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Treibhaus – Metamorphosen der Ordnung

Ausstellung in der Kleinen Orangerie am Schloss Charlottenburg

Mariel Poppe Objekt aus der Serie liebesspiel-aslsp, Kunststoff, Wachs, Schneckenhäuser. Foto: Mariel Poppe, VG Bild-Kunst
Mariel Poppe Objekt aus der Serie liebesspiel-aslsp, Kunststoff, Wachs, Schneckenhäuser. Foto: Mariel Poppe, VG Bild-Kunst
Erschienen in Gazette Charlottenburg August 2022
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Der Titel „Treibhaus“ greift auf, was der Ausstellungsort, die Orangerie eigentlich ist: ein Gewächshaus. Hier, in der kleinen Orangerie am Schloss Charlottenburg, ist es vor allem ein Ort der Überwinterung. Ein Treibhaus ist darüber hinaus auch ein Ort des Züchtens und des kontrollierten Wachstums, der kultivierten und optimierten Natur.

Die Künstler und Künstlerinnen fasziniert das Treibhaus als eine Art Zwischenwelt mit den ihr eigenen Bedingungen im Wechselspiel zwischen Natur und Kultur. Statt Pflanzen gedeihen nun ihre Werke im Treibhaus. Es kommt zu ungewöhnlichen Konstellationen und Begegnungen. Die Organismen mutieren und neue Varianten entstehen.

Insektenartige, vegetative und menschliche Wesen bilden in der Abgeschiedenheit dieses besonderen Ortes ein neues Biotop. Ameisen feiern ein Festmahl. Menschenmengen lassen sich treiben. Wirbellose erstarren auf dem Höhepunkt sexueller Reproduktionsexzesse. Blütenstände locken in maximaler Entfaltung, maskierte Menschen präsentieren sich individuell wie die exotischen Blüten. All dies: Momentaufnahmen der Fülle wie der Vergänglichkeit.

Kleine Orangerie am Schloss Charlottenburg, Spandauer Damm 22. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung wird bis zum 28. August gezeigt.

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