Gazette Verbrauchermagazin

Endbahnhof Krumme Lanke – wie lange noch?

Verwirklichung der Pläne für die Verlängerung der U3 liegt in ferner Zukunft

Endstation: Am U-Bahnhof Krumme Lanke enden die Gleise.
Endstation: Am U-Bahnhof Krumme Lanke enden die Gleise.
Erschienen in Nikolassee & Schlachtensee Journal Dezember/Januar 2020
Anzeige
Pflegehelden Berlin-WestPRACHT – WILD UND WEINKrumme Lanke Brillen GmbHDetlef BlisseSüd-westlicher Divan

„Richtung Mexikoplatz: Zuuuurückbleiben bitte“ – das ist in Zehlendorf noch Zukunftsmusik. Die Verlängerung der U-Bahnlinie, die heute am Bahnhof Krumme Lanke endet, wird zwar immer wieder diskutiert, aber die Verwirklichung liegt noch in der Ferne. Oder bleibt die Krumme Lanke ewige Endstation? In den 1920er-Jahren war sogar eine Verlängerung bis zur Machnower Schleuse vorgesehen. Diese kommt seitdem in den Planungen nicht mehr vor. Immerhin 200 Meter Tunnel führen bereits jetzt in Richtung Mexikoplatz. Die Bezirksverordnetenversammlung Zehlendorf-Steglitz unterstützt die Ausbaupläne, deren Kosten auf 40 Millionen Euro geschätzt werden.

Eine der ersten U-Bahnlinien

Die heutige U3 ist eine Strecke im Kleinprofil. Sie gehört zu einer der ersten U-Bahnlinien, die Stadt und Umland verbanden. Der Bau der ursprünglichen Strecke, die zwischen Wittenbergplatz und Thielplatz verlief, begann 1910. 1913 konnte die Strecke in Betrieb genommen werden. Die Verlängerung bis zum Bahnhof Krumme Lanke erfolgte 1929. Vorher hatte der Sommerfeld-Konzern, der viele Ländereien im Südwesten besaß, das Areal für die U-Bahn an die Stadt Berlin verschenkt. Nicht ganz uneigennützig – denn auch der Wert des Baulandes stieg mit der Erreichbarkeit.

Baudenkmal der Neuen Sachlichkeit

Der Bahnhof Krumme Lanke wurde von dem Architekten Alfred Grenander im Stil der Neuen Sachlichkeit entworfen. Er ist seit 1990 ein Baudenkmal. Der eingeschossige Stahlbau mit den Oberlichtern auf schmalen Stützen erinnert an den Eingang zu einer Messehalle. Eine kleine Wartungswerkstatt in der Wagenhalle und ein dahinter befindliches Gleichrichterwerk komplettieren das Ensemble. Früher gab es hier auch noch eine Wagendrehscheibe. Doch die Moderne hat längst Einzug gehalten: Heute ist der Bahnsteig, der in einem Einschnitt unter dem Straßenniveau liegt, mit einem Aufzug barrierefrei erreichbar.

Platz vor „seinem“ Bahnhof

Der schwedische Architekt Alfred Grenander (1863 – 1931) war seit 1902 sozusagen der Hausarchitekt der BVG. Von ihm stammen die Pläne für zahlreiche Berliner Bahnhöfe. Dazu zählen die Bahnhöfe Wittenbergplatz, Hermannplatz, Alexanderplatz, wo eine Stele über das Wirken von Grenander informiert, und viele andere mehr. Etwa 70 Berliner U-Bahnhöfe stammen aus seinen Entwürfen. Auch die Gestaltung von U-Bahn-Wägen, aber auch Brücken und Verwaltungsbauten zählte zu seinem Aufgabengebiet. Vor dem Bahnhof Krumme Lanke wurde der Alfred-Grenander-Platz am 6. Juni 2009 zu Ehren des Architekten benannt. Treibende Kraft hierfür war die Krumme Lanke Interessengemeinschaft (KLIG) unter Führung des Optikermeisters Christian Zech, die sich viele Jahre lang für die Umgestaltung des mittlerweile fertiggestellten Platzes einsetzte.

© Gazette Verbrauchermagazin GmbH 2020