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Schöneberg

Park wird nach Erna Proskauer benannt

Grünanlage am Innsbrucker Platz erinnert an Juristin

09.03.2026: Die bisher namenlose Grünanlage am Innsbrucker Platz wird am Montag, 23. März 2026, um 17 Uhr nach Erna Proskauer benannt, einer Schönebergerin, die sich trotz Verfolgung und Diskriminierung nicht aufgegeben hat. Die offizielle Benennung findet am Eingang zur Grünanlage bei der S-Bahn-Brücke statt.

Wer war Erna Proskauer?

Erna Proskauer, geborene Aronsohn (1903–2001), lebte ab 1930 mit ihrem Mann Max Proskauer in der Schwäbischen Straße 3 in Schöneberg. 1931 schloss sie ihr juristisches Zweites Staatsexamen ab und strebte eine Karriere als Richterin an. Dazu kam es nicht: Im April 1933 wurde sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft zunächst beurlaubt, im Juli desselben Jahres aus dem Staatsdienst entlassen – auf Grundlage des nationalsozialistischen Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Noch 1933 emigrierte das Ehepaar nach Frankreich, ein Jahr später nach Palästina.

1953 kehrte Proskauer nach West-Berlin zurück und beantragte, ihre Laufbahn als Richterin fortzusetzen. Der Antrag wurde abgelehnt. Ihre Klage scheiterte 1956 in letzter Instanz – mit der Begründung, sie wäre „als verheiratete Frau“ aus beamtenrechtlichen Gründen ohnehin nicht in den Justizdienst aufgenommen worden.

Ab 1957 arbeitete sie als Anwältin und half Opfern des Nationalsozialismus bei Entschädigungsanträgen. 1962 wurde sie zur Notarin bestellt. 1995 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Der neue Name geht auf einen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung vom August 2021 zurück. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg benennt damit eine weitere öffentliche Anlage nach einer Frau.

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