Gazette Verbrauchermagazin

Der Mann, der den Kreisel bezwingt

Bauunternehmer Christoph Gröner braucht die Herausforderung

Erschienen in Gazette Steglitz August 2018
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Christoph Gröner – immer in Bewegung. Foto:CG
Christoph Gröner – immer in Bewegung. Foto:CG

Um fit zu bleiben, rennt er in fünf Minuten die 600 Stufen der 30 Kreisel-Etagen bis nach oben. Demnächst wird er es in weniger als fünf Minuten schaffen. Und beim nächsten Halbmarathon will er die Strecke unter zwei Stunden laufen.

Christoph Gröner (50), Bauunternehmer und Gründer der CG-Immobiliengruppe sucht die Herausforderung. Einmal mehr gefunden hat er sie mit dem Steglitzer Kreisel, der langsam seinem Verfall näher rückte.

Nun wird der 70er-Jahre-Bau, der viele problematische Tage gesehen hat, von der CG-Gruppe auf 29 Etagen zum exklusiven Wohnturm ÜBERLIN umfunktioniert.

Auch Christoph Gröner hat manche Hürde nehmen müssen, bis er es zu einem der reichsten Männer Deutschlands gebracht hat. Vielleicht passen Kreisel und Bauunternehmer deshalb so gut zueinander.

Der Macher

Bereits in jungen Jahren hat Christoph Gröner angepackt und gemacht: Ausrangierte Fahrräder reparierte er und verkaufte sie dann auf dem Flohmarkt. Als er dann während seines Maschinenbau-Studiums an der Universität Kaiserslautern unter chronischer Geldknappheit litt (der Vater überwies ihm monatlich 500 D-Mark), holte er sich nach dem Vordiplom 1989 den Gewerbeschein für die „Christoph Gröner Baudienste“. Parallel baute er sein erstes Unternehmen in der Baubranche auf, dem die Banken eher skeptisch gegenüberstanden. Die Erfahrungen, die der junge Unternehmer dann machte, waren nicht nur gute. Doch Christoph Gröner, passionierter Hobbyboxer, weiß heute, wie wichtig das schnelle Aufstehen nach einem Sturz im Ring ist: „ Mein bester Lehrmeister waren letztendlich die schwierigen Erfahrungen.“

1995 wechselte er nach Leipzig, wo er sich mit seinem Unternehmen auf die Sanierung denkmalgeschützter Altbauten spezialisierte. Ab 2000 kamen Projekte in Berlin hinzu, darunter das Carré Parkaue, das Carré Sama-Riga, die Feuerlandhöfe und das Carré Raimar in Charlottenburg. 2015 wurde die CG-Immobiliengruppe eine Kapitalgesellschaft, zu deren Aufgaben Projektentwicklung, Bau, Sanierung sowie Dienstleistungen rund um Wohn- und Gewerbeimmobilien zählen. Kerngeschäft aber ist der Mietwohnungsbau für institutionelle Investoren.

Eine filmreife Karriere

Inzwischen sind es neun Standorte mit rund 500 Mitarbeitern in Deutschland, zwischen denen Christoph Gröner pendelt. Als kluger Rechner bewahrt er zu jedem seiner Projekte direkten Kontakt und zeigt stete Präsenz. Mit Bahn, Privatflieger oder mit dem Wagen unterwegs, zieht es ihn dann vom Hauptsitz in Berlin an seine Niederlassungen in u. a. Hamburg, Leipzig, Dresden, Köln und Frankfurt am Main. Nächte, die mehr als vier Stunden Schlaf bringen, sind da selten. Als Prokurist an seiner Seite steht der Bruder, Dipl.-Wirt.-Ing. Frank Gröner. Ein zweiter Bruder ist im Bankgeschäft tätig. „Wir haben alle Drei immer zusammengehalten, das ist auch heute noch so“, erklärt Christoph Gröner, der selbst der alternativpsychologischen Familienaufstellung vertraut. Seine vier Kinder – zwischen 28 und neun Jahren – sehen die Eltern meist nur am Wochenende und auf viermal pro Jahr stattfindenden Reisen, dann aber umso intensiver. Gröners Ehefrau Anja ist mit ihrem Unternehmen „Miracle Room“ und der Kunst am Bau erfolgreich bis nach Südfrankreich unterwegs.

Eines der Hauptanliegen Gröners ist es, sich gegen die Ungleichheit der Welt und die bestehende Kluft zwischen Arm und Reich einzusetzen. Sei es durch die Schaffung bezahlbaren Wohnraumes mittels seiner Projekte, durch das Vorantreiben der allgemeinen Digitalisierung oder das Aufrütteln der Politiker. Bei ihnen vermisst Deutschlands größter Bauherr von Geschosswohnungen häufig die Interaktivität. „Stattdessen finde ich Bequemlichkeit vor“, erklärt er, der selbst als unbequem gilt, weil er die Macht hat, Kritik laut und deutlich zu äußern.

Mens sana in Corpore sano

Wichtig scheint es Christoph Gröner, vor sich selbst geradestehen zu können, denn: „Ich werde an der Wirkung meiner Taten gemessen.“ Zu diesen Taten gehört das große von der CG-Gruppe aufgebrachte soziale Engagement, mit dem u. a. über „Laughing Hearts e. V.“ derzeit in und um Berlin etwa 2.200 Kinder aus 22 Heimen erreicht werden können.

„Ihnen ihr Lächeln wiederzugeben, das ist der wahre Erfolg, der für mich zählt“, betont Christoph Gröner, dessen finanzieller Reichtum auf sein über Jahre diszipliniertes Arbeiten zurückzuführen ist.

Im Berliner Hauptsitz an der Wilmersdorfer Straße begrüßt in der Lounge den Besucher eine überdimensional gefüllte Obstschale, die für das Lebensmotto des bis in die Gesichtsmuskeln durchtrainierten Gründers und Vorstandsvorsitzenden steht, der sagt: „Ich bemühe mich, meinem Geist einen Körper zu geben, der geistige Fitness erlaubt.“

Und so wundert es kaum, dass Christoph Gröner während des Gesprächs reichlich Studentenfutter mit Nüssen als Nervennahrung futtert, während seine Gesprächspartner Belgische Pralinen naschen und Cappuccino trinken – mit gelungenem Kakao-CG-Firmen-Emblem auf dem Milchschaum.

Da erkennt man sofort, wer hier der eigentliche Gewinner ist…

Jacqueline Lorenz

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