt die empathische Vorsitzende reichlich Erfahrung mit älteren Menschen mit. Ausbauen konnte sie diese als Pflegedienstleitung eines Seniorenheims, wo sie tiefe Einblicke in die Schwierigkeiten des Älterwerdens und in den Erhalt der Selbstständigkeit erhielt. Darüber hinaus betreute sie ihre Tante, die 104 Jahre alt wurde, die letzten 10 Lebensjahre in ihrer eigenen Wohnung. Selbst hat Mathilde Kannenberg nicht nur glückliche Jahre mit Mann und Söhnen erleben dürfen. Schwere familiäre und gesundheitliche Schicksalsschläge mögen mit dazu beigetragen haben, dass sie heute so viel Verständnis und Mitgefühl für die Sorgen der Älteren aufzubringen vermag. Dabei strahlt sie ein hohes Maß an Optimismus und Kraft aus, die unweigerlich auch ihr Gegenüber ergreifen.

Soziales Engagement begleitet schon ihr ganzes Leben: Als Elternvertreterin, Nachbarschaftshilfe, in der Öffentlichkeitsarbeit im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe oder als Mitglied in der AWO und engagiert in der SPD: Die Interessen und Anliegen anderer macht sie zu ihren eigenen, ohne dabei ihre Objektivität zu verlieren.

Voller Einsatz für Senioren und ihre Anliegen

„Wenn ich etwas mache, dann voll und ganz“, betont Mathilde Kannenberg. Und als ob dieses neue Amt in der Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf nicht alleine schon ausreichen würde, mit dieser Arbeit wichtiges soziales Engagement zu beweisen, hat sie sich darüber hinaus auch noch in den Landesseniorenbeirat Berlin (LSBB) berufen lassen und stellt sich nun energiegeladen dieser doppelten Herausforderung, die andere eher als Doppelbelastung empfinden würden. Der LSBB berät auf der Grundlage des Berliner Seniorenmitwirkungsgesetzes das Abgeordnetenhaus von Berlin und den Senat von Berlin in seniorenpolitisch wichtigen Fragen und Themen. Themen, von denen nicht wenige Mathilde Kannenberg unter den Nägeln brennen, und mit denen sie und das Team nun durchstarten: Da ist der Mangel an genügend seniorengerecht gebauten Wohnungen, die älteren Menschen den Lebensabend im gewohnten häuslichen Umfeld ermöglichen, ist ein unzureichend aufgebauter öffentlicher Nahverkehr, der ihnen den Besuch von Veranstaltungen erschwert. Und da sind Fahrradwege, die kaum mit einem Dreirad befahren werden können. Und nicht zuletzt ist da das leidige Problem mit den Toiletten, das in der „Agenda“ der Seniorenvertretung ganz oben steht und auch im LSBB aktuell ist: Senioren müssen die Möglichkeit erhalten, öffentliche Toiletten in Restaurants, Gaststätten, Hotels und anderen Einrichtungen kostenfrei und möglichst barrierefrei zu nutzen – und nicht mit Geldkarte.

Um diese und andere bestehende Missverhältnisse zu ändern, bedürfe es Reformen des Seniorenmitwirkungsgesetzes, sind sich nicht nur Mathilde Kannenberg und Tim Richter einig. „Es gilt, gute Strukturen für eine Mitwirkung von Seniorinnen und Senioren zu schaffen“, fordern die Vorsitzende und der Bezirksstadtrat und nehmen dabei auch das Land in die Pflicht: Berlin müsse handeln und die Mitwirkung von Senioren auf vollkommen neue Füße stellen. Dazu müssten die bezirklichen Seniorenvertretungen sichtbarer werden und relevanten Einfluss nehmen können. Auch müsse für eine auskömmliche Finanzierung gesorgt werden und ehrenamtliche Arbeit der Vertretenden in den bezirklichen Gremien angemessen gewürdigt werden.

Es gibt also viel zu tun, wofür Mathilde Kannenberg und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter in der Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf dringend gebraucht werden.

Jacqueline Lorenz

Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf

Weitere Informationen zur Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf, Termine, Sprechstunden und mehr unter https://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/politik-und-verwaltung/gremien/seniorenvertretung/#seniorenvertretung/

Telefon: 030 – 902993040

E-Mail: seniorenvertretung@steglitz-zehlendorf.de

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