Gazette Verbrauchermagazin
Zehlendorf

100 Jahre Berliner Rugby-Club

Feiern mit Film

Spielbegeisterung Rugby auch bei Regen. Foto: BRC
Spielbegeisterung Rugby auch bei Regen. Foto: BRC

20.08.2026: Der Berliner Rugby-Club (BRC) e. V. mit Trainingsplatz an der Zehlendorfer Sachtlebenstraße hat guten Grund, in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen groß zu feiern: Er ist der einzige Berliner Verein mit einer Bundesliga-Mannschaft und einer kompletten Jugend U8 bis U18. Während der offizielle Festakt am 28. August 2026 in der Villa im Olympiapark stattfand, hat sich der Verein für seine Feier mit den Jugendlichen etwas ganz Besonderes ausgedacht:

An zwei tollen Nachmittagen können sie den BRC bei der Filmvorführung des besten Rugby-Films aller Zeiten „Invictus“ im BALI Kino Berlin, Teltower Damm 33 in 14169 Berlin hochleben lassen. Der Film spielt in Südafrika, woher auch der aktuelle Rugby-World-Cup-Sieger kommt. Dank der großzügigen Unterstützung durch Andreas Neun, Betreiber des modernisierten BALI, wird jeweils am Samstag, den 12. und am Sonntag, den 13. September 2026 um 13 Uhr der weltbekannte Film unter der Regie von Clint Eastwood mit Matt Damon und Norman Freemann bei freiem Eintritt gezeigt, mit vorheriger Einführung und Vorstellung des BRC anhand eines Vorfilms, der anlässlich des besonderen Jubiläums mit allen Mannschaften auf dem Trainingsplatz an der Sachtlebenstraße professionell gedreht wurde. Eingeladen sind sportinteressierte Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren, gerne mit einer Begleitperson nach dem Motto „Bring your friend – Rugby for free!“. Tickets sind telefonisch ab 5. September 2026 unter 030 – 811 46 78 zu reservieren. Begrenzte Sitzplätze. Flyer mit allen Event-Informationen gibt es in den Zehlendorfer Schulen sowie im BALI-Kino. – Und wer beim Rugby dann selbst mal mitkicken möchte, kann das beim Probetraining des BRC: Er bietet vor dem rechtsverbindlichen Beitritt zum Verein für 4 Wochen die kostenlose Möglichkeit, den Trainingsbetrieb der Trainingsgruppen unter fachlicher Betreuung kennenzulernen. Anmeldung per Kontaktformular unter www.berliner-rugby-club.de/probetraining/

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Foto: BRC
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Foto: BRC

Rugby im Berliner Südwesten „für Ruhm und Ehre“

Seit etwa 1880 wird Rugby in Berlin gespielt. 46 Jahre später gründete sich 1926 der Berliner Rugby-Club (BRC), im Ursprung ein Charlottenburger Verein, der aber seit Jahrzehnten bereits mit Zehlendorf verankert war. Mit dem Umbau der Sportanlage Sachtlebenstraße in Zehlendorf im Jahr 2023 erhielt der Verein, der vorher auf der Sportanlage Jungfernheide sein „Wohnzimmer“ hatte, in Zehlendorf seinen eigenen Trainingsplatz. Der Verein begrüßt, dass beim Zehlendorfer Sportamt nicht nur Fachbereichsleiterin Götze Herz für Rugby zeigt. Tobias Streng, 1. Vorsitzender des BRC, erklärt dazu: „Man muss aktiv auf die Leute zugehen.“ So konnten 2025 durch Crowdfunding ermöglicht drei neue Lagercontainer aufgestellt werden. Streng fand 1989 im Alter von 20 über einen Freund zum Rugby und blieb – frei nach dem heutigen Vereinsmotto „Bring Your Friend“. An seiner Seite weiß er Sportskollegen Florian Kaletta, der nach erfolgreichem Berufsleben nun die Fäden der Vereins-Öffentlichkeitsarbeit versiert in der Hand hält. Und auch, wenn Rugby in Deutschland – nicht zuletzt wegen des großen Fußballinteresses – immer noch Amateurssport-Status hat und der BRC als Amateurverein für „Ruhm und Ehre“ spielt, gibt Tobias Streng zu bedenken: „Rugby ist eine Sportart, die sich weltweit stark entwickelt. Immerhin hat Rugby die drittgrößte WM hinter der Fußball-WM und der Olympiade vorzuweisen.“

Einst gegründet aus fünf Gründungsmitgliedern, entwickelte sich der Verein des BRC über die Jahre zu einer konstanten Rugbyschmiede und zählt heute rund 300 Mitglieder. Der Jahres-Mitgliedsbeitrag bis 18 Jahre beträgt 240 Euro, darüber 300 Euro. Das älteste noch spielende Mitglied ist 76 Jahre, doch immerhin 2/3 des Vereins sind Jugendliche. So kann der BRC durchaus als Jugendverein bezeichnet werden.

Die Jugendlichen lernen hier „spielerisch“ neben Teamgeist auch Toleranz und Solidarität. Ein wichtiger Erfolgsbaustein des BRC ist das Ehrenamt; ein Gedanke, den der Verein immer weiter trägt, denn: Noch aktive ältere Spieler werden häufig Trainer und coachen meist im Doppelgespann jüngere. Dabei zählt neben der Trainerlizenzierung und -weiterbildung besonders die hohe menschliche Qualifikation. – Ein gelungenes Konzept, das den BRC deutschlandweit auszeichnet. Mit dem steten Anspruch, in der obersten Liga zu spielen, gelingt ihm dies als einzigem Berliner Verein seit Jahren. – Wer 1. Bundesliga spielen möchte, kommt zum BRC. Bereits 1989 konnte eine deutsche Vize-Meisterschaft gewonnen werden, noch arbeiten die Jungs am Meistertitel. Die Erfolge der BRC-Jugendmannschaften sind hingegen zahlreich, 50 Meistertitel sind die nächste Benchmark. Hier zeigt sich die erfolgreiche Jugendarbeit, aus der etliche Nationalmannschaftsspieler hervorgegangen sind. Und auch wenn die Zahl der männlichen Spieler beim BRC überwiegt, ist Rugby auch Frauensport: Im BRC spielen sie bis in die U16 in gemischten Mannschaften oder in Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen. Vom gemeinnützigen BRC e. V. werden stets Sponsoringpartner und Förderer gesucht, um weitere erfolgreiche Jugendarbeit und Sportförderung leisten zu können.

Jubiläumsfoto von 1956 BRC-Mannschaft: Fritz Feyerherm (5. stehend v.l.).Archiv BRC
Jubiläumsfoto von 1956 BRC-Mannschaft: Fritz Feyerherm (5. stehend v.l.).Archiv BRC

Save the Date: Fritz-Feyerherm-Gedächtnisturnier

Tradition hat das Fritz-Feyerherm-Turnier, das jährlich zum Gedenken an den Rugby-Union-Spieler und Nationalspieler Fritz Feyerherm (1935-2008) vom BRC veranstaltet wird. Das Turnier mit über 1.000 Jugendlichen und bis zu 70 teils internationalen Rugby-Mannschaften haben den BRC weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht. In diesem Jahr findet es am 3. Oktober ab 13 Uhr und am 4. Oktober ab 9 Uhr auf der Sportanlage Jungfernheide statt.

Als Zehlendorfer Lehrer für Latein und Alt-Griechisch arbeitete Fritz Feyerherm am Dahlemer Arndt-Gymnasium. U.a. als deutscher Nationalspieler, Schiedsrichter und langjähriger Vereinspräsident des Berliner Rugby-Club prägte er den Rugby-Sport wie kein Zweiter. Mit seiner unermüdlichen und prägenden Jugendarbeit, die der BRC bis heute weiterführt, konnten viele Jugendteams zum deutschen Meistertitel geführt werden.

Für seinen Einsatz für diesen Sport und sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement wurde er 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Rugby-Spielidee

Bis zu 15 Spieler stehen auf dem Platz, wobei ihre Spielpositionen sehr speziell sind. Dadurch finden alle Spieler – auch kleine und leichte – ihren Platz in der Mannschaft.

Beim Rugby geht es darum, den Gegner zu überwinden und den Ball ins gegnerische Feld zu tragen. Gelingt dies nicht, darf der Ball zu einem Mitspieler gepasst werden. Aber: Nur nach hinten, nie nach vorne. – Oder der Ball wird nach vorne zum Gegner gekickt.

Rugby wird ohne Schutz gespielt, wobei die Spieler von ihrer Körperlichkeit und Schnelligkeit leben. Getackelt (festgehalten, zu Boden gebracht werden) darf nur der Ballträger. Der Unterschied zum American Football: Es handelt sich beim Rugby nur um einen ähnlichen Ball, es gibt keine Schutzkleidung und keinen genialen Pass nach vorne. Tackling ist allein auf den Ballträger erlaubt.

Weitere Informationen zum BRC unter www.berliner-rugby-club.de

Jacqueline Lorenz

Titelbild

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