Gazette Verbrauchermagazin

Neudenken von Regenwasser

Wasserbetriebe prüfen Einleitungen von Niederschlagswasser

Regenrückhaltebecken an der Forckenbeckstraße vor der Sekundarschule Wilmersdorf.
Regenrückhaltebecken an der Forckenbeckstraße vor der Sekundarschule Wilmersdorf.
Erschienen in Gazette Steglitz November 2021
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Die Berliner Wasserbetriebe beginnen damit, tausende Einleitungen von Niederschlagswasser in die Kanalisation zu überprüfen. Ziel ist es, die Verdunstung, Versickerung oder andere Nutzung auf den Grundstücken zu erweitern, um den Folgen des Klimawandels robuster begegnen zu können.

Die zunehmende Verdichtung der Stadt und der Klimawandel, bei dem sich im Sommer immer häufiger lange trockene Hitzeperioden und Starkregen ablösen, unterstreichen die Notwendigkeit von dezentraler Regenwassernutzung. Der in der Gesamtbilanz zu spärliche Regen in unserer Region ist für eine Ableitung zu schade, weil er für das Stadtklima und das Grundwasser gebraucht wird. Und bei Starkregen geraten die Kanäle schneller an ihre Grenzen, was zu Rückstau, Überflutungen und Einspülungen von Dreck in unsere Gewässer führen kann.

Das alles hat zu einem „Neudenken von Regenwasser“ in Berlin geführt, für Neu- und Umbauten auf Grundstücken wurden Ein- und Ableitgrenzen festgelegt, die Berliner Regenwasseragentur als Beratungsinstitut vor allem für Eigentümer, Planer und Behörden gegründet. Auch das Wasserhaushaltsgesetz besagt, dass Regenwasser auf dem Grundstück verbleiben soll.

Jetzt prüfen die Berliner Wasserbetriebe, ob und auf welcher vertraglichen Grundlage von Grundstücken Regenwasser in die Kanalisation eingeleitet wird. So wird im Bereich der Trennkanalisation, also in den Bezirken außerhalb des Berliner S-Bahn-Ringes, immer wieder festgestellt, dass Regenwasser offen oder verdeckt in die dafür nicht vorgesehenen Schmutzwasserkanäle fließt, was diese natürlich schnell überlastet und damit temporär auch zu hydraulischen Einschränkungen des Entsorgungskomforts führen kann.

Mithilfe der Kunden ausdrücklich erwünscht

Die Berliner Wasserbetriebe gehen ihrem Projektplan folgend schrittweise auf die Kundinnen und Kunden zu. Dabei baut das Unternehmen auch auf die Mitwirkung der Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer, die gebeten werden, im Vorfeld bereits für sich zu überprüfen, wohin welche versiegelten Flächen ihres Grundstücks entwässern sowie wie sie durch die Bewirtschaftung von Regenwasser auf dem Grundstück selbst Beiträge zum Stadtklima leisten können. Weitergehende Informationen gibt es auf www.bwb.de/regenwassernutzung , in der Broschüre www.bwb.de/de/assets/downloads/flyer-regenwasser.pdf , die auch bei den Bauämtern der Bezirke erhältlich ist, sowie bei www.regenwasseragentur.berlin .

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