Steglitz-Zehlendorf
Palmen, Farben und Tanz im Schlosshof
Tag des offenen Denkmals am 12. und 13. September

01.09.2026: Steglitz-Zehlendorf verfügt über eine beachtliche Dichte an architektonischen und gartenhistorischen Schätzen. Am zweiten Septemberwochenende können im Rahmen des Denkmaltags viele Orte erkundet werden. Unter dem diesjährigen Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ öffnen auch im Südwesten Berlins historische Gebäude ihre Pforten.
Farbige Moderne
Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Waldsiedlung Zehlendorf“ gewährt ein Einfamilien-Reihenendhaus im fünften Bauabschnitt Einblicke in seine Räume. Die zwischen 1926 und 1932 von Bruno Taut errichtete Siedlung zeichnet sich insbesondere im Inneren durch die bauzeitliche Farbigkeit der Moderne aus. Wegen der kontrastreichen Farbgestaltung wurde die Anlage einst abwertend als „Papageiensiedlung“ bezeichnet – heute ist die Bezeichnung liebevoll zu verstehen und sie gilt sie weltweit als Ikone des modernen Städtebaus. Führungen: Samstag und Sonntag jeweils halbstündlich von 11 Uhr bis 14.30 Uhr. Anmeldung mit Wunschtermin erforderlich unter ebbahammerschmidt@web.de.
Haus Wiegand in Dahlem
Ein frühes Beispiel neoklassizistischer Architektur im Bezirk ist das Haus Wiegand. Entworfen wurde die Villa im Jahr 1911 von dem Architekten Peter Behrens für den Archäologen Theodor Wiegand. Seit 1957 dient das Gebäude als Hauptsitz des Deutschen Archäologischen Instituts. Bei den Rundgängen erfahren Gäste Details über die bewegte Nutzungsgeschichte des Hauses und den heutigen denkmalpflegerischen Umgang mit der historischen Bausubstanz. Führungen: Samstag um 12 Uhr und um 14 Uhr. Anmeldung erforderlich bis zum 11. September um 12 Uhr unter architekturreferat@dainst.de.
Kunst, Tanz und Kräuter

Wer tiefer in die Epoche der Renaissance eintauchen möchte, kann im Jagdschloss Grunewald, Hüttenweg 100, an einer Schlossführung zum Thema „Cranach, Renaissancekunst und höfische Jagd“ teilnehmen. Kostenfreie Tickets für diese Führungen sind direkt an der Museumskasse im Schloss-Café erhältlich. Führungszeiten: 10.30 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr, 15.30 Uhr und 17 Uhr. Treffpunkt: Kasse im Café. Im Außenbereich beginnt um 12 Uhr eine Führung durch die umliegende Natur unter dem Titel „Magische Natur“. Gemeinsam mit der Kräuterfrau Alfruna erfahren die Teilnehmenden Wissenswertes über die Pflanzenwelt des Grunewaldes und historische Bräuche, Treffpunkt links vom Caféeingang. Um 15 Uhr lädt das Schloss zu einer historischen Tanzstunde im Schlosshof ein, bei der Interessierte die Tänze vergangener Epochen selbst ausprobieren können.
Architektur und Forschung

Im Botanischen Garten wartet das Mittelmeerhaus auf Besucher. Fertiggestellt im Jahr 1904, ist es das älteste Gewächshaus der gesamten Anlage. Seine markanten, 16 Meter hohen Zwillingstürme und die filigranen eisernen Jugendstilgitter zeugen von der Gartenbaukunst des frühen 20. Jahrhunderts. Eine Führung am Samstagnachmittag erläutert die Verbindung von historischer Architektur und botanischer Forschung. Führung: Samstag um 15 Uhr. Treffpunkt: Besuchszentrum am Eingang Königin-Luise-Platz. Anmeldung: Per E-Mail an event@bo.berlin mit dem Betreff: „Tag des offenen Denkmals“.
Kirchengeschichte und Jazz

Die evangelische Matthäuskirche in Steglitz, erbaut zwischen 1876 und 1880 von Emil Gette, gehört zu den ältesten neugotischen Sakralbauten der Stadt. Im Inneren zeigt die Kirche eine Neugestaltung im Stil der 1950er-Jahrer mit farbigen Glasfenstern. Direkt nebenan steht das moderne Gemeindehaus von Otto Rudolf Salvisberg (erbaut 1928 bis 1930), dessen frisch saniertes Erdgeschoss besichtigt werden kann. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag jeweils von 15 Uhr bis 18 Uhr. Musikalischer Ausklang: Am Samstag um 18 Uhr spielen Uwe Steinmetz (Altsaxophon) und Helmut Hoeft (Orgel und Klavier) Improvisationen zu Kirchenliedern.
Weitere Informationen und alle Angebote am Tag des offenen Denkmals unter denkmaltag.berlin.de.




