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Naturschutzstation Marienfelde

Geheimtipp für Naturliebhaber mit lehrreichen Veranstaltungen

Das Tor zur Naturschutzstation. Dahinter gibt es für große und kleine Naturfreunde viel zu entdecken. Foto: Thomas Moser
Das Tor zur Naturschutzstation. Dahinter gibt es für große und kleine Naturfreunde viel zu entdecken. Foto: Thomas Moser
Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau Mai 2017
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Am 1. April wurde die diesjährige Saison in der Marienfelder Naturschutzstation am Diedersdorfer Weg 3 eröffnet. Neben vielen Informationen gab es köstlichen Kuchen aus dem Lehmbackofen und leckere Wild-Rostbratwürstchen vom Jäger. Die vielen Besucher waren genauso traurig wie das Team darüber, dass kurz vor der Saisoneröffnung vier Bienenvölker gestohlen wurden.

Ein Höhepunkt dieses Tages war die Führung des NaturRangers Björn Lindner durch den Freizeitpark. Die ehemalige Mülldeponie, am Stadtrand im Süden von Berlin ist begrünt und in den letzten Jahren ein Geheimtipp für Naturliebhaber geworden. Es grünt und sprießt an allen Ecken und Enden.

Daniela macht beim Bundeswettbewerb mit!

Doch vorher ließ es sich Björn Lindner nicht nehmen, die besondere Ehrung einer jungen „Mitarbeiterin“ der Station herauszustellen. Für den 52. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich elf talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin qualifiziert. Als eine der Landessiegerinnen qualifizierte sich jetzt die engagierte Lichtenrader JuniorRangerin Daniela. Sie ist schon von Beginn bei den Zwiebelfröschen in der Naturschutzstation aktiv dabei und hat nun ein Thema direkt vom Naturpark aufgegriffen. Im Fachgebiet Biologie war Daniela von Jerin vom Ulrich-von-Hutten-Gymnasium erfolgreich. Die 16-Jährige untersuchte, ob die Überreste einer ehemaligen Mülldeponie negative Auswirkungen auf die dort lebende Population von wirbellosen Bodentieren haben. Dafür testete sie auch unterschiedliche Methoden zur Erfassung der Tiere. Im normalen Alltag hilft Daniela auf der Station an vielen Stellen. Ihren Eltern machen auch aktiv beim Lehrbienenstand auf der Naturschutzstation mit.

NaturRanger als Spurenleser

Bei der Führung erklärte Björn Lindner viele Naturdetails über Echsen, Wildschweine, Vögel und auch über Wechselwirkungen von Natur und Mensch. Er kennt sich in seiner Natur aus, erkennt Pflanzen und kann genau die Spuren der Tiere lesen. Er erklärt auch den respektvollen angstfreien Umgang, wenn man Wildschweinen begegnen sollte. Mit der an der Naturschutzstation angrenzenden ehemaligen Gemeinschaftsgärtnerei Süd hat die Naturwacht Berlin einiges vor, wenn die rechtlichen Verhältnisse rund um das Grundstück geklärt sind. Aber bis dahin haben all die fleißigen Helferinnen und Helfer auch so genügend auf der Station, im Freizeitpark und in der angrenzenden Marienfelder Feldmark zu tun.

Ein Besuch für Groß und Klein lohnt sich

Von April bis Oktober lohnt sich ein Besuch auf der Naturschutzstation, denn dort gibt es immer etwas zu lernen, zum Staunen, zum Wohlfühlen und Entspannen. Aber besonders Schulen und Kitas sind hier herzlich willkommen. So kann eine Natur- und Müllrallye gemacht werden oder die Erlebnisstationen auf der Naturschutzstation unterstützen die Projektarbeit. Beim Unterricht in der Natur können lebendig und anschaulich Umwelthemen betrachtet werden. Der Besuch der Naturschutzstation und des Naturparks in Marienfelde sind ein Ausflug in eine ganz besondere Natur und fast so etwas wie Kur und Urlaub auf dem Land: Eine grüne Oase für Körper und Geist! Hier wird der Bildungsauftrag ganz anschaulich umgesetzt, indem den Kindern die Natur ganz praktisch vermittelt wird.

Ausblick auf weitere Aktivitäten

Musikalisch wird es am 21. Mai von 10 bis 12 Uhr mit Alpenklängen über Marienfelde. Die Alphornbläser der Leo Kestenberg Musikschule bringen die ganz besonderen ursprünglichen Töne zu Gehör.

Am 3. Juni wird von 15 bis 17 Uhr eine Führung angeboten, die einen besonderen Bezug zu dem Ort der Veranstaltung hat. Das Thema „Von der Kippe zum NaturschutzPark-Mülldeponie Marienfelde“ zeigt, wie aus einer früheren Müllkippe in den letzten Jahren eine wunderschöne Oase entstand. Anhand einer Abbruchkante wird veranschaulicht, wie problematisch und nicht abbaubar zum Beispiel Plastiktüten sind.

Am Tag der Stadtnatur, 17. und 18. Juni beteiligt sich die Station wieder mit vielen Angeboten und Führungen.

Bevor es dann am 1. Oktober mit Imkern, Jägern, Falknern und Jagdhornbläsern einen herbstlichen Ausklang gibt, wird natürlich auch wieder jede Menge für die JuniorRanger „Zwiebelfrösche“ und während der Ferien in der „Grünen Schule“ angeboten. Die JuniorRanger treffen sich regelmäßig in der Naturschutzstation, erkunden die Natur und helfen auch bei der Naturpflege mit.

Die Naturschutzstation präsentiert sich mit den grünen Klassenzimmern, in denen sich alles um unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt, Landwirtschaft und das Thema Müll dreht.

Naturschutzstation Diedersdorfer Weg 3, 12277 Berlin, www.naturwachtberlin.de

Thomas Moser

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