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Forsthaus Paulsborn

Vom Wohnsitz des Jagdinspektors zur Gastronomie im Grunewald

Erschienen in Dahlem & Grunewald Journal Oktober/November 2021

Bleiverglaste Fenster, Geweihe und Hirschköpfe auf der Fassade, Türmchen und Erkner erinnern an die Nachbarschaft zum Jagdschloss. Doch so sieht das um 1800 erbaute Forsthaus Paulsborn erst seit einem Umbau im Jahr 1905 aus. Laut Theodor Fontane, der bei seinen Wanderungen auch in Paulsborn vorbeikam, wohnte hier der Jagdinspektor, vermutlich sahen die Gebäude damals einfacher aus. Der Jagdinspektor zog später ins Jagdschloss um.

Der Kaiser zu Gast

Das Haus wurde 1806 von jemandem namens Born erworben und ein Wirt namens Paul eröffnete schon bald einen Bierschank in dem Haus. So soll es zu dem Namen Paulsborn gekommen sein. 1860 gab es neben dem Gasthaus eine Herberge für die königlichen Jäger. Schon bald war auch die Prominenz hier zu Gast – 1871 hatte Kaiser Wilhelm I. ein neues Gasthaus feierlich eröffnet. Auch andere Regierungsmitglieder erholten sich hier - ein Schild an einem Stuhl soll darauf hingewiesen haben, dass sich Fürst Bismarck bei seinem letzten Besuch dort ausgeruht hatte. Kaiser Wilhelm II. soll in dem Haus Stammgast gewesen sein.

Ein Ort für Hundefreunde

Bis heute beherbergt das Haus mit der schönen Lage an der südwestlichen Spitze des Grunewaldsees gastronomische Betriebe samt Hotelzimmern. Bei der Bewirtung wird auch an die Hunde der Gäste gedacht, denn immerhin befindet sich das Forsthaus Paulsborn mitten im größten Hundeauslaufgebiet Europas. Viele Vierbeiner aus Berlin und Brandenburg samt Frauchen und Herrchen sind hier unterwegs. So wird der gut gefüllte Wassernapf gern gebracht. In den vergangenen Jahren – vor Corona – gab es am Forsthaus sogar einen Hundeweihnachtsmarkt.

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