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Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs

Wie geht es weiter mit den beiden Bahnhöfen für den Berliner Süden?

Von links nach rechts: Matthias von Popowski, Complan Kommunalberatung; Guido Schütte, Leiter der Projektentwicklung Berlin (Marienpark); Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler. Foto: Martina Marijnissen
Von links nach rechts: Matthias von Popowski, Complan Kommunalberatung; Guido Schütte, Leiter der Projektentwicklung Berlin (Marienpark); Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler. Foto: Martina Marijnissen
Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau August 2021
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Seit 15 Jahren kämpft der Bezirk Tempelhof-Schöneberg für die Realisierung des Regionalbahnhalts Buckower Chaussee und des S-Bahnhaltes Kamenzer Damm. Mittlerweile sind die Signale der Landesebene durchaus positiv zu bewerten. Das sah nicht immer so aus. Ende 2019 startete der Bezirk gemeinsam mit dem GRW-Regionalmanagement eine Kampagne mit dem Ziel, den Regionalbahnhalt Buckower Chaussee im Rahmen des aktuell bis 2025 geplanten Ausbaus der Dresdner Bahn doch noch zu realisieren.

Beide Bahnhöfe sind im aktuellen Nahverkehrsplan Berlin 2019-2023, im Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr (StEP MoVe) sowie in weiteren strategischen Planungen wie i2030 oder auch in dem aktuellen Gemeinsamen Strukturkonzept (GSK) für die Flughafenregion Berlin-Brandenburg enthalten.

Beide Bahnhöfe sind für den Bezirk von immenser Wichtigkeit. Nach Abschluss des Ausbaus der Dresdner Bahn Ende 2025 wird die Realisierung des S-Bahnhaltepunkts Kamenzer Damm angestrebt, vorbehaltlich endgültiger Zusagen und Prüfungen kann die Realisierung ab 2027 erfolgen.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler: „Mit der Realisierung des S-Bahnhaltepunktes würde eine seit vielen Jahrzehnten diskutierte Lückenschließung vollzogen. Die nächst entfernten S-Bahnhöfe Attilastraße im Norden sowie Marienfelder Allee im Süden sind jeweils etwa 1,2 Kilometer entfernt – der S-Bahnhaltepunkt Kamenzer Damm läge damit optimal zwischen diesen Stationen und würde umfangreiche Gewerbegebiete sowie Wohn- und mischgenutzte Quartiere erschließen.“

Ein Regionalbahnhalt – ergänzend zum S-Bahnhalt Buckower Chaussee – hat nicht nur eine große Bedeutung für die benachbarten Gewerbestandorte Motzener Straße und Großbeerenstraße sowie die wachsende Wohnfunktion im Süden des Bezirks. Er hat auch eine Bedeutung für den gesamten Berliner Süden mit Ausstrahlung nach Steglitz-Zehlendorf und nach Neukölln.

In einem gemeinsamen Workshop mit der Senatskanzlei, der Senatsverkehrsverwaltung, der Deutschen Bahn AG, der BVG u. a. wurden bereits im Januar 2020 Aufgaben der einzelnen Partner vereinbart. Unter anderem fanden und finden aktuell Gespräche zwischen der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) sowie Eigentümern und Anrainern hinsichtlich der Flächeninanspruchnahme und Erschließung im Zuge des Neubaus des Brückenbauwerks Buckower Chaussee statt. Ferner wird der Regionalverkehrshalt im Rahmen des Infrastrukturprojektes i2030 von der Deutschen Bahn AG untersucht, zunächst hinsichtlich der betrieblichen Machbarkeit. Ein zusätzlicher Halt hätte Auswirkungen auf die Betriebsqualität und muss daher im Rahmen des Gesamtnetzes betrachtet und bewertet werden. Diese Ergebnisse stehen noch aus.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler: „Aufgabe des Bezirks Tempelhof-Schöneberg aus dem Workshop vom Januar 2020 ist es, die Flächen für den Regionalbahnhalt sowie angrenzender Flächen für bahnhofsaffine Nutzungen und Funktionen freizuhalten und zu sichern sowie Perspektiven und Potenziale der zukünftigen Nutzungen im Bahnhofsumfeld konzeptionell zu untersetzen.“

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