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Wort der Bezirksbürgermeisterin

Charlottenburg-Wilmersdorf August 2022

Kirstin Bauch zu Besuch bei ukrainischen Künstler:innen in der Leibnizstraße. Foto: BACW
Kirstin Bauch zu Besuch bei ukrainischen Künstler:innen in der Leibnizstraße. Foto: BACW
Erschienen in Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf August 2022
Kirstin Bauch
Kirstin Bauch. Foto: BA

Liebe Bürger:innen in Charlottenburg-Wilmersdorf,

wir freuen uns, dass mit dem Kultursommer wieder etwas Leichtigkeit und Unbeschwertheit in die City West eingezogen ist. Schon im vergangenen Jahr haben wir Kulturschaffenden, Künstler:innen, Musikschulen, Theater AGs und Bürgerinnen und Bürgern, die gern etwas vorführen wollten, kostenfrei eine Bühne auf dem Breitscheidplatz zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr werden zusätzlich ukrainische Künstler:innen das Programm bereichern. Freie Bühnenzeiten können wieder Website www.kultursommercitywest.berlin gebucht werden. Für mich ist der Kultursommer aber viel mehr als nur Unterhaltung. Für uns liegt der Wert dieser Veranstaltung im Empowerment der Menschen vor und auf der Bühne.

Kultur kann auch eine sehr befreiende Kraft haben. Die Kraft Vergangenes zu bewältigen oder Zukünftiges aktiv anzugehen. Wir möchten mit Projekten wie diesen nicht nur die öffentlichen Plätze neu beleben, sondern auch den stationären Handel stärken und aktuell unsere Gäste aus der Ukraine unterstützen.

Ukrainische Künstler:innen in der Leibnizstraße

Wie sehr wir uns über bildende Kunst, Theater oder Musik ausdrücken können, habe ich auch in einer Wohnung an der Leibnizstraße sehen dürfen. Seit Mai leben hier 16 Künstlerinnen aus der Ukraine und stellen sich und ihre Arbeiten aus den Bereichen Tanz, Performance, Schauspiel, Gesang, Musik, Malerei, Fotografie, Design und Architektur vor. Viele von ihnen sind erst kürzlich vor dem Krieg geflohen, können in diesem neuen Quartier jetzt ankommen, in einer Gemeinschaft leben und arbeiten und sie können jetzt wieder Gastgeber:innen sein – für uns. Die Projektidee ist im März 2022 dank der Initiative fünf engagierter Frauen und ihrer Passion zur Kunst geboren. Ich war bei der Eröffnung dort und habe gesehen, dass Kunst keine Einbahnstraße ist, sondern eine Brücke, auf der wir uns gegenseitig kennenlernen können. Mehr über die Künstler:innen und das Projekt gibt es unter: www.artshelterbln.org

Eröffnung des neuen Grünzugs am Popitzweg

Vom Ergebnis eines ganz anderen bürgerschaftlichen Engagements konnte ich mich Ende Juni überzeugen, als ich gemeinsam mit meinen Kollegen Fabian Schmitz-Grethlein und Oliver Schruoffeneger den neugestalteten Grünzug zwischen Halemweg und Popitzweg eröffnet habe. Das Spannende an dieser Planung ist, dass von Anfang an Menschen aus dem Kiez ihre Ideen einbringen konnten. Nun finden sich auf der ehemals wenig ansehnlichen Fläche großzügig angelegte Liegewiesen, umrandet von Klimabäumen und vielfältig blühenden Staudenflächen. Ein besonderes Highlight wird der Bürger:innengarten. Er wurde durch eine lokale Bürgerinitiative mitgestaltet und wird von ihr zukünftig bewirtschaftet. So eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Ämtern und Bürgern wünsche ich mir künftig noch öfter.

Gedenken an die Opfer des Mauerbaus am 13. August 1961

Gemeinsam mit Bezirksverordnetenvorsteher Wolfgang Tillinger werde ich am Samstag, 13. August, am Gedenkstein „Den Opfern des Stalinismus“ auf dem Steinplatz zur Erinnerung an den 61. Tag des Mauerbaus einen Kranz niederlegen. Dieses nicht allein für Berlin so wichtige, historische Datum darf nicht in Vergessenheit geraten, denn es steht exemplarisch für den Kalten Krieg zwischen West und Ost – eine Zeit, von der wir geglaubt haben, dass sie hinter uns läge. Der 13. August war der Beginn der Teilung unserer Stadt und hatte viele schmerzliche Familientrennungen zur Folge. Unser Gedenken gilt aber vor allem den vielen Opfern in den Jahren zwischen 1961 und 1989, die auf der Flucht aus der DDR getötet wurden.

Kiezspaziergang im August

Der Kiezspaziergang im August soll etwas ganz Besonderes werden. Ich will Ihnen einen Blick auf die Stadt geben, wie Sie sie noch nicht gesehen haben, zumindest einen kleinen Ausschnitt davon. Mit Hilfe der sogenannten Augmented Reality (AR)-Technologie, können wir Informationen vermitteln und beispielsweise historische Geschehnisse oder Bauwerke in aktuelle Bilder einspielen oder sogar Menschen zu Wort kommen lassen. Diese computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung würde ich gern dazu nutzen, um Wissen zu vermitteln und die Erinnerungskultur in unserem Bezirk zu pflegen. Neugierig geworden? Wir treffen uns am Samstag, 13. August, um 14 Uhr im Durchgang des Kranzler Ecks, Kurfürstendamm 22. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www.kiezspaziergaenge.de .

Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter bauch@charlottenburg-wilmersdorf.de.

Es grüßt Sie herzlich

Ihre
Kirstin Bauch
Bezirksbürgermeisterin

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