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Lottogelder für Landhaus Muthesius

Holz-Pergolen im Garten werden instandgesetzt

Landhaus Muthesius in Nikolassee, Holzpergola. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe
Landhaus Muthesius in Nikolassee, Holzpergola. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe
Erschienen in Nikolassee & Schlachtensee Journal Februar/März 2022
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Süd-westlicher Divan

Einen Fördervertrag über 36.000 Euro stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im vergangenen Jahr dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale für die Instandsetzung der Holz-Pergolen des Landhauses Muthesius in Berlin-Nikolassee zur Verfügung. Der Garten, der das Landschaftsbild an der Südseite der Rehwiese mit dem waldartig angelegten Hang und den darüber liegenden Gartenbereichen vor dem Haus maßgeblich prägt, gehört nunmehr zu den 200 Objekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Berlin fördern konnte.

Gartenbereiche und Wohnräume

Das 1906/1907 an der Potsdamer Chaussee in Zehlendorf errichtete Landhaus entwarf Hermann Muthesius als Wohnhaus für seine Familie mit einem angeschlossenen Atelier, das in den 1960er-Jahren abgerissen wurde. Das 3.000 Quadratmeter große Grundstück liegt am südlichen Rand der Rehwiese. Das Haus wurde auf Aufschüttungen vor der Böschungsoberkante errichtet, wodurch Terrassen mit Blick über die Rehwiese entstanden. Diese Aussichtsterrassen sowie der Vorgarten wurden nach dem englischen Vorbild des Landhausgartens angelegt und bilden eine geometrische, architektonische Anlage aus klar voneinander differenzierten Gartenräumen.

Die einzelnen Gartenbereiche – Vorgarten, Obstgarten und Rosengarten – korrespondieren mit den Innenräumen des Wohnhauses, auf die die Wohnräume orientiert wurden. Andererseits nehmen weiß gehaltene bauliche Elemente im Garten – wie Zaun, Pergola und Teehaus – Baufluchten auf und schaffen so eine Verbindung zwischen Innen- und Außenbereich. Gleichzeitig grenzen sie die einzelnen Gartenbereiche voneinander ab. Diese Verklammerung wird durch die Verwendung von weißen Holzbauteilen in der Fassade nochmals unterstrichen.

So wird der einstige, funktional der Küche zugeordnete Obstgarten an der Ostseite des Hauses durch eine dreiteilige Pergola mit Zaun eingefasst, wobei der nördliche Pergolateil am Eck mit dem Teehaus abschließt. So werden das abfallende Gelände und der weite Blick über die Rehwiese gerahmt und betont. Die nördliche Pergola, die zudem mit der Nordwestwand des Wohnhauses fluchtet, schafft eine bauliche Verklammerung zwischen Innen- und Außenbereich. Ähnliche Gedanken weisen Vor- und Rosengarten auf.

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