Finanzen
Angst vor Altersarmut
Warum viele Frauen um ihre Rente bangen – und wie sich gegensteuern lässt
08.10.2026: Steigende Mieten, teure Einkäufe und am Monatsende herrscht Ebbe auf dem Konto: Das Berliner Leben verlangt dem Portemonnaie einiges ab. Für viele Frauen wird der Blick auf den Ruhestand deshalb zunehmend zur Zerreißprobe. Fast jede zweite Frau blickt mit großer Sorge auf ihre finanzielle Absicherung im Alter, während es bei den Männern nur gut ein Drittel ist. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Geldratgebers Finanztip.
Die Ursachen liegen selten an mangelnder Weitsicht, sondern schlicht am fehlenden Spielraum: Gut jeder vierten Frau bleiben nach Abzug aller Fixkosten monatlich weniger als 50 Euro übrig – vielen sogar gar nichts. Getrieben wird die Unsicherheit vor allem durch die Teuerung, gefolgt von zu geringen Einkommen, Krediten und reduzierter Arbeitszeit. Gerade die Arbeitszeit fällt ins Gewicht: Frauen arbeiten doppelt so häufig in Teilzeit wie Männer. Besonders auffällig ist die Verunsicherung beim Nachwuchs: Bei den 18- bis 29-Jährigen fühlt sich nur gut ein Drittel der Frauen bei Geldfragen sicher, während Gleichaltrige männliche Befragte deutlich mehr Zuversicht ausstrahlen.
Doch der Rentenlücke lässt sich mit gezielten Maßnahmen begegnen – auch ohne riesiges Budget. Oft fehlen verständliche Anleitungen statt komplizierter Finanzprodukte. Experten raten dazu, bereits mit Kleinstbeträgen auf einem Tagesgeldkonto einen Notgroschen aufzubauen, um unvorhersehbare Ausgaben abzufedern.
Ein entscheidender Hebel liegt zudem im Alltag von Familien: Wenn ein Elternteil für Kinderbetreuung oder Pflege beruflich zurücksteckt, sollte dieser Verdienstausfall partnerschaftlich ausgeglichen werden – etwa indem laufende Haushaltskosten ungleich verteilt werden, damit die private Vorsorge weitergeführt werden kann.
Wichtig ist auch der Blick auf das Rentenkonto: Viele Mütter verschenken Geld, weil Kindererziehungszeiten nicht korrekt hinterlegt sind. Für ab 1992 geborene Kinder rechnet die Rentenversicherung bis zu drei Jahre an, was die spätere Bruttorente um rund 128 Euro monatlich pro Kind steigern kann. Zusätzliche Berücksichtigungszeiten bis zum zehnten Geburtstag sichern wichtige Versicherungsjahre. Für die Zukunft verspricht zudem das für 2027 geplante Altersvorsorge-Depot weitere Unterstützung: Hier winken durch staatliche Zulagen spürbare Aufstockungen, die gerade Müttern beim Vermögensaufbau helfen können.