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Galerie „Wannsee Contemporary“: Kunst fern des Großstadttrubels

Avi Feldman öffnet jungen Künstlerinnen und Künstlern die Tür

Galerist und Kurator Dr. Avi Feldman: Menschen- und Kunstfreund.
Galerist und Kurator Dr. Avi Feldman: Menschen- und Kunstfreund.
Erschienen in Gazette Zehlendorf Januar 2022
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Dr. Avi Feldman ist Kurator, Galeriebetreiber und Jurist, beschäftigte sich während seiner Doktorarbeit mit dem Zusammenhang von Recht und Kunst. Sein Herz schlägt seit frühester Jugend für zeitgenössische Kunst, Tanz und Performance. – Seit September 2021 bietet er jungen, international aufstrebenden Künstlern nun in seiner neu eröffneten Galerie „Wannsee Contemporary“ unweit von Wannsee und Stölpchensee eine Plattform, auf der sie ihre Werke der Öffentlichkeit vorstellen können, auf der Projekte reifen, Lesungen und Events, aber auch Künstlergespräche Raum finden. Dem kleinen verwunschenen Haus, in dem zuvor ein Elektrohandel untergebracht war und Interessenten eigentlich ein Café eröffnen wollten, will er frisches Leben einhauchen, und „mit seinen Räumen spielen“. Die weißen Galerie-Wände lenken in keiner Weise von dem ab, was sie schmucklos offerieren wollen: junge zeitgenössischer Kunst, die hier im Zusammenspiel mit dem wechselhaften Wannseer Licht, das schon Liebermann so faszinierte, seine passende Bühne gefunden hat. Unauffällig und erwartungsvoll duckt sich das Haus in der Chausseestraße hinter kleinem Vorgarten, und durch die einladend offenstehende Galerietür wird unser Blick auf globale Kunst und internationale Künstler gelenkt, macht neugierig auf mehr.

Künstlerische Vielfalt – lokal sehen, global denken

Gibt man der Neugier nach, wird man mit akzentuiert präsentierter Kunst belohnt und findet unverbrauchte, spannungsvolle Arbeiten – so wie in der Eröffnungsausstellung die Werke von Shanee Roe, einer Künstlerin, die – in New York geboren – in Israel aufwuchs und in Leipzig arbeitet. Ihre provokativ anmutenden und dabei doch so intimen Zeichnungen und Gemälde brachten frischen Wind in das beschauliche Wannsee und vermittelten selbstbewusst: Wir zeigen uns hier zwar lokal, sind aber von globaler Bedeutung. Auch die Folgeausstellungen haben diese Intention, hinter der Avi Feldman ganz steht. Er erklärt: „Wir sind hier lokal niedergelassen, denken aber international und global.“ Dabei setzt er auf Vielfalt. Und so faszinieren nach den Gemälden nun in seiner seit November 2021 und noch bis Mitte Januar 2022 laufenden zweiten Galerie-Ausstellung „Was guckst du“ farbenfrohe Großskulpturen der in Dresden lebenden und arbeitenden Künstlerin Layla Nabi. Die Exponate leiten sich von alltäglichen Objekten des öffentlichen Raumes ab, an denen man tagtäglich eher gedankenlos vorbeigeht: Überdimensionale Vitrinen oder Fahrkartenautomaten, die trotz ihrer Größe „übersehen“ werden. In der Ausstellung sind sie nun aus ihrem Kontext im öffentlichen Raum herausgeholt und fordern in ruhiger Galerie-Atmosphäre zum Nachdenken und genauerem Hinschauen auf, frei nach dem Motto „Was siehst du darin?“

Gute Wannsee-Aussichten für die zeitgenössische Kunst

Die kommerzielle Galerie Wannsee Contemporary ist im Ortsteil Wannsee eine der ersten, die sich der zeitgenössischen Kunst und ihren jungen Künstlern widmet und ihre Werke anbietet. Feldmans Ziel ist es dabei auch, sich mit den Kunst- und Kultureinrichtungen des Bezirk Steglitz-Zehlendorf weiter zu vernetzen und auszutauschen, um gemeinsam mehr zeitgenössische globale Kunst und Kunstschaffende hier etablieren zu können. Dabei sei Wannsee „jenseits von Mitte“ für seine neue Galerie ebenso wie für Sammler und Kunstfreunde ein idealer Platz, betont Kunstkenner Avi Feldman. – Gut erreichbar mit dem ÖPNV auf dem Weg nach Potsdam und malerisch gelegen unweit von Wannsee und Stölpchensee, dem Haus der Wannseekonferenz und der Liebermann-Villa. Reizvolle Kooperationen mit diesen Institutionen und anderen Kultureinrichtungen des Bezirks kann sich Galerist Feldman gut vorstellen, der seine Wannsee Contemporary nur wenige Schritte entfernt von der Musikschule Wannsee und der Galerie „Mutter Fourage“ eröffnet hat und für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Kunstszene dieser Gegend seine Nachbarn für unverzichtbar hält. Einig ist man sich schon jetzt darin, dass mit jeder neuen Galerie und Kultureinrichtung auch ein breiteres öffentliches Interesse für diesen Ortsteil entsteht. Dazu fasst Galerist Avi Feldman zusammen: „Wannsee Contemporary möchte Künstlern und der Öffentlichkeit eine Plattform bieten, sich mit neuen Tendenzen der globalen Kunstszene auseinanderzusetzen. Gleichzeitig möchte die Galerie durch geplante Kooperationen und Residenzen eine Verbindung zu den politischen, sozialen und ökologischen Landschaften Wannsees herstellen und diese erkunden.“ Die Künstler, die seine Galerie besuchen, seien fasziniert vom besonderen Flair des Ortsteil Wannsee, wollen ihn näher kennenlernen, entdecken und verstehen. So plant Avi Feldman mit ihnen Kunst-Projekte, die Wannsee mit seinen Bewohnern, seiner Natur und seiner Geschichte einbeziehen. Die Ergebnisse könnten dann im öffentlichen Raum um Wannsee und Potsdam präsentiert werden – beispielsweise als Installation, im Foto- und Videoformat oder über die Malerei.

Viel mehr als ein Galerist

Anfang 2020 zog Avi Feldman mit seinem Partner, dem Literaturwissenschaftler Dr. Christoph Willmitzer, und ihrer kleinen Tochter Sophia kurz vor Pandemiebeginn nach Berlin-Wannsee. Die Wohnung nahe der Galerie, Kita und Natur um die Ecke und ein großes Künstler-Netzwerk im Gepäck sprechen für einen aussichtsreichen Neubeginn. Mit Erfahrung und eigenen Händen anstatt durch Sponsoren seine Galerie und seine Projekte aufzubauen, diesen Traum lebt Avi Feldman nun jeden Tag, auch wenn Corona viele Vorhaben erst einmal verzögert hat.

Avi Feldmans globales Denken hat gute Gründe: Der Kurator, Autor und Jurist ist auf der Welt viel herumgekommen. 1976 in Kanada geboren, finden sich seine Lebens-Stationen u. a. in Tel Aviv, in England, der Schweiz, Stuttgart, Dresden und Berlin. Über ein Jahrzehnt arbeitete Feldman als freiberuflicher Kurator, war von Tel Aviv bis New York international unterwegs und stellt sich nun der Herausforderung, mehr zeitgenössische Kunst auch nach Wannsee zu holen und damit die bestehende Berliner Kunstszene zu erweitern. Warum aber gerade Wannsee? – Hier erinnere ihn vieles an unvergessliche Ferien in Montréal, die von Besuchen der Seen und Wäldern geprägt waren. Dass auch in Berlin Großstadt und Natur so dicht beieinander liegen, macht für ihn einen Großteil der Faszination Wannsee aus, wo er als Freund und Unterstützer der zeitgenössischen Kunst nun mit seiner Familie angekommen ist.

Weitere Informationen zur Galerie Wannsee Contemporary, Öffnungszeiten und geplante Ausstellungen unter www.wannsee-contemporary.com

Jacqueline Lorenz

Galerie Wannsee Contemporary

Chausseestraße 46
14109 Berlin-Wannsee

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