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Kraftwerkstürme sollen abgebaut werden

Arbeiten werden europaweit ausgeschrieben

Noch stehen die drei Türme des Heizkraftwerks, die zur vertrauten Silhouette von Lichterfelde gehören.
Noch stehen die drei Türme des Heizkraftwerks, die zur vertrauten Silhouette von Lichterfelde gehören.
Erschienen in Lichterfelde Ost Journal April/Mai 2021
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Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft müssen sich die Lichterfelder vermutlich an eine neue Silhouette ihres Ortes gewöhnen – die drei markanten Türme des Heizkraftwerks werden dann fehlen. Ihr Abbau ist schon lange geplant, denn 2019 ging das modernisierte, umweltfreundlichere Kraftwerk ans Netz. Seitdem hat es seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt und die Türme des „alten“ Heizkraftwerks werden nicht mehr benötigt.

Bis es soweit ist, geht aber noch einige Zeit ins Land. Zunächst erfolgt eine europaweite Ausschreibung der Arbeiten, anschließend werden die Angebote geprüft. Bis die Türme dann tatsächlich abgerissen werden, könnte es noch einige Jahre dauern. Allein schon pandemiebedingt haben sich Verschiebungen ergeben. Einen genauen Zeitplan für den Rückbau der Kraftwerkstürme gibt es noch nicht. Dieser kann erst nach der Vergabe des Auftrags erarbeitet werden.

Das Heizkraftwerk Lichterfelde wurde erstmals 1972 in Betrieb genommen. Das zunächst mit Schweröl betriebene Heizkraftwerk war der Versorgungsschwerpunkt für den Berliner Süden. Anfang der 1980er-Jahre erfolgte der Einbau einer Rauchgasentschweflungsanlage in die Blöcke 1 und 3. Block 2 wurde ab 1988 mit emissionsarmer Erdgasfeuerung betrieben.

Nach langem Umbau wurde vor fast zwei Jahren die neue, moderne Anlage in Betrieb genommen. Sie hat eine Leistung von 230 Megawatt thermisch und 300 Megawatt elektrisch. Dabei nutzt sie die umweltfreundliche Gas- und Dampfturbinen-Technik, um in einem gekoppelten Prozess (Kraft-Wärme-Kopplung) gleichzeitig Strom und Fernwärme zu produzieren. Insgesamt spart die neue Anlage, im Vergleich zum alten Kraftwerk am selben Standort, jährlich rund 100 000 Tonnen CO₂. Der Neubau ist ein Teil der Klimaschutzvereinbarung und kann sich flexibel an das schwankende Angebot regenerativer Energien anpassen.

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