Gazette Verbrauchermagazin

Zehlendorferin, die motiviert

Mit Beate Roll raus aus dem Hamsterrad

Erschienen in Gazette Zehlendorf August 2018
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Beate Roll, stets mit einem Lächeln für die Sache unterwegs. Foto privat
Beate Roll, stets mit einem Lächeln für die Sache unterwegs. Foto privat

Politik, Mittelstand, Frauen in Beruf und Handwerk – Themen, für die Beate Roll sich von jeher stark macht und woraus sie wertvolle Erfahrungen schöpfen konnte.

In vielerlei Institutionen und Organisationen für die Sache engagiert, ist die Betriebswirtin im Handwerk seit 2017 nun auch Kreisvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung MIT. Hier sowie als Landesvorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk e. V. (UFH) gibt sie dieses Know-how mit viel Fingerspitzengefühl an andere weiter und erklärt: „Mir ist dabei immer wichtig, möglichst viele Menschen einzubinden und mitzunehmen. Denn jeder kann etwas tun, wenn er nur will.“

Im Einsatz für Frauen, Handwerk und Mittelstand

Dass sie der geborene Teamplayer ist, hat sie im Laufe der Jahre auf unterschiedlichsten Berufsebenen bewiesen, auf denen sie sich manchmal auch gleichzeitig aufhielt. Als Unternehmerin im Mittelstand mit kaufmännischem Part sowie als Mitarbeiterin und Beschäftigte im öffentlichen Dienst – dabei auch Mutter und inzwischen Oma – lernte Beate Roll schon früh unterschiedlichste Sichtweisen auf die Dinge kennen, woraus wohl das tiefe Verständnis resultiert, mit dem sie sich immer wieder in Menschen und deren Handlungsweisen hinein zu versetzen weiß, und authentisch ihr Vertrauen gewinnt.

Ob im südwestlichen Familienbetrieb für Heizung, Sanitär und Klima mit Mann und Sohn oder als Beschäftigte im Schulsekretariat und vorher in der Kanzlei im Sozialamt, bald war ihr klar: „Auf unterschiedliche Menschen muss man unterschiedlich eingehen. – Dann öffnen sich auch die Türen.“

1994 als neues Mitglied in den Landesverband Berlin der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) e. V. eingetreten („Jeder fängt mal klein an.“), ist Beate Roll inzwischen seit 2007 deren Landesvorsitzende, um Hand in Hand mit den Frauen im Handwerk deren Position und damit auch das Handwerk selbst sichtbarer zu machen und zu stärken.

Mit einem tränenden Auge blickt sie, die sich für ein Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrum im Bezirk Steglitz-Zehlendorf (GUZSZ) ehrenamtlich und unter intensivem Zeitaufwand stark gemacht und es maßgeblich auf den Weg gebracht hatte, auf das dann eher ernüchternde Ergebnis. Dass, nachdem Beate Roll nicht mehr an der Spitze agierte, die dazu gegründete Genossenschaft bereits in den Wurzeln verkümmert ist, beurteilt sie ohne Schuldzuweisung so: „Es war ein Versuch, das weibliche Unternehmertum im Bezirk zu etablieren. Aber die Zeit war hier wohl noch nicht reif für eine Einrichtung dieser Art.“

Zuhören, Einmischen, Mitmachen

Längst liegt für Beate Roll Steglitz-Zehlendorf nicht mehr im Dornröschenschlaf, sondern bietet gerade auch Unternehmerinnen und Unternehmern in vielen Wirtschaftsbereichen und im Bezirk u. a. Sport, Tourismus, Gastronomie und Wissenschaft ein breites Potential, sich zu entfalten. Nicht nur als Kreisvorsitzende der politisch mit CDU und CSU verankerten MIT rät sie: „Wir müssen uns neu orientieren.“ Sie spricht die Mitglieder der mittelständischen Wirtschaftsvereinigung aller Altersklassen vom Angestellten über Freiberufler bis Unternehmer auch im Handwerk an, empfiehlt mitzumischen und sagt ihnen: „Nicht die da oben müssen machen, wir müssen uns einmischen, um etwas zu verbessern. Jeder kann Mittun im Rahmen seiner Möglichkeiten.“

Die MIT sieht sie als Sprachrohr nach oben und als wirtschaftsgesellschaftlichen Vernetzungspool, der ernsthaften Gesprächen mit Politikern und Fachleuten zu Themen wie „Rettet das Bargeld!“ ebenso Raum gibt wie entschleunigenden Ereignissen, die als Tagesfahrten, Klosteraufenthalte oder beim alljährlichen „Wannsee in Flammen“ gemeinsam erlebbar werden und auch Gäste willkommen heißen.

Die Kreisvorsitzende selbst sieht ein wichtiges Ziel darin, sich über ihre Position dem Fachkräftemangel entgegenzusetzen, aber eben auch andere zu ermutigen, den Mund aufzumachen, miteinander ins Gespräch zu kommen …und zuzuhören. Beate Rolls einfacher Anstoß zum Umdenken:

„Wir leben durch Vielfalt und Austausch! Dabei ist Zuhören ganz wichtig: Doch jeder weiß heute alles, verkriecht sich in seinem Hamsterrad und findet, was der andere sagt, oft uninteressant. Immer weiter, höher schneller, soll es gehen. Doch nicht jeder kann alles, und nicht jeder steht in der ersten Reihe!“ Vielmehr kämen häufig gerade aus der zweiten Reihe nützliche und beachtenswerte Hinweise.

Die Menschen dafür zu sensibilisieren und es ihnen damit im beruflichen Miteinander ein Stückchen leichter zu machen, gehört mit zu ihren Motivationszielen, über die Beate Roll schon so manchen aus seinem Hamsterrad locken konnte.

Weitere Informationen zur UFH unter www.ufh-berlin.de , zur MIT und ihren öffentlichen Veranstaltungen unter www.mit-sz.de .

Jacqueline Lorenz

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