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Ehrung von Richard von Weizsäcker und Coco Schumann

Gemeinsames Vorgehen von Die Grünen, CDU und FDP

Der Kaiser-Wilhelm-Platz heißt künftig Richard-von-Weizsäcker-Platz.
Der Kaiser-Wilhelm-Platz heißt künftig Richard-von-Weizsäcker-Platz.
Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau Februar 2021
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Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, der CDU und der FDP in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Ehrung von Richard von Weizsäcker und des Musikers Coco Schumann verständigt. Künftig wird der Kaiser-Wilhelm-Platz den Namen Richard-von-Weizsäcker-Platz tragen. Der Saal mit der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ im Schöneberger Rathaus wird Coco-Schumann-Saal heißen.

Politik und Kultur

Richard von Weizsäcker war früherer Regierende Bürgermeister und erster Bundespräsident des wiedervereinigten Deutschland. Er hatte mit seiner vielbeachteten Rede zum 8. Mai 1945 als „Tag der Befreiung“ die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der deutschen Vergangenheit auf eine neue Stufe gehoben.

Mit einem Coco-Schumann-Saal soll unterdessen an einen Künstler erinnert werden, der als Jazz-Musiker seine ersten Auftritte in Schöneberg hatte und bis 1943 in illegalen Swing-Clubs spielte. Er wurde von den Nationalsozialisten verhaftet und als so genannter „Geltungsjude“ ins KZ Auschwitz deportiert. Der Holocaust-Überlebende trug nach der Befreiung zur Wiederbelebung des Berliner Kulturlebens und der Jazz-Szene in der Stadt bei. Zeugnisse aus dem Leben von Coco Schumann sind zu sehen in der im Rathaus Schöneberg gezeigten Ausstellung „Wir waren Nachbarn“. Dieser Ausstellungsraum trägt künftig seinen Namen.

Anwohner an den Planungen beteiligen

Anstoß der gemeinsamen Initiative der drei Fraktionen war der CDU-Vorschlag, einen Saal des Schöneberger Rathauses nach Richard von Weizsäcker zu benennen. In der Folge entwickelte sich eine intensive und konstruktive Debatte zwischen den Fraktionen, deren Ergebnis die beiden Anträge sind.

Kaiser Wilhelm I. wird auch weiterhin prominent im Berliner Stadtbild vertreten sein. Eine Straße in Lankwitz und auch die international bekannte Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche erinnern an ihn. Die drei Fraktionen verständigten sich außerdem darauf, vor der Platzumbenennung die direkten Anwohner angemessen zu informieren und an den Planungen zu beteiligen.

Kritik von der SPD

Die SPD-Fraktion ist mit der Entscheidung der Platzbenennung nicht glücklich. Zum einen findet die Fraktion die Benennung des verkehrsumtosten Platzes nach dem verdienten Politiker von Weizsäcker nicht angemessen, zum anderen verweist sie darauf, dass in der BVV beschlossen wurde, Plätze und Straßen gemäß der Ausführungsvorschrift zum Berliner Straßengesetz nach Frauen zu benennen.

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