Gazette Verbrauchermagazin
Wannsee

Zwei Gründe zum Feiern für Diakonie Hospiz Wannsee

Jubiläum und Ende der Generalsanierung

Eingangsbereich des ambulanten Hospiz Wannsee. Foto: Immanuel Albertinen Diakonie
Eingangsbereich des ambulanten Hospiz Wannsee. Foto: Immanuel Albertinen Diakonie

25.08.2026: Gleich zwei gute Gründe gibt es aktuell für das Diakonie Hospiz Wannsee am Kleinen Wannsee zu feiern: Nach fast zweijähriger Bauzeit präsentiert sich das Haus in neuem, frischsanierten Kleid. Gleichzeitig feiert sein ambulanter Teil, das ambulante Hospiz, 30-jähriges Bestehen. Am 1. Oktober 1996 hatte es seine Arbeit aufgenommen, sieben Jahre später dann folgte die Eröffnung des stationären Hospiz als „jüngere Schwester“. Das ambulante Hospiz bzw. der ambulante Hospizdienst war vor 30 Jahren vom Evangelischen Diakonieverein Zehlendorf und der Evangelisch-Freikirchlichen Diakoniegemeinschaft Bethel des Bethel Hospiz Van-Delten im Berliner Südwesten gegründet worden mit dem Ziel, in einer Gesellschaft, die das Sterben tabuisiert und in Krankenhäuser verlagert, ein würdevolles Abschiednehmen im eigenen Zuhause zu ermöglichen.Viel hat sich inzwischen getan, rund 500 Menschen jährlich werden heute von der ambulanten Einrichtung im Bezirk Steglitz-Zehlendorf begleitet, beraten und unterstützt. Darüber hinaus stehen inzwischen zwei hauptamtlich Mitarbeitende der ambulanten Hospiz- und Palliativberatung auch dem Helios Klinikum Emil von Behring und dem Krankenhaus Waldfriede kooperativ zur Begleitung und Beratung schwer kranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen dort vor Ort zur Seite. Und auch die Trauernden verliert der ambulante Hospizdienst nicht aus den Augen: Spezielle Angebote wie Trauercafé und Trauergruppe bieten Begleitung, Beratung und persönliche Zuwendung für Angehörigen, Freunde und Hinterbliebene und damit einen tröstenden Ankerplatz, den sie als frisch Trauernde oder auch nach länger zurückliegendem Verlust ansteuern können. Dabei betont die Einrichtung, ihre Angebote mit keinerlei Missionierung zu verbinden, sondern sich an alle Menschen im Bezirk zu richten, egal welcher Konfession, welchen Glaubens und welcher Sprache sie sind. Die Nutzung ist für Betroffene und Angehörige kostenfrei. Während im Begleitungs- und Beratungsfall die Krankenkassen die Kosten dafür teilweise refinanzieren, müssen sie für Trauerangebote allein aus Spenden finanziert werden.

Hospiz
Foto: Carolin Ubl

Ehrenamt und Fachkenntnis Hand in Hand

Seit Februar leitet Silvana Schumacher den ambulanten Hospizdienst. 36 Jahre war sie im onkologischen Pflegebereich tätig, arbeitete zuvor im stationären Hospiz und bringt damit für ihre neue Aufgabe neben einem großen Herzen für schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen auch das nötige Rüstzeug für eine erfolgreiche Leitung mit. Was sie besonders beeindruckt: „Ich finde es einfach großartig, wie sich Menschen ehrenamtlich in ihrer Freizeit einbringen. – Manchmal sogar noch neben ihrer Arbeit, um sich der nicht einfachen Aufgabe zu stellen, Menschen auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten.“ Über 100 dieser ehrenamtlich Mitarbeitenden weiß sie dabei als wesentliche Stütze des ambulanten Hospizdienstes, der außerdem durch ein Team von acht hauptamtlich mitarbeitenden Koordinatoren verstärkt und koordiniert wird. Regelmäßige Gesprächsrunden mit diesen Mitarbeitenden sind dabei ebenso selbstverständlich, wie die jährlichen mehrwöchigen Kurse für Ehrenamtliche, die damit bestmöglich für ihre nicht leichte Aufgabe geschult werden, um diese dann feinfühlig und gut vorbereitet meistern zu können. Nach 30-jährigem Bestehen kann der ambulante Hospizdienst nicht ohne Stolz heute auf bereits 31 Kurse zurückblicken. Erfreulich auch, dass immer wieder auch jüngere ehrenamtlich Ambitionierte den Weg zum ambulanten Hospiz finden, Männer wie Frauen hiermit eine erfüllende Freizeitaufgabe sehen, und nicht selten noch im Berufsleben stehend ihre Unterstützung anbieten. Ihre Begleitung durch Mediation ist im Bedarfsfall möglich.

Zeit schenken auf dem letzten Lebensweg und Trauerbegleitung finden

Die Aufgaben der ehrenamtlich Tätigen im ambulanten Hospizdienst sind vielfältig und richten sich ganz nach den Bedürfnissen der Schwerkranken und Sterbenden: So mag der/die Eine sich nur eine stille Begleitung am Bett daheim, in seiner Pflegeeinrichtung oder im Krankenhaus wünschen, während dem Anderen gemeinsames Kaffeetrinken, eine kleine Ausfahrt oder einfach nur Zuhören Freude bringt. Pflegetätigkeiten sind ausgenommen. Die Koordinatoren leisten professionelle Hilfestellung, wenn es darum geht, dem zu Besuchenden einen „passenden“ Besucher zu vermitteln: Damit einem Betroffenen mit Tierhaarallergie nicht etwa ein Katzenhalter als Besucher zugeteilt wird. Zum ersten „Kennlern-Hausbesuch“ beim Betroffenen kommen Ehrenamtlicher und Koordinator daher gemeinsam. Koordinatoren wählen Dozenten aus, bilden Ehrenamtliche aus, koordinieren Einsätze und pflegen die Kontakte zu Angehörigen, Praxen und Einrichtungen im Bezirk. Als unverzichtbare Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige leistet der ambulante Hospizdienst wichtige Beratungsarbeit, vermittelt Kontakte und nennt bzw. knüpft Verbindungen zu weiteren Hilfsmöglichkeiten. Angehörigen bietet das ambulante Hospiz darüber hinaus Letzte-Hilfe-Kurse an, in denen der Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden sowie ein würdevolles Abschiednehmen feinfühlig thematisiert wird, Angehörige in ihrer Traurigkeit, bald einen lieben Menschen verlieren zu müssen, aber auch selbst begleitet werden.

Mit dem wirklichen Verlust des geliebten Menschen fällt mancher Angehörige oder Freund dann nicht selten in ein Trauerloch, aus dem er nur schwer wieder alleine herausfindet. In diesem Fall – auch wenn der Verlust schon länger zurückliegt – bietet der ambulante Hospitzdienst Einzel- und Gruppengespräche, lädt er einmal monatlich zum Trauerspaziergang um den Schlachtensee und ins Trauercafé in der Kirche am Immanuel Krankenhaus Berlin.

Raum der Stille
Der neue Raum der Stille – eingebettet in die Natur. Foto: Immanuel Albertinen Diakonie

Neustart für grundsaniertes Hospiz

Den christlichen Auftrag zu Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe, der das Sterben nicht tabuisiert, sondern zurück in die Gesellschaft holt, leuchtet aus jedem Winkel des generalsanierten und erweiterten Diakonie Hospiz Wannsee an der Königstraße am Kleinen Wannsee, wo sich auch das stationäre Hospiz befindet. Mit den frischen Farben, einem raffinierten Leuchtsystem und dem neuen künstlerisch gestalteten Raum der Stille im Garten des Hospizes sowie einem beeindruckenden Pflegebad werden einmal mehr Würde und Geborgenheit sichtbar, mit denen auch zukünftig schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen sowohl im stationären Hospiz als auch mit dem ambulanten Hospizdienst Wannsee begegnet werden wird.

Weitere Informationen und Kontakt unter www.diakonie-hospiz-wannsee.de

Spendenkonto: Diakonie-Hospiz Wannsee GmbH, Berliner Sparkasse, BIC: BELADEBEXXX, IBAN: DE 74 1005 0000 6600 0505 09

Jacqueline Lorenz

Titelbild

© Gazette Verbrauchermagazin GmbH 2026