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Rosen an der Wendeschleife

Roseneck – vom Ausflugsziel zum beliebten Treffpunkt

Erschienen in Dahlem & Grunewald Journal Juni/Juli 2021
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Von der Innenstadt zum Ausflugsziel und wieder zurück – das boten die Vorortbahnen in der Kaiserzeit. Einige davon waren auf einer Schlaufenfahrt unterwegs. So bezeichnete man Anfang des 20. Jahrhunderts den Verlauf von Straßenbahnlinien, die ihre Fahrgäste auf unterschiedlichen Wegen zum Ziel brachte. Dazu gehörten die Linien A, BH und BS der westlichen Berliner Vorortbahn. Sie fuhren vom Potsdamer Platz über das Roseneck wieder zurück zum Potsdamer Platz. Wobei Hin- und Rückfahrt auf unterschiedlichen Wegen verlief. So kam man damals entweder über die Koenigsallee oder die Hubertusallee zum Roseneck und konnte die umliegenden Ausflugslokale und den beliebten Grunewald besuchen. Die Wendeschleife der Bahnen – auf der auch Züge wendeten, die hier ihre Endhaltestelle hatten – gab dem Roseneck seinen Namen, denn neben den Gleisen wurden Rosen gepflanzt.

Heute ist von den Straßenbahnen nichts mehr zu sehen. Am 1. Mai 1957 wurde die letzte Bahn zum Roseneck eingestellt. Die Bahnen wurden durch Busse ersetzt. Der Name Roseneck ist geblieben und auch in diesem Sommer sind die blühenden Namensgeber zu bewundern. Eine Besonderheit ist das Hochhaus am Roseneck, das mit seinen 15 Stockwerken zu einem der ersten Hochhäuser der Stadt gehört. Ein Blickfang neueren Datums ist die Botschaft von Katar, mit seinem orientalischen Stil. Das Roseneck präsentiert sich heute als schöner Treffpunkt, der auch zum Bummel einlädt. Geschäfte, Friseure, Restaurants und mehr ziehen die Besucher an, die auch gerne in dem gehobenen Flair verweilen.

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