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Berlin

Frühjahrspilze – Gift oder Genuss

Botanischer Garten bietet kostenlose Pilzberatung

Die hoch giftige Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) ist ab Ende März zu finden und kann leicht mit essbaren Morcheln verwechselt werden. Foto: H. Beyer / Botanischer Garten Berlin
Die hoch giftige Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) ist ab Ende März zu finden und kann leicht mit essbaren Morcheln verwechselt werden. Foto: H. Beyer / Botanischer Garten Berlin

09.04.2026: Sobald die Temperaturen steigen und der Regen einsetzt, sprießen in den Wäldern, Parks und Gärten die ersten Pilze. Doch der Schein trügt oft: Was im Sammelkorb wie eine Delikatesse aussieht, kann sich als lebensgefährliche Mahlzeit entpuppen. Die Experten des Botanischen Gartens mahnen deshalb zur besonderen Vorsicht bei der frühen Pilzsuche.

Besonders beliebt sind im Frühjahr die Morcheln. Doch sie haben einen tückischen Doppelgänger: In sandigen Kiefernwäldern wächst zur gleichen Zeit die hochgiftige Frühjahrslorchel. Auch der essbare Mairitterling wird oft mit dem Ziegelroten Risspilz verwechselt. Das Problem dabei: Der giftige Risspilz ist anfangs ebenfalls weißlich und färbt sich erst später rot – oft erst dann, wenn es für den Sammler bereits zu spät ist.

Hansjörg Beyer, Pilzberater im Botanischen Garten, warnt davor, sich bei der Bestimmung allein auf Technik zu verlassen. Pilz-Apps oder künstliche Intelligenz auf dem Smartphone seien keine Garantie für Sicherheit. Im Zweifelsfall sollte immer ein menschlicher Experte zu Rate gezogen werden. Sogar bei Baumpilzen wie dem Schwefelporling ist Vorsicht geboten. Dieser ist zwar grundsätzlich essbar, nimmt aber Giftstoffe auf, wenn er an Bäumen wie der Eibe wächst.

Wer sich über seinen Fund unsicher ist, muss kein Risiko eingehen. Der Botanische Garten bietet eine kostenlose Beratung an, um Klarheit in den Korb zu bringen.

Die Beratung findet immer montags statt, von 15 bis 16 Uhr in der Botanikschule, Raum E05, Unter den Eichen 5, 12203 Berlin. Weitere Informationen auf der Webseite des Botanischen Gartens.

Sollte es trotz aller Vorsicht zu einem Verdacht auf eine Pilzvergiftung kommen, ist schnelles Handeln lebenswichtig. Der Giftnotruf für Berlin und Brandenburg ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 030 19240 erreichbar. Alternativ sollte sofort medizinische Hilfe aufgesucht werden.

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