Charlottenburg-Wilmersdorf
Vom Pumpenhaus zum Naturparadies
Ökowerk verbindet Industriegeschichte mit Umweltbildung

12.03.2026: Wer am Ufer des Teufelssees steht und das malerische Backstein-Ensemble des Ökowerks betrachtet, ahnt kaum, dass hier einst die Industrialisierung Berlins Einzug hielt. Das heutige Naturschutzzentrum hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Erbaut in den Jahren 1872 und 1873, diente die Anlage ursprünglich als Wasserwerk. Es sollte die damals neu entstehende Villenkolonie Westend zuverlässig mit frischem Trinkwasser versorgen. Mit seinen Kesselhäusern, riesigen Filterhallen und unterirdischen Speichern ist es heute das älteste noch erhaltene Wasserwerk der Stadt.
Wichtige Adresse für Umweltbildung
Fast ein Jahrhundert lang tat die Technik verlässlich ihren Dienst, bevor das Werk im Jahr 1969 wegen zunehmender technischer und hygienischer Mängel endgültig stillgelegt wurde. Lange Zeit drohte der Abriss der historischen Gebäude. Doch engagierte Bürger setzten sich vehement für den Erhalt ein. Mit Erfolg: 1983 zog das Naturschutzzentrum Ökowerk in das Industriedenkmal ein und machte es zu einer der wichtigsten Adressen für Umweltbildung in Charlottenburg-Wilmersdorf.
Buntes Programm
Dass diese Bildung nicht theoretisch in geschlossenen Räumen, sondern mitten im Leben stattfindet, zeigt auch das aktuelle Programm im April 2026. Statt trockener Vorträge setzt das Ökowerk auf Mitmachen und Erleben. Am Sonntag, den 12. April lernen Besucherinnen und Besucher in einer besonderen Werkstatt ab 12.30 Uhr, wie sich frühlingshafte Farben aus natürlichen Ressourcen herstellen lassen. Parallel dazu öffnet das Zentrum ab 13 Uhr seine Türen für Märchenfreunde, wenn über das Leben der Tiere sowie von Wind und Wetter erzählt wird. Wer es lieber kulinarisch mag, kann ab 14 Uhr in einem Workshop kreativ mit frisch gesammeltem Bärlauch arbeiten.
Entdecken der Achtsamkeit
Am darauf folgenden Wochenende geht es um Achtsamkeit und das genaue Beobachten. Besucher können am Samstag, den 18. April, ab 11 Uhr beim sogenannten „LandArt“ zur Ruhe kommen und die Natur auf eine neue Art erfahren. Am Sonntag, den 19. April, spüren Gäste bei zwei Entdeckungstouren – wahlweise um 12.15 Uhr oder um 15 Uhr – der Frage nach, wer eigentlich genau auf dem weitläufigen Gelände des Ökowerks lebt.
Abenteuer Wildnis
Ein besonders breites Angebot bietet das letzte Wochenende des Monats. Kinder können ab Samstag, den 25. April, ab 10 Uhr bei einem zweitägigen „Abenteuer Wildnis“ ihre handwerklichen Fähigkeiten in der Natur erproben. Gleichzeitig startet um 11 Uhr am Spreebord eine thematische Fahrradtour für Jugendliche und Erwachsene, die sich mit der städtischen Natur und ihren Konflikten auseinandersetzt. Am Nachmittag verlagert sich das Geschehen wieder in den Forst: Eine Expedition für Waldforscher beginnt um 12.30 Uhr an der Bushaltestelle Grunewaldturm. Fast zeitgleich, ab 13 Uhr, informieren Experten im Ökowerk über das faszinierende Leben der Berliner Wildbienen. Wer am nächsten Morgen die Stille des Waldes genießen möchte, sollte sich früh den Wecker stellen: Am Sonntag, den 26. April, beginnt bereits um 7.30 Uhr eine geführte Tour zur Beobachtung der morgendlichen Vogelwelt im Grunewald.
Für die meisten Kurse wird vorab um eine Anmeldung gebeten. Die konkreten Anmeldedaten sowie eventuell anfallende Materialkosten unter www.oekowerk.de/angebote/veranstaltungsprogramm.




