Zehlendorf
Gewerbeflächen naturnah gestalten
Wie lokale Unternehmen biologische Vielfalt fördern

18.06.2026: Heiße Betonwüsten müssen nicht sein: Wie sich Gewerbeflächen im Bezirk naturnah und klimaresistent gestalten lassen, war das zentrale Thema eines Treffens Mitte Juni. Auf Einladung des Berliner Bündnisses für Biodiversität versammelten sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Umweltverbänden auf dem Gelände des Zehlendorfer Labormessgeräteherstellers Knauer im Hegauer Weg.
Im Zentrum des Austauschs standen praxisnahe Lösungen, um versiegelte Betriebsflächen ökologisch aufzuwerten. Die Zehlendorfer Gastgeber zeigten den Gästen dabei konkrete Ansätze: Geschäftsführerin Alexandra Knauer präsentierte den betriebseigenen Naturgarten. Wie dieser im Alltag gepflegt wird und welche Effekte die Maßnahmen erzielen, erklärten der Gärtner Armin Hunger und die Hobby-Imkerin Gabi Tiling direkt vor Ort.
Neben der Förderung von Insekten und Pflanzen ging es vor allem um den Schutz vor Extremwetter. Maßnahmen zum nachhaltigen Wassermanagement standen im Fokus der Diskussionen. Durch Dachbegrünungen, das Entsiegeln von Wegen und das Anlegen von Versickerungsmulden soll Regenwasser direkt auf dem Gelände gehalten werden, anstatt ungenutzt in die Kanalisation zu fließen. Die Teilnehmer betonten, dass eine solche Umgestaltung nicht nur der Umwelt hilft, sondern auch wirtschaftliche Chancen biete.
Das Berliner Bündnis für Biodiversität wurde 2023 unter anderem von der IHK Berlin gegründet, um Betriebe bei der Integration von Naturschutzmaßnahmen in den Arbeitsalltag zu unterstützen. Mittlerweile gehören dem Netzwerk 40 Unternehmen an. Der Zehlendorfer Messgerätehersteller Knauer, der rund 200 Mitarbeiter beschäftigt und unter anderem Systeme für die Impfstoffproduktion herstellt, ist seit September 2024 Mitglied der Initiative.



