Gazette Verbrauchermagazin

Mit positivem Blick in die Zukunft der Domäne Dahlem

Steffen Otte und Tobias Frietzsche starten mit Elan als neue Doppelspitze

Führungsduo mit frischen Ideen:  Tobias Frietzsche (l.) und Steffen Otte.
Führungsduo mit frischen Ideen: Tobias Frietzsche (l.) und Steffen Otte.
Erschienen in Gazette Steglitz Februar 2022
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Auch wenn sie sich noch in der Findungsphase befinden, hat das Alltagsgeschäft sie längst eingeholt: Voller Energie startete im November 2021 die neue Führungs-Doppelspitze Steffen Otte/Tobias Frietzsche in der Domäne Dahlem und übernahm die Leitung dieses einzigartigen „Freilichtmuseums mit U-Bahn-Anschluss“ aus Händen ihrer Vorgängerin Marit Schützendübel, die fünf erfolgreiche Jahre die alleinige Vorstands- und Geschäftsführung innehatte und nun eine neue berufliche Herausforderung angenommen hat. Zukünftig verteilt sich diese verantwortungsvolle Aufgabe auf zwei Schultern: Während die Führung aller operativen Stiftungsgeschäfte an den neuen Direktor Steffen Otte übergegangen ist, hat Tobias Frietzsche die Geschäftsführung der Domäne Dahlem Veranstaltungs-GmbH und die Verwaltungsleitung der Stiftung übernommen. Damit ist jeder nach seinen eigenen Stärken gefordert, um in gemeinsamem Handeln die inhaltlichen und wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Die enge Verzahnung dieser Aufgaben lässt mit einer erfolgreichen Zukunft der Domäne Dahlem rechnen. „Wir sehen in der Domäne ein großes Potential“, sind sich die beiden nach Ausschreibungsverfahren ausgewählten Führungskräfte einig und freuen sich darauf, dieses Potential des Freilichtmuseums aus seinem – auch coronabedingten – Dornröschenschlaf zu wecken.

Erfahrene Zügelführung

Die neue Leitung der Domäne bringt viel Know-how aus früheren Führungstätigkeiten mit. Historiker Steffen Otte sammelte wertvolle Erfahrung im Bereich Freilichtmuseum als Abteilungsleiter Bildung und Vermittlung für die Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg (Gebiet der Harburger Berge). Gemeinsames Ziel ist es, die Domäne Dahlem als Ort der Bildung und Vermittlung weiter voranzubringen, indem das Museum mit seinem Ausstellungsangebot stärker in den Vordergrund gerückt und inhaltlich attraktiv und passend zur Domäne Dahlem weiterentwickelt wird. Auch will Otte die Vermittlung der Botschaft „Vom Acker auf den Teller“ ausbauen und dabei die Domäne Dahlem als Bioschaubetrieb mit Museum in den Fokus rücken. Kulturmanager Tobias Frietzsche war bei Kulturprojekte Berlin für die „Lange Nacht der Museen“ und in leitender Tätigkeit bei der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa für das Projekt „Europäische Freiwilligenhauptstadt Berlin 2021“ verantwortlich. Er bringt ein Händchen für nachhaltige Veranstaltungen mit, die Freizeit und Bildung erfolgreich verbinden.

Bio seit über 800 Jahren, aktueller denn je

Was bereits vor über 800 Jahren auf dem einstigen Rittergut begann und heute im Freilandmuseum für Agrar- und Ernährungskultur weitergeführt wird, dem verspricht die neue Doppelspitze ihre ganze Aufmerksamkeit und will verstärkt nachhaltige Ernährung mit historischer Nachhaltigkeit auf der Domäne Dahlem verbunden sehen. Dies den kleinen und großen Domäne-Besuchern eingehend zu vermitteln, haben alle Beteiligten auf der Domäne Dahlem – Stiftung, Veranstaltung GmbH und Förderverein – einen verantwortungsvollen Bildungsauftrag angenommen: da sind die eingemieteten Handwerksbetriebe, die altes nachhaltiges Handwerk pflegen und vermitteln, Veranstaltungen, die Geschichte lebendig werden lassen, da ist die Tierhaltung, die mit alten Haustierrassen punktet und sind die Äcker, auf denen bewährte regionale Gemüsesorten wiederentdeckt und saisonal im Hofladen angeboten werden. Mit einem ausgebauten Angebot an Workshops soll das Wissen über diese Bereiche dem Städter zukünftig anschaulich noch eingängiger vermittelt werden, wünscht sich das neue Führungsduo. – Selbstständig erarbeitet beispielsweise über Urban Gardening und Mitmachstationen auf dem Acker. Gleichzeitig will die Domäne Dahlem auch zukünftig Berliner Geschichte(n) erzählen, so spannend wie kein Geschichtsunterricht.

Aussichten

Viel Energie steckt die neue Führungsspitze aktuell in die Fertigstellung des Dachausbaus der alten Meierei für diesen Sommer. In die Liegenschaft der BIM soll dann eine Verarbeitungsküche einziehen, die platzentlastend bessere und mehr Arbeitsmöglichkeiten bieten wird, die Domäne-Ackerprodukte nachhaltig weiterzuverwerten. Auch das Landgasthaus der Domäne Dahlem – durch Corona stark beeinträchtigt – könnte dann sein saisonales auf Domäne-Produkte ausgerichtetes Angebot erweitern mit Domäne-Erdbeeren im Sommer und Braun- und Rosenkohl im Winter. Und auch der Neubau eines nach neuesten Standards konzipierten Hühnerstalles, dessen Vorläufer im vergangenen Jahr abbrannte, ist in Diskussion der frischberufenen Domäne-Leitung.

Derzeit ist die nächste Ausstellung auf dem Landgut in Vorbereitung: Am 22. März 2022, passend zum „Weltwassertag“, öffnet die Wanderausstellung „Trüb und klar. Unser tägliches Wasser“ auf der Domäne Dahlem ihre Pforten. Sie widmet sich dem Element, das immerhin 2/3 der Erdoberfläche bedeckt und meistkonsumiertes Getränk ist. Seine wichtige Bedeutung und Verletzbarkeit wird in der Mitmach-Ausstellung thematisiert und für Alt und Jung zum spannenden Museumserlebnis.

Die Zeit bis dahin sollte für einen erholsamen Domäne-Winterspaziergang genutzt werden, bei dem es beispielsweise die zehn zu Silvester geborenen „Glücksschweinchen“ der Sattelschwein-Sau Rixi zu bestaunen gibt – wenngleich auch wegen der drohenden Schweinepest nur von Weitem. Oder man macht einen visuellen Spaziergang über die neu konzipierte Webseite der Domäne Dahlem, die ihren Bereich „Digitale Angebote“ zeitgemäß ausgebaut hat, dort auch Menschen der Domäne vorstellt und kurzweilig Appetit auf noch mehr Domäne macht.

Näheres unter www.domaene-dahlem.de

Jacqueline Lorenz

Titelbild

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