Gazette Verbrauchermagazin

90 Jahre Ladenstraße

Die einzige Einkaufsmeile mit U-Bahnhof mittendrin

Die Ladenstraße damals …
Die Ladenstraße damals …
Erschienen in Gazette Zehlendorf Oktober 2021
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Im September 1931 konnten die ersten Kunden durch die Ladenstraße schlendern. Sie versorgte die Bewohner der neu gebauten Onkel-Tom-Siedlung. Schon zwei Jahre zuvor war der U-Bahnhof eröffnet worden, der die Verkehrsanbindung für die Bewohnerinnen und Bewohner sicherstellte. Dafür hatte der Sommerfeld-Konzern, dem die bebauten Flächen gehörten, nicht nur kostenloses Gelände zur Verfügung gestellt, sondern auch die Baukosten übernommen. Architekt Otto Salvisberg entwarf die Ladenpassage links und rechts an den Längsseiten des Bahnhofs. Eine zusätzliche Attraktion war das „Onkel-Tom-Kino“.

Schwere Zeiten

Einige Jahre später folgten die schwierigen Kriegsjahre. Nach Kriegsende durften nur Angehörige und zivile Angestellte der amerikanischen Alliierten in die Ladenstraße. Bis zur Wiedereröffnung für die Bevölkerung im Dezember 1946 wichen die Ladenbesitzer in provisorische „Geschäftsräume“ in der Umgebung aus. Diese befanden sich in Garagen oder es waren einfache, schnell zusammengezimmerte Bretterbuden. Mit Eröffnung des amerikanischen Einkaufszentrums an der Clayallee/Hüttenweg wurde die Ladenstraße wieder für die Geschäftsleute und Kunden freigegeben.

Aktiv und attraktiv

Nachdem die Wirtschaftswunderjahre einen Aufschwung brachten, ebbte dieser mit dem Bau großer Supermärkte und Discounter, die mit großen Parkplätzen besonders für den Großeinkauf der Autobesitzer attraktiv waren, etwas ab. Doch die Ladenstraße erfand sich immer wieder neu – erst vor einigen Jahren wurde sie heller und attraktiver gestaltet. Auch die Folgen eines Großbrandes im November 2020 wurden in gemeinsamer Anstrengung gemeistert. Heute ist die Ladenstraße ein beliebtes Ziel für Kundinnen und Kunden. Mit dem Trend weg vom Individualverkehr hin zu den umweltfreundlicheren Alternativen ÖPNV und Fahrrad ist ihre Lage am U-Bahnhof im Trend. Viele unterschiedliche Fachgeschäfte, gute gastronomische Angebote, aber auch der Bruno-Taut-Laden als Anlaufstelle für Anwohner sorgen für Attraktivität. Die kleinen Flächen sind auch ein Vorteil für Neugründungen, denn so bleibt das finanzielle Risiko überschaubar. Wöchentliches Highlight ist der jeden Donnerstag stattfindende Markt, auf dem von Frühjahr bis zum Herbst ab 17 Uhr Livemusik zu hören ist.

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