Gazette Verbrauchermagazin
Schöneberg

Ausstellung „Mind the Gap“

Meisterklasse der Ostkreuzschule im Haus am Kleistpark

 In einer Grenzstadt unweit von Aserbaidschan versucht eine Familie, trotz der latenten Bedrohung ihre tägliche Routine bei Kaffee und Kuchen aufrechtzuerhalten, während die Nähe zur Grenze allgegenwärtig bleibt und ständige Wachsamkeit erfordert. Jermuk, Armenien, 2024, Foto: Jana Islinger
In einer Grenzstadt unweit von Aserbaidschan versucht eine Familie, trotz der latenten Bedrohung ihre tägliche Routine bei Kaffee und Kuchen aufrechtzuerhalten, während die Nähe zur Grenze allgegenwärtig bleibt und ständige Wachsamkeit erfordert. Jermuk, Armenien, 2024, Foto: Jana Islinger

20.03.2026: Gewohnheiten verändern sich, Sicherheiten schwinden, und vieles befindet sich im Wandel: Genau diese Momente des Übergangs greift die neue Ausstellung „Mind the Gap“ in der Kommunalen Galerie Haus am Kleistpark auf. Gezeigt werden Arbeiten der Meisterklasse der renommierten Ostkreuzschule für Fotografie, die sich mit den Leerstellen und Verschiebungen unserer Gegenwart auseinandersetzen.

Unter der Leitung von Linn Schröder und Ingo Taubhorn haben 15 Fotografinnen und Fotografen über zwei Jahre hinweg Positionen entwickelt, die weit über die klassische Dokumentarfotografie hinausgehen. Der Titel „Mind the Gap“ – bekannt als Warnhinweis vor der Lücke am Bahnsteig – wird hier zum Programm: Die Künstler blicken dorthin, wo Brüche in Biografien, der Gesellschaft oder der Natur entstehen.

Von Polizeigewalt bis zu UFO-Sichtungen

Die Themen der gezeigten Serien sind so vielfältig wie die Lebensrealitäten der Ausstellenden. So befasst sich Lukas Ratius mit der Perspektive von Betroffenen von Polizeigewalt, während Michelle Maicher die politisch sensible „Suwałki-Lücke“ an der polnischen Grenze untersucht. Auch sehr persönliche Themen finden Raum: Helen Stevens thematisiert ungewollte Kinderlosigkeit, und Rainer Kurzeder widmet sich in einem Langzeitprojekt dem Verhältnis zwischen Vätern und ihren queeren Söhnen. Jana Islinger dokumentiert den Alltag in Armenien zwischen militärischen Konflikten.

Sogar vor dem Unbekannten machen die Fotografen nicht halt: Ramon Lehmann erkundet in seinen Arbeiten das Phänomen der UFO-Sichtungen und die Menschen, die daran glauben. Dabei nutzen die Künstler nicht nur das klassische Foto an der Wand. Die Schau integriert auch Videoinstallationen, Collagen, Projektionen und Fundstücke, was die Ausstellung zu einem vielschichtigen Erlebnis macht.

Ein Ort der Reflexion im Kiez

Die Kuratoren begreifen die „Gap“ dabei nicht als Mangel, sondern als schöpferischen Raum, der Platz für neues Denken bietet. Die Besucher sind eingeladen, in der Grunewaldstraße diese unterschiedlichen Perspektiven auf Identität, Familie, Klimawandel und soziale Machtverhältnisse auf sich wirken zu lassen.

Die Ausstellung ist vom 18. April bis zum 21. Juni 2026 im Haus am Kleistpark zu sehen. Die Galerie in der Grunewaldstraße 6 – 7 ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.hausamkleistpark.de.

Titelbild

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